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Title
Die Assanierung der Stadt Wien (1934-38) : Regulierungsmaßnahmen zwischen Stadtgestaltung und Denkmalschutz / von Birgit Knauer
Additional Titles
The "Assanierung" of the city of Vienna (1934-38). Measures of urban regeneration between urban design and the protection of historic monuments
AuthorKnauer, Birgit
Thesis advisorCaviezel, Nott
PublishedWien, 2018
Description372 Seiten : Illustrationen, Karten
Institutional NoteTechnische Universität Wien, Dissertation, 2018
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Denkmalpflege / Stadterneuerung / Stadtumbau / Altstadtsanierung / Altstadterhaltung / Stadtbildschutz / Hausreparatur / Fassadeninstandsetzung / Entstuckung / Heimatschutzbewegung
Keywords (EN)preservation of historic monuments / building conservation / restoration of the old town / slum clearance / urban redevelopment / protection of the historic townscape / "Heimatschutz"
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-118178 Persistent Identifier (URN)
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Die Assanierung der Stadt Wien (1934-38) [28.78 mb]
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Abstract (German)

Die christlich-soziale Stadtregierung stellte im Rahmen des im Jahr 1934 eingeführten „Assanierungsfonds“ und des „Hausreparaturfonds“ finanzielle Mittel zur Verfügung, um die private Bauwirtschaft, die nach der Weltwirtschaftskrise fast zum Erliegen gekommen war, wieder anzukurbeln. Mithilfe der beiden Fonds sollte aber auch das Stadtbild Wiens von seinen „unharmonischen Zügen“ „befreit“ werden. „Veraltete“ und „verkehrsbehindernde“ Altbauten, die auch in gesundheitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht nicht mehr den „neuzeitlichen Anforderungen“ entsprachen, wurden zugunsten von zeitgemäßen „Assanierungsbauten“ abgetragen. Die Eingriffe fanden mitunter an städtebaulich markanten Punkten statt. Zum anderen wurde die, als „Fassadeninstandsetzung“ bezeichnete, Entfernung historischer Putzfassaden und ihrer Gliederungselemente gefördert. Sämtlicher Fassadendekor wurde „abgeschält“, Gebäude von ihrem historischen Zierrat zumeist historistische „Geschmacklosigkeiten“ „befreit“ und stattdessen glatt verputzt oder nahezu schmucklos gestaltet. Neben der Verbesserung der Wohnverhältnisse und der Anpassung des Stadtgrundrisses an die nunmehr veränderten verkehrstechnischen Anforderungen, versprach man sich von den genannten Maßnahmen nicht zuletzt auch eine „Verschönerung“ des Stadtbildes. In der vorliegenden Dissertation wird dieser bisher noch zu wenig beachtete Abschnitt der Architekturund Stadtgeschichte Wiens im Zusammenhang mit der Geschichte der österreichischen Denkmalpflege und Heimatschutzbewegung aufgearbeitet. Die Untersuchung der „Assanierung“ im Kontext des damaligen theoretischen Diskurses der Denkmalpflege und der praktischen Handhabe des Denkmalschutzes, drängt sich allein aufgrund der Tatsache auf, dass die dafür notwendige Zerstörung historischer Bausubstanz auch mit Zustimmung der Zentralstelle für Denkmalschutz (heutiges Bundesdenkmalamt) durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Dissertation werden die ideologischen Hintergründe, der tatsächliche Umfang sowie die Auswirkungen der Eingriffe im Detail aufgearbeitet. Von besonderem Interesse ist darüber hinaus der fachliche und öffentliche Diskurs zur Assanierung. Kritik an der teils radikalen Stadtregulierung kam nicht nur von Kunsthistorikern und Vertretern der Heimatschutzbewegung, sondern ebenso von Architekten und Stadtplanern. Aber auch die Wiener Gesellschaft protestierte zunehmend gegen die fortschreitende Beseitigung historischer Bausubstanz. Der Charakter „Alt-Wiens“ drohte in den Augen vieler verloren zu gehen. Der abschließende Vergleich mit den in Deutschland und Italien durchgeführten Maßnahmen der „Entschandelung“ und des „Risanamento“ und letztlich die Verortung der „Wiener Assanierung“ in der Entwicklung der „Altstadtsanierung“ im Europa der Zwischenkriegszeit, wird Parallelen und auch Unterschiede zu den Regulierungsmaßnahmen in anderen Staaten aufzeigen.

Abstract (English)

From 1934 onwards, the christian-social city government offered financial funds (the so called “Assanierungsfonds” and the “Hausreparaturfonds”), to boost the private building industry, that had nearly come to a standstill during the world economic crisis. With these measures the council also intended to “clear” the cityscape of its “inharmonious” and “unsuitable” structures. “Outdated” buildings, that apparently caused an obstruction of the traffic and didnt comply with terms of health and economic efficiency any more, were destroyed in order to construct “modern” and “fitting” residential buildings instead (“Assanierungsbauten”), which were quite often situated in characteristic parts of the city. Furthermore, the “Hausreparaturfonds” supported the “repair” of the visible side of façades, which rather meant knocking down historic decoration often ornamentation of the loathed historicism. Instead one preferred smoothly rendered façades, almost without decoration. All these measures should lead to an improvement of the housing and living conditions and also of the traffic situation, by straightening the ground plan of the city. Not least of all the city government also hoped for an “embellishment” of the cityscape. This dissertation deals with a period of the history of architecture and history of the city of Vienna that has not received enough attention until today. It also tries to analyse the “Assanierung” of Vienna within the context of the history of preservation and the arising of the “Heimatschutzbewegung” in Austria, because the demolition of numerous old buildings was carried out with the approval of the “Zentralstelle für Denkmalschutz” (todays Austrian Federal Monuments Office). This thesis examines the ideological context and dimensions of this “urban regeneration”, as well as the repercussions of all the mentioned measures on the cityscape. But the discourse of experts and of the Viennese society also forms an important part of the thesis. Not only art historians and members of the “Heimatschutzbewegung”, also architects and town planners criticized the mostly radical transformation of the city. The general public discussed the progressive change of the urban landscape by loss of historic structures as well and expressed concern about the future of the old town and the historic cityscape. The following comparison with the practice of town planning in Germany (“Entschandelung”) and Italy (“risanamento”) in the 1920s and 1930s will demonstrate parallels and differences and lead to a classification of the Viennese “Assanierung” within the different tendencies of town planning and the treatment of “the historic city” in this period.

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