Titelaufnahme

Titel
Architektur zwischen Ideologie und Identität : Die Model Neighborhood in Be'er Sheva / von Sebastian Pernegger
Weitere Titel
Architecture between Ideology and Identity: The "Model Neighborhood" in Beer Sheva, Israel
VerfasserPernegger, Sebastian
Begutachter / BegutachterinRieger-Jandl, Andrea
ErschienenWien, 2016
Umfang207, A 15 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten, Pläne
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Architektur / Israel / Beer Sheva / Wohnbau / Ideologie / Identität / Kollektiv / Nachbarschaft / multikulturell
Schlagwörter (EN)Architecture / Israel / Beersheba / Housing / Ideology / Identity / Collective / Neighborhood / multicultural
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-92591 Persistent Identifier (URN)
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Architektur zwischen Ideologie und Identität [42.76 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Architektur ist ein kulturelles Gut, das an sich eine Identität hat: Die Antwort auf die Frage "Was ist Architektur?" hat sich im Lauf der Zeit entwickelt und verändert, und mit ihr das Sein von Architektur. Die gebaute Umwelt aber ist ebenfalls ein Medium, das Identität reproduziert und formt: In einer gemeinsamen Bauweise eines Kollektivs können sich innere Verbindung und Abgrenzung nach außen manifestieren. Individuen nehmen bestimmte Formen und Konstellationen als vertraut und eigen, andere als fremd und anders wahr. Als inszenierter Raum schafft das Gebaute potentiell auch aktiv neue, identitätsstiftende Realitäten. Hier stellt sich die Frage "Wie ist Architektur?" Auf welche Weise wirkt sich die gebaute Umwelt auf eine Gesellschaft aus, die mit ihr in Verbindung steht? Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die komplexen Verflechtungen abzubilden, durch die Architektur identitätsstiftend wirken kann. Eine bedeutende Rolle spielen dabei Traditionen, die Kontinuität mit einer gewachsenen Vergangenheit suggerieren. Eine durch Dynamik, kleinräumliche Diversität und globale Vernetzung geprägte Gesellschaft, die für die meisten Menschen mittlerweile Realität geworden ist, widerspricht jedoch einem Identitätskonzept, das rein auf historischen Bildern fußt. Auch avantgardistische Gebäude, die einprägsame, zukunftsorientierte Images generieren, können zu einer identifizierbaren Umwelt beitragen. Genauso besteht allerdings das Risiko einer oberflächlichen Auffassung von "Identität". Diese Arbeit handelt daher auch von den identitätsstiftenden Potentialen, die hinter den Fassaden der Gebäude liegen; die in Struktur und Verortung ebenso zu finden sind, wie im Entstehungsprozess. Im Fokus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Architektur und Identität steht die Shchuna Le-Dugma bzw. Model Neighbourhood, eine Nachbarschaft in der südisraelischen Stadt Beer Sheva. Im jungen Israel wurden viele gesellschaftliche Auswirkungen der Globalisierung vorweggenommen: Menschen unterschiedlichster Prägung lebten an einem Ort freiwillig oder notgedrungen prinzipiell gleichberechtigt zusammen. Anstatt einer umfassenden kollektiven Identität charakterisierten aber mehrere Lebensmittelpunkte und kaum Gemeinsamkeiten zu Menschen anderen Ursprungs die Realität. Die in den 1960er Jahren errichtete Nachbarschaft bietet eine Möglichkeit, die identitätsstiftenden Intentionen der Planer nach einer gewissen Zeit zu evaluieren. Auch die Entwicklung der Gebäude sowie der Bevölkerung in dieser Spanne hat aber Aussagekraft. Als Untersuchungsmechanismen dienen eine theoretische Annäherung ebenso wie eine empirische Studie vor Ort. Relevant für das konkrete Bespiel sind die professionelle und die nicht-professionelle Perspektive, die Analyse geplanter und gewachsener Strukturen oder der Einfluss utopischer Ideologie und gelebter Realität. Die Erkenntnisse bilden abschließend die Grundlage für einen Versuch, allgemeine Denkanstöße zu geben: Was kann man von Be-er Sheva über die Planung für eine und in einer vielfältigen Gesellschaft lernen?

Zusammenfassung (Englisch)

Architecture is a cultural product and value, and as such it possesses identity: Over time, answers to the question "What is architecture" developed and changed, and so did the being of architecture. Yet, the built environment is a medium, too, reproducing and shaping identity: A certain way of construction, prevalent in a given collective, might demonstrate either affiliation to a group and separation from another group. Individuals may perceive certain forms and constellations as familiar and appropriate, whereas others may seen alien and inapt. Buildings, staging the space, potentially create new identity-establishing realities. Here, one must ask: "How is architecture?" What are the effects of the built environment on its conjunct society? This thesis aims at depicting the complex entanglements that determine the relation of architecture an identity. Traditions play an important part: They suggest continuity with an evolved past. However, a concept of identity relying solely on historical reminiscences all but suits a society characterized by dynamics, small-scale diversity and global networking. Avant-garde buildings may as well generate catchy, future-oriented images and thereby contribute to an identifiable environment. But they also bear the risk of reading the term "identity" overly superficial. This thesis, therefore, also deals with the in-depth identity-establishing potentials of architecture: Those, which are hidden behind the buildings facades; those, which are to be found in the structures and locations just as in the formation process. The focus of this scientific discussion on architecture and identity will be on the Shchuna Le-Dugma [hebr.: model neighbourhood], a neighbourhood in the southern Israeli city of Beer Sheva. In young Israel, several societal impacts of globalization have been anticipated: People with different backgrounds occupied the very same place by choice or compelled to, theoretically entitled with equal rights. Instead of a comprehensive collective identity, life was shaped by pluri-location and little similarities between people of different origins. The neighbourhood, constructed in the 1960s, offers an opportunity to evaluate the identity-establishing intentions of its planners after a certain period of time. The development of both the buildings and the population in this interval will be of significance, too. A theoretical approach as well as in situ empirical investigations will serve as research methods. The relevant topics are multifaceted: Professional and non-professional perspectives are equally as important as the analysis of planned and spontaneous structures or the influences of an utopian ideology and how it conforms to the lived reality. These findings are meant to provide a basis for an attempt to set general impulses: Which lessons can be drawn from Beer Sheva in planning in and for a manifold society?