Titelaufnahme

Titel
Die Seilbahn des Molybdänbergbaus unterhalb der Alpeiner Scharte : eine bautechnische Rekonstruktion / Michael S. Wartlsteiner
VerfasserWartlsteiner, Michael Simon
Begutachter / BegutachterinStadler, Gerhard
Erschienen2015
Umfang116 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Titelübersetzung des Autors: The ropeway for material transport below the Alpeiner Scharte, a structurally engineered reconstruction
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Rekonstruktion / Materialseilbahn / Bergbaubetriebes / Bauaufnahme
Schlagwörter (EN)engineered reconstruction / ropeway for material transport / mining project / building survey
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-85146 Persistent Identifier (URN)
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Die Seilbahn des Molybdänbergbaus unterhalb der Alpeiner Scharte [14.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit ist der Versuch einer historischen und bautechnischen Rekonstruktion einer Materialseilbahn, welche in den Kriegsjahren zwischen 1943 und 1945 im Tiroler Valsertal zum Zwecke des Molybdänabbaus erbaut, jedoch nie fertiggestellt und nach dem Ende des Krieges demontiert wurde. Grundlage für diese Arbeit bildeten verschiedene Quellen wie Aktenbestände aus verschiedenen Archiven, historisches Bildmaterial und die noch heute auffindbaren zahlreichen baulichen Überreste, welche vermessen und kartiert wurden. Mithilfe des umfangreichen auffindbaren Archivmaterials konnte sowohl die Planungsphase als auch die Bauphase, welche schon vor Fertigstellung beendet wurde, nachvollzogen und beschrieben werden. Die ersten Planungen und Bemühungen, eine Seilbahn als Verbindung zwischen dem hochalpinen Stollen und der Aufbereitungsanlage in Innervals zu errichten, verliefen im Sand oder waren für die Gegebenheiten im Valsertal nicht geeignet. Auch mehrfache Änderungen brachten keine messbaren Erfolge. Erst die Festlegung einer geeigneten Seilbahntrasse durch die Tiroler Landesplanung führte zum Bau der Materialseilbahn. Diese konnte dann aber nie fertiggestellt werden, da das Kriegsende eintrat und somit auch die Motivation für den Molybdänabbau verschwand. Sehr wesentliche Teile in den Stationen und entlang der Strecke fehlten. Die Gebäude der Talstation waren zwar fertig, wie weit der Ausbau und die Montage der technischen Ausstattung vorangeschritten waren, ist jedoch unklar. Entlang der Trasse waren die gesamten Streckenbauwerke größtenteils errichtet worden, es fehlten jedoch wichtige Teile beziehungsweise Arbeiten, wie zum Beispiel der Verguss der Fundamente sowie die Laufrollen und die Fangbügel für das Zugseil. Das Tragseil war laut Akten auf den Stützen und vorgespannt. Ob das Zugseil jemals geliefert oder aufgezogen war, ist nicht feststellbar. Es fehlten auch noch die gesamte Kleinmontage und die Feinjustierung an den Streckenbauwerken. Beim Kuppenübergang fehlten die Laufschienen für die Betriebsmittel sowie die Zugseilrollen. In der Bergstation fehlte wohl der gesamte Innenausbau und auch der Stationsvorbau war nicht vollendet. Mithilfe des vorhandenen Fotomaterials und der baulichen Überreste wurde eine Rekonstruktion der Materialseilbahn durchgeführt und in einem 3D-Programm nachgezeichnet. Das erstellte Modell umfasst neben der Rekonstruktion der Seilbahntalstation und Aufbereitungsanlage, dem Kuppenübