Titelaufnahme

Titel
Novel approaches to enhance regional nutrients management and monitoring applied to the Austrian phosphorus case study / by MSc. Ottavia Zoboli
VerfasserZoboli, Ottavia
Begutachter / BegutachterinRechberger, Helmut
ErschienenWien, 2016
Umfang135 Seiten : Diagramme, Karten
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Dissertation, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (EN)nutrient Management
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-79889 Persistent Identifier (URN)
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Novel approaches to enhance regional nutrients management and monitoring applied to the Austrian phosphorus case study [11.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wie viele andere Länder Europas und der Welt ist Österreich in hohem Maß auf Importe angewiesen, um den hohen Phosphor bedarf des Lebensmittelproduktionssystems zu stillen. Als Rohstoff wird Phosphor (P) aus begrenzten und nicht-erneuerbaren Phosphaterzen gewonnen, deren Produktion auf wenige Länder beschränkt ist. Aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung bzw. des zukünftigen Versorgungsrisikos hat die Europäische Kommission im Jahre 2014 Phosphaterz als kritischen Rohstoff definiert. Der P-Gebrauch weist in Österreich und in Europa mehrere Ineffizienzen und Verluste auf. Zudem ist P nicht nur eine essentielle Ressource, sondern auch ein Schadstoff in Wasserkörpern, wo hohe P-Konzentrationen zu Eutrophierung führen können. Forschungsaktivitäten sind erforderlich, um P-Flüße und -Lager durch natürliche und anthropogene Prozesse zu verstehen. Deren Ziel ist es, Maßnahmen zu identifizieren, die zur effizienteren Ressourcennutzung bzw. zu niedrigeren Emissionen und Verlusten und zur geringeren Importabhängigkeit führen können. Die Materialflussanalyse (MFA) ist eine geeignete Methodik für derartige Untersuchungen. Sie wurde häufig angewendet um meist statische P-Haushalte auf verschiedenen geographischen Ebenen zu darzustellen. Zeitliche Veränderungen wurden jedoch häufig vernachlässigt, obwohl sie relevante Informationen im Hinblick auf die Entwicklung von Managementstrategien und auf die Leistungskontrolle liefern können. In dieser Dissertation wird ein mehrjähriges MFA-Modell entwickelt und untersucht, das dem österreichischen P-Haushalt von 1990 bis 2011 entspricht. Die systematische Analyse dieses Modells zeigt, dass sogar in diesem vergleichsweise kurzen und stabilen Zeitraum P-Flüße und -Lager erheblich geändert wurden.Relevante Trends in Bezug auf Managementleistungen bzw. die Auswirkung von scheinbar nicht zusammenh ängenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf P-Flüße wurden identifiziert. Außerdem hat die detaillierte Untersuchung der zeitlichen Muster zu Ergebnissen geführt, die sehr relevant im Bereich Wassergüte sind - speziell angesichts der Emissionen in die Gewässer. Es wurde festgestellt, dass sich die Verminderung von PEmissionen über Punktquellen in den 1990ern in geringeren Konzentrationen bei niedrigen Durchflussraten in der Donau umgehend widerspiegelte, aber nicht in geringeren Frachten. Die in dieser Dissertation aufgestellte und durch die Analyse gestützte Hypothese lautet: nur nachdem das große Hochwasser im Jahre 2002 die Gewässersohle intensiv aufgerissen hatte und nachdem es das durch mehrjährige Retention akkumulierte P-Lager abgebaut hatte, spiegelte sich die geringere Verfügbarkeit vom gelösten Paus Punktquellen in verminderten Frachten wider. Es ist daher erforderlich, die verflöchtenen Auswirkungen von anthropogenen Maßnahmen und hydrologischen Prozessen in großen Flüßen zu betrachten, um die Leistung des Umweltmanagements angemessen zu interpretieren. Das MFA-Modell des österreichischen P-Haushalts soll nicht nur angewendet werden, um die Entscheidunsträger über den Status quo und die bestehenden Probleme zu informieren, sondern es soll auch als Grundlagefürdie Begutachtung verschiedener Lösungsansätze dienen.Verschiedene Massnahmen sind vorhanden, um das System zu optimieren. Das detaillierte System des MFA-Modells ermöglicht den Vergleich von den relativen Beiträgen der verschiedenen Massnahmen, was behilflich bei der Festlegung von Prioritäten ist. Die Ergebnisse zeigen, dass Recycling von Abfallströmen und Verbrauchsminderung ein ähnliches Potential zur Senkung der Importabhängigkeit aufweisen, obwohl letzteres von höherer Unsichereit und von komplexeren Herausforderungen betroffen ist. Wenn sämtliche Maßnahmen umgesetzt würden und maximale Anstrengung unternommen würde, könnte Österreich P-Mineraldünger vollständig ersetzen bzw. die Emissionen um 28% und die Importabhängigkeit um 89% reduzieren. Solche Ziele sollten als erreichbare Maximumwerte und nicht unbedingt als Optima angesehen werden, da diese Bewertung weder Kosten noch weitere Umweltaspekte berücksichtigt, die in weiteren Forschungsarbeiten erfasst werden müssen. Ferner wurde die Datenqualität durch ein Indikatorenset charakterisiert. Es wurde dargestellt, wie verschiedene Aspekte der Datenqualität sich im Laufe der Zeit geändert haben, und wie die Berücksichtigung der Unsichereit unsere Fähigkeit stark beeinflusst Flüße und Lager zu überwachen. Das hat auch dazu beigetragen, die Verbesserung der Datenerhebung zu priorisieren. Abschließend stellt diese Dissertation die Machbarkeit und die mehrfachen Vorteile dar, die ein regionales auf mehrjärige MFA gestütztes Nährstoffmanagement anbiet. Die Integrierung derartiger Materialbuchführung in die reguläre Statistiken würde deshalb öffentliche Behörden unterstützen Governance-Strategien zu entwickeln, Zielsysteme zu definieren, Feedbacks und Gegenleistungen zwischen Maßnahmen zu verstehen, Managementleistungen zu beobachten bzw. Datenerhebung zu priorisieren.

