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Title
Multilokalität - Ein Lebensstil und seine Herausforderung für die örtliche Raumplanung - Eine Untersuchung am Beispiel Wien / von Christian Zeilinger
Additional Titles
Multilocality - A lifestyle and its challenge for urban planning - Analysing the situation in Vienna
AuthorZeilinger, Christian
CensorSemlitsch, Emanuela
PublishedWien, 2018
Description261 Seiten
Institutional NoteTechnische Universität Wien, Diplomarbeit, 2018
Annotation
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprueft
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Multilokalität / Zeitgeographie / Wohnsitze / Mobilität
Keywords (EN)multilocality / time geography / residence / mobility
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-107262 Persistent Identifier (URN)
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Multilokalität - Ein Lebensstil und seine Herausforderung für die örtliche Raumplanung - Eine Untersuchung am Beispiel Wien [23.92 mb]
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Abstract (German)

Residenzielle Multilokalität meint das Wohnen an mehreren Orten und damit die Verteilung der Funktionen des Lebensalltags auf ebendiese. In den vergangenen Jahren hat sich die deutschsprachige Raumforschung zunehmend diesem Phänomen gewidmet und verdeutlicht, dass es hierbei um mehr als nur den klassischen Zweitwohnsitz mit „Haus im Grünen“ geht. Gesellschaftliche und technologische Veränderungen infolge der Globalisierung ermöglichen und erfordern einen Lebensstil, dessen Aktionsraum sich über mehr als einen Wohnort erstreckt. Gelebte Mehrörtigkeit ist jedoch nicht einer elitären, kosmopolitischen Schicht vorbehalten, Multilokalität zieht sich durch alle Milieus, wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung.^ Die Motive zu einem multilokalen Leben sind verschieden orientiert und reichen von den berufsbedingten Fernpendlern, über Studierende als Wochenpendler, Paare in Fernbeziehungen (living apart together), häufig umziehenden Jobnomaden, den erholungssuchenden Zweitwohnsitzern bis hin zu zwischen den Wohnsitzen getrennt lebender Eltern pendelnden Kindern. Damit verbunden sind unterschiedliche Anforderungen an den Raum und somit an die räumliche Planung. Für die örtliche Raumplanung haben sich insbesondere die drei Bereiche Wohnen, Verkehr und Partizipation herauskristallisiert, die die Schnittmenge von Multilokalität und Planung bilden. Die Herausforderung besteht vor allem in der bisher nur bedingt möglichen Quantifizierung der temporär anwesenden, multilokalen Bevölkerung.^ Die für das Untersuchungsgebiet Wien vorhandenen Zahlen bauen auf den Meldedaten der amtlichen Statistik auf und lassen Tendenzen in der räumlichen Verteilung erkennen: Mehrörtig wohnende Menschen suchen vor allem die Nähe zur Innenstadt, jedoch sind ebenso am Stadtrand räumliche Konzentrationen beobachtbar. Im Falle Wiens zeigt sich quantitativ zudem, dass Multilokalität vor allem ein stadtregionales Phänomen ist, wobei in den vergangenen Jahren der Anteil der Personen, die nur mit Nebenwohnsitz in Wien und keinem Hauptwohnsitz in Österreich gemeldet sind (transnationale Multilokalität), deutlich zugenommen hat, obwohl die Zahl der Nebenwohnsitzfälle insgesamt gesunken ist. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Fernpendler unter den Einpendlern (in dieser Untersuchung Pendler von außerhalb der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland) nach Wien gestiegen und dies ist ein Indiz dafür, dass berufsbedingte Formen von Multilokalität an Bedeutung gewinnen.^ Nicht zuletzt deshalb lassen sich neue, auf den temporären Aufenthalt ausgerichtete Wohnformen vermehrt am städtischen Immobilienmarkt beobachten. Angebote des Zeitwohnens, vollausgestatteter Pendlerwohnungen, servicierter Appartements und Boardinghouses sowie die Errichtung neuer Wohnheime für Studierende und junge Berufstätige verdeutlichen den Einfluss des multilokalen Lebensstils auf die Stadtentwicklung. Raumwirksam ist aber genauso das regelmäßige Pendeln zwischen den Wohnorten. Dies umfasst jedoch nicht nur Fragen verkehrsplanerischer Aspekte, die temporäre Anwesenheit multilokal lebender Personen stellt die Raumplanung im Bereich der Partizipation genauso vor neue Herausforderungen.^ Die Arbeit schließt mit möglichen Handlungsansätzen und gibt damit einen differenzierten Blick auf die Folgen von Multilokalität und versucht die Potentiale dessen hervorzuheben, um als Basis Ideen für künftige, neue planerische Ansätze im Umgang mit dem Phänomen des multilokalen Lebensstils für die örtliche Raumplanung zu bieten.

Abstract (English)

Residential multilocality describes a lifestyle having more than one residence and this means the distribution of purposes of daily life to different places. Spatial researchers in German-speaking countries have dedicated their work in recent years to explore this phenomenon and demonstrated, that this is not only about second home residences in terms of holiday apartments or houses of urban citizens on the countryside. Changes in society and technology as a consequence of globalisation allow and sometimes require a lifestyle, which covers an area beyond the borders of only one city. Multilocality is not only a phenomenon of a cosmopolitan elite, it covers all social milieus, but each to a different extent.^ The reasons and motives a for multi-local life vary from long-distance commuters with a job residence, weekly commuting of (university) students, long-distance relationships of so called living apart together people, working nomads (job nomads), people owning second residences for recovery purposes (weekend house) and commuting children of divorced parents. Related to different forms of multi-local living are various demands on spatial planning. Regarding urban planning there are the three areas of housing, traffic and participation, which are the most important matters concerning multilocality and planning. One of the major challenges urban planning is facing in this context, is the quantification of the temporary present people, who are living multi-local.^ The data for Vienna are based on the official registration data, which show tendencies in spatial distribution: Multi-local living people with one of their residences located in Vienna are especially concentred close to the city centre and as well in some parts of the outskirts. In this case it becomes clear, that multilocality is quantitatively seen an urban regional phenomenon, but the share of those, who are only registered with a secondary residence in Vienna and do not have a main residence in Austria (transnational multilocality), has increased in the past years, although the total number of people only registered with a secondary home in Vienna is decreasing constantly over recent years. In contrast the number of long-distance commuters to Vienna (commuters without those of the provinces Niederösterreich and Burgenland) has risen over the years and this may be an indicator for growing numbers of job-related multilocality.^ This is also the reason for the development of different forms of temporary housing, such as full equipped flats, serviced apartments or boarding houses and student residences, which demonstrates the spatial implication of multi-local lifestyles. But also commuting shows its spatial impacts. Regarding this does not only cover the area of transport planning issues, it also refers to the temporary presence of multilocal living people and questions of participation. The master thesis finally suggests possible approaches regarding urban planning dealing with multilocality and highlights its potentials.

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