Titelaufnahme

Titel
Bauen in Ghana : Historische Entwicklung und aktuelle Tendenzen in Hinblick auf die Nutzung lokaler Baustoffe und die Anwendung klimaangepasster Bauprinzipien / von Johanna Lindinger-Pesendorfer
Weitere Titel
Building in Ghana. Historical development and current trends in the use of local building materials and the application of climate-adapted construction principles
VerfasserLindinger-Pesendorfer, Johanna
Begutachter / BegutachterinLehner, Erich
ErschienenWien, 2017
Umfang175 Seiten : Illustrationen, Karten
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Ghana / Wohnhaus / Bauen im Kontext / Nachhaltigkeit / klimagerechtes Bauen
Schlagwörter (EN)Ghana / residential house / building in context / sustainability / climate-optimized construction
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-99810 Persistent Identifier (URN)
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Bauen in Ghana [21.47 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Indigene Bauformen werden bis heute vorwiegend im ländlichen Raum Ghanas lebendig gehalten. Mit den jeweiligen klimatischen Gegebenheiten in den unterschiedlichen Zonen vom Süden bis zum Norden des Landes wechseln Vegetation sowie ethnische Gruppen. Daher ändern sich in den unterschiedlichen Regionen die vorhandenen Baumaterialien, Konstruktionsweisen und Bauformen, und daraus ergibt sich wiederum ein großer Variantenreichtum an lebendiger vernakulärer Architektur. Die Verwendung der vor Ort verfügbaren Materialien und der gemeinschaftliche Bauprozess, an dem sich viele Mitglieder der Gemeinschaft beteiligen, ermöglichen es, mit geringem finanziellen Aufwand dringend benötigten Wohnraum herzustellen. Parallel zur traditionellen Baupraxis haben sich seit der Einführung importierter Baumaterialien, was vor allem mit der Kolonialisierung durch Europa und später durch die modernistische Ära der tropischen Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorangetrieben wurde, weitere Konstruktionsweisen etabliert. Vor allem der Gebrauch von Zement als Zusatz für Lehmbaustoffe oder in Stahlbetonkonstruktionen hat sich durchgesetzt. Zum einen verbessert dies die Stabilität und Dauerhaftigkeit der Materialien, zum anderen ist der Gebrauch von Beton ein Statussymbol. Problematisch ist, dass die Baukosten dadurch dramatisch steigen. Im Gegensatz dazu sind aus der umliegenden Natur gewonnene Baustoffe für die traditionellen Konstruktionsmethoden nach Gebrauch einfach wiederzuverwenden oder können zu 100 Prozent wieder der Umwelt zugeführt werden, ohne dabei in Form von recyclingunfähigen Rückständen das Ökosystem zu belasten. Es ist zu befürchten, dass die traditionellen indigenen Bauweisen in Zukunft gänzlich durch neue, importierte Methoden und Baustoffe abgelöst werden. Dadurch würde nicht nur ein vielfältiges Kulturerbe verloren gehen, sondern auch hervorragende Beispiele ökologisch und sozial nachhaltiger, gelebter Baukultur verschwinden. In einer Zeit der Ökobilanz, in welcher der Begriff Nachhaltigkeit mehr denn je in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt, können indigene Bauformen als Exempel herangezogen werden, um auf verantwortungsvolle Art und Weise zu bauen.

Zusammenfassung (Englisch)

Indigenous types of structural design are still present and used in Ghana today, in particular in rural areas. The predominant climate conditions are changing from the southern to the northern parts of the country. In the same way ethnic groups as well as the available building materials and construction methods differ from region to region. This results in a rich variety of vivid vernacular architecture. The use of local materials for construction and the building process as a collective social event of the communities allows to create needed housing space by little financial costs. At the same time new kinds of constructions are established due to a growing import of building materials, which has been promoted during the colonialization by Europeans and during the resulting era of Tropical Architecture in West Africa at the beginning of the 20th century. Especially the use of cement as admixture for clay and reinforced concrete constructions rose. The addition of cement causes a better durability of indigenous wall constructions. Due to the high amount of concrete needed in construction, costs increase dramatically, which is why concrete buildings are regarded as status symbol. Building materials which are obtained by the surrounding nature might be underestimated in the public opinion, although they can be easily reused or recycled without any arrears. Traditional, indigenous constructions might be widely replaced by new imported methods and materials, which would go with a great loss of the great diversity of cultural heritage. Excellent examples of ecologically and socially sustainable, vivid architectural culture might also disappear. In a times in which the term sustainability seems more important then ever before, examples of indigenous building constructions could be a role model for responsible future building operations.