Zusammenfassung (Englisch)

Austria, like the rest of Europe and most of other world countries, relies heavily on imports to satisfy the high demand of phosphorus (P) of its food production system. P is obtained from phosphate rock, which is a finite and non-renewable resource confined in a handful of countries. Owing to the great economic importance of P and to future supply risk, in the year 2014 the European Commission included phosphate rock in its List of Critical Raw Materials. The domestic use of P in Austria and in the rest of Europe presents several inefficiencies and losses. Further, P is not only a fundamental resource but also a harmful pollutant in water bodies, where its excessive concentration can cause sever eutrophication problems. Research is needed to understand P flows and stocks through anthropogenic and natural compartments in order to identify where actions can be taken to increase use efficiency, to reduce losses and emissions and thus to lower import dependency. Material Flow Analysis (MFA) constitutes a suitable approach for such investigations and has been widely applied to describe mostly static P budgets at diverse geographical scales. Temporal dynamics have been however mostly neglected, although they can provide relevant information for the design of management strategies and for the monitoring of their performance. This Thesis presents a multiyear MFA model that represents the Austrian P budget from 1990 to 2011. The systematic analysis of this model reveals that even in this relatively short and stable period of time P flows and stocks have undergone significant changes. Relevant trends in management performance are identified as well as the impact of apparently unrelated regulatory or economic developments on P flows. Further, the investigation in detail of temporal patterns has led to findings highly relevant in the field of water quality and emissions to water bodies. It was found that the decline of P point discharges in the 1990s did immediately translate into lower concentrations at low flow conditions in the Danube, but not into lower loads. The hypothesis put forward in this Thesis and supported by the analyses is that only after the large flood in the year 2002 intensively scoured the river bed and depleted the in-stream P stock accumulated during years of net retention, the reduced availability of dissolved P primarily stemming from point discharges was reflected in lower loads. It is therefore necessary to consider more thoroughly the interweaving effects of anthropogenic measures and hydrological processes in large rivers, in order to properly interpret and assess the performance of environmental management. The MFA model of the Austrian P budget should not only be applied to inform policy makers on the status quo and on the existing problems, but also as a basis to provide a solid assessment of possible solutions and improvements. A wide range of different actions is available to optimize the system. The detailed system provided by the MFA model allows the comparison of the relative contribution of the measures, which helps in setting priorities. The results show that both recycling from waste streams and reduction of consumption hold similar potentials to decrease import dependency, although the latter are affected by higher uncertainty and more complex challenges. If the whole set of actions were implemented and a maximum effort of P governance were undertaken, Austria could fully replace the use of mineral fertilizers, reduce emissions to water bodies by 28% and its import dependency by 89%. These shall be considered maximum achievable targets, but are not necessarily optimal, since this assessment still does not include costs and other environmental aspects, which need to be included in future research. Moreover, this work has characterized data quality through a set of indicators, has assessed how different aspects of data quality have improved or changed over time, has shown to which extent the consideration of uncertainty influences the ability of monitoring flows and stocks and has contributed to prioritize the improvement of data collection schemes. In conclusion, this Thesis presents the feasibility and the manifold benefits provided by approaching regional nutrients management based on multiyear MFA. If public authorities integrated such an accounting scheme into their routine statistics and reporting, it could assist them in the design of governance strategies and target systems, in the understanding of feedbacks and trade-offs between measures, in the monitoring of their effectiveness, in getting feedbacks on data quality and on prioritizing data collection.