Titelaufnahme

Titel
Sollten Assistenzroboter eine „Persönlichkeit“ haben?
VerfasserPanek, Paul ; Mayer, Peter
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Berlin ; Heidelberg 2016, Jg. 49, H. 4, S. 298-302
ErschienenSpringer 2016
Ausgabe
Published version
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Assistive Technologie / Robotik / Interaktion / Verhalten / Akzeptanz
Schlagwörter (EN)Assistive technology / Robotics / Interaction / Behavior / Acceptance
ISSN1435-1269
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:3-1705 Persistent Identifier (URN)
DOIdoi:10.1007/s00391-016-1068-3 
Lizenz
CC-BY-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Sollten Assistenzroboter eine „Persönlichkeit“ haben? [0.43 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund

Das Forschungsprojekt „HOBBIT“ der Europäischen Union (EU) hat Prototypen von assistiven Robotern zur Unterstützung eines sicheren und selbstständigen Lebens entwickelt und bei älteren Personen in der häuslichen Umgebung Hause getestet.

Ziel der Arbeit

Im Projekt „personAAL“ wurde untersucht, ob verschiedene Verhaltensweisen eines solchen Roboterprototyps („Persönlichkeiten“) bei ansonsten gleicher Funktion (Überbringen einer Nachricht) von Testpersonen (TP) als unterschiedliche „Persönlichkeiten“ wahrgenommen werden.

Material und Methoden

Der Roboter wurde mit 2 Verhaltensweisen ausgestattet: einmal introvertiert (rein funktionsorientiert, nüchtern sachlich) und das andere Mal extrovertiert (lebendig, angereichert) und 13 Testpersonen (großteils älteren Personen bzw. Experten und Expertinnen aus dem Pflegebereich) vorgeführt.

Ergebnisse

Zwölf der 13 TP nahmen den Unterschied im Verhalten wahr. Eine TP präferierte den introvertierten Roboter, 9 den extrovertierten, und 3 hatten keine Präferenz oder machten diese von der konkreten Situation abhängig. Die Auswertung ergab bei den Teilfragen „Anthropomorphismus“ und „Belebtheit“ sowie in der Gesamtbewertung signifikante Wahrnehmungsunterschiede. Bemerkenswert ist, dass für die Teilfragen „Sympathie“ und „Sicherheit“ keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden. Es gab keinerlei signifikante Korrelation zwischen dem bevorzugten Verhalten des Roboters und der Selbsteinschätzung der TP als intro- oder extrovertiert.

Schlussfolgerung

Aus dem Ergebnis kann vermutet werden, dass die Akzeptanz eines Roboters nicht rein von der nüchternen Funktion, die natürlich Voraussetzung ist, abhängt. Daher wird es sinnvoll sein, für eine höhere Akzeptanz verschiedene Verhaltensweisen zur Wahl zu stellen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background

In the European Union (EU) research project “HOBBIT” prototypes of assistive robots were developed in order to support a more secure and independent life style and trials were run at the homes of elderly users.

Objective

The project “personAAL” aimed at investigating whether distinct behavioral forms of a robot (“personality”), despite an identical basic function (e.g. bringing a message) are perceived as different personalities by the test persons.

Material and methods

For this study a robot was equipped with two types of behavior, one more introverted (purely function-oriented, impersonal and factual) and the other more extroverted (lively and enriched). The two types of behavior were demonstrated to 13 test persons (mostly older persons and experts from the care domain).

Results

Nearly all of the test persons (12 out of 13) perceived a difference with respect to the behavior of the robot. Of the test persons 1 preferred the introverted robot, 9 the extroverted behavior of the robot and 3 had no preferences or stated that the preference depended on the context. The evaluation of answers to the Godspeed questionnaire resulted in significantly different perceptions of “anthropomorphism” and “animated” as well as in the total evaluation. It is also remarkable that no significant differences could be found for “likeability” and “perceived security”. There was also no significant correlation between the preferred behavior of the robot and the self-assessment of the test person as being more introverted or extroverted.

Conclusion

From these results it can be concluded that acceptance of a robot does not solely depend on the mere function, which of course is a precondition but that it is advisable to offer a choice between different types of behavior in order to optimize acceptance.

Notiz