Titelaufnahme

Titel
Bewegende Architektur / von Christoph Müller
Weitere Titel
Enlivened architecture
VerfasserMüller, Christoph
Begutachter / BegutachterinBerthold, Manfred ; Gföhler, Margit
ErschienenWien, 2016
Umfang290 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Architektur / Entwurf / Entwerfen / Nachhaltigkeit / Raumökonomie / Neue Stadt- / Wohn- und Architekturkonzepte
Schlagwörter (EN)architectural design
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-91229 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Bewegende Architektur [43.38 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kultur hat sich gewandelt. Vom Orchester in der Philharmonie zu Jugendlichen in Boxershorts, die sich mit Tablets ihre eigene Musik zusammenklicken. Die Grenzen des Museums, die Schwellen zwischen Kunst und Alltag, sind schon lange keine eindeutigen mehr. Die Serienproduktion als ein Schlüssel zur Moderne wurde zur robotischen Massenproduktion. Der Gegenpol ist eine Do-it-yourself-Bewegung, die sich eigene Alltagsgegenstände 3D-drucken kann und Lösungsvorschläge für sämtliche Lebenslagen auf YouTube bereithält. Neben frontalen Medien wie dem Fernseher entstanden soziale Netzwerke, die jedem Einzelnen ein persönliches Zepter verliehen. Der digitale Raum hat den physischen erweitert und veränderte ihn nachhaltig. Gesellschaft, Kunst und Technologie sind komplexe Konstrukte geworden, die wechselwirkend ineinandergreifen. Flexible, adaptive, dynamische und hierarchielose Organisationsprinzipien treffen auf bodenständige Vorstellungen. Der Zahn der Zeit nagt an den Grundfesten. Die Immobilie ist ein Auslaufmodell der Architektur. Gegenstand von Bewegende Architektur ist die Entwicklung von beweglichen Architekturmodulen, abgekürzt bAm. Jeder einzelne dieser Roboter verfügt über einfache künstliche Intelligenz. Diese ermöglicht die Umgebung zu erkennen, mit Menschen zu kommunizieren, sich kraftschlüssig mit baugleichen Nachbarn zu verbinden und schließlich interaktiven Raum zu erzeugen. Dabei gibt es keine übergeordneten Regelwerke. Sämtliche Interaktion basiert auf der künstlichen Intelligenz der einzelnen Roboter, die sich durch maschinelles Lernen eigenständig weiterentwickelt. Hierarchie, Organisation und Typologie werden dezentralisiert. Die Geometrie ist in dieser Architektur nicht vordefiniert oder gesteuert, sondern gestaltet und kontrolliert sich selbst. Besondere Stärke ist die Reaktion auf sich verändernde Umstände. Selbst wenn die Architektur starken Einflüssen ausgesetzt wird, können die einzelnen Roboter durch Aufspaltung oder Bündelung neue Anordnungsmöglichkeiten finden. Es existiert kein Zentrum, kein Raster und keine Symmetrie, die dabei gebrochen werden könnte. Ist die Funktion einzelner Module eingeschränkt, erkennen diese die Fehlerquellen eigenständig und versuchen sich zu regenerieren. Sind einzelne Module defekt, klinken sie sich aus der Konstruktion aus und Nachbarn füllen die Lücke. Adaptive, selbstorganisierende und lernfähige Architektur entsteht. Das Design der bAm ist zudem so einfach gehalten, dass die Roboter auch von Laien repariert, angepasst und weiterentwickelt werden können. Die bAm sind nicht auf Standpunkte und Standorte im wortwörtlichen Sinne fixiert. Bewegende Architektur ist auf vielen Ebenen, der Wunsch einer Loslösung von der Immobilie, hin zu lebendiger Architektur.

Zusammenfassung (Englisch)

Culture has changed. From the orchestra in the concert hall, to youngster-s in underpants, sitting there with tablets, making their own music with a few clicks. The borders of the museums, the threshold between art and ordinary, vanished a long time ago. Serial production, as a main key to modernism, has changed into the robotic mass production. The counter proposal is a do-it-yourself movement, generating its own tools for daily life with 3D-printers and receiving tutorials for all possible situations on YouTube. Besides frontal media like television, there has been a rise of social media, enabling anyone to be chief editor. The digital space has expanded and changed the physical one fundamentally. Society, art and technology have become complex constructs, that are interweaved in strong interdependency. Flexible, adaptive and dynamic principles of organization without hierarchy, face the conservative mindset. The ravages of time take their toll on well-known fundamentals. The seemingly solid real estate is an obsolete model in architecture. The Goal of the research is the development of moving architectural modules. Every single robot, called bAm (bewegende Architekturmodule), has got its own, simple, artificial intelligence. This artificial intelligence enables the bAm to recognize context, communicate with humans, connect with other bAm and finally create interactive space. There are no overall rules. Every interaction is based on the artificial intelligence of each single bAm. With machine learning, the robots are able to develop themselves further autonomously. Hierarchy, organization as well as typology are decentralized. The geometry of this architecture is not predefined or controlled in advance. It is happening, following clear rules. A big advantage of this kind of architecture is the adaptivity when confronted with changing context. With disconnecting and reconnecting, the single robots can even react on enormous changes of environment. There is no visible center, no grid and no symmetry that could be broken. A bAm is able to detect a wide range of possible faults on its own, and tries to fix them autonomously. If a bAm is damaged, it is able to disconnect from the structure. Nearest neighbors will fill the gap. Adaptive, self-organizing and learning architecture is created. The design of the bAm is kept simple. Even amateurs can repair, adapt, or further develop them. The bAm are not bound to point of views. They are not fixed on sites. In many ways, Bewegende Architektur is the idea of bringing architecture to live.