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Titelaufnahme

Titel
Residentielle Segregation nach Nationalität ein Diskurs voller Widersprüche / Jens S. Dangschat
Weitere Titel
Residential segregation by nationality a discourse full of contradictions
VerfasserDangschat, Jens S. In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Erschienen in
Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Berlin ; Heidelberg, 2016,
Erschienen2016
Ausgabe
Published version
Umfang1 Online-Ressource (21 Seiten)
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Residenzielle Segregation / Soziale Ungleichheit / Ortseffekte / Methodische Probleme
Schlagwörter (EN)Residential segregation / Social inequalities / Neighbourhood/place effect / Methodic problems
ISSN1862-2585
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:3-2610 Persistent Identifier (URN)
DOI10.1007/s11614-016-0225-7 
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Residentielle Segregation nach Nationalität ein Diskurs voller Widersprüche [0.28 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Analyse der Segregation migrantischer Gruppen stand nicht nur am Anfang der Stadtsoziologie der Chicagoer Schule, sondern ist auch heute noch einer der zentralen Bereiche der Stadt- und Raumsoziologie. Zudem wird die Konzentration bestimmter Zugewanderter in Stadtteilen seitens der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit sehr emotional und normativ behandelt sowie meist durchweg abgelehnt. Dieser Einschätzung steht jedoch allenfalls eine geringe wissenschaftliche Evidenz hinsichtlich der Verhinderung/Unterstützung von sozialer Kohäsion gegenüber. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Zum einen sind „Nationalität“ und „Zuwanderungshintergrund“ keine sinnvollen sozialwissenschaftlichen Kategorien, da der Zusammenhang zu integrationsrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen aufgrund der starken Binnenvariation weiterer Ungleichheitsmerkmale gering und offensichtlich weiter schwindend ist. Ein zweiter Grund ist, dass mögliche Nachbarschafts-/Ortseffekte von Quartieren mit hohem Ausländeranteil bislang nicht systematisch untersucht wurden. Drittens können empirische Erkenntnisse aus anderen Studien aufgrund der hohen Orts- und Zeitabhängigkeit sozialräumlicher Phänomene kaum in vergleichenden Analysen übertragen werden. Schließlich stellt sich vor dem Hintergrund der Wirkung sozialer Netze und der hohen Mobilität in der Stadt die Frage, zu welchem Grad die unmittelbare Wohnumgebung als (nahezu ausschließliche) Sozialisationsinstanz angesehen werden kann. Abschließend wird auf die Defizite einer Migrations-Soziologie hingewiesen, so lange sie nicht in der Lage ist, sozialräumliche Typologien zu entwickeln, mit denen sich integrationsrelevante Einstellungen und Verhaltensweisen beschreiben und erklären lassen.

Zusammenfassung (Englisch)

The analysis of segregation of migrants not only was one of the starting points of Chicago School of urban sociology, but is up to now still one of the central aspects of urban and spatial sociology. Moreover, the debate about the spatial concentrations of specific migrants in policies, administration and the public is rather emotional and normative. Spatial concentrations are refused mainly without any exception. However, this position is lacking a proper statistical evidence for either support or prohibition of social cohesion. There are some reasons for this mismatch: First of all, ‚nationality‘ and ‚migration experience‘ are no sufficient categories of social sciences, as the correlation with relevant attitudes and behaviour is small (and obviously shrinking) due to the internal variance within these broad groups. Second, supposable neighbourhood/place effects of neighbourhoods with high rates of foreigners are not systematically analysed up to now. Third, empirical results of other studies can hardly be used in a simple comparative analysis, as these results are highly dependent from place and time. Forth, considering the impact of social media and the high mobility rates within cities, the immediate neighbourhood cannot be understood as the almost exclusive area of socialisation. Finally, deficits of migration sociology are mentioned, particularly as no proper socio-spatial typologies are developed in this field so far to describe and explain attitudes and behaviour which are relevant for integration.

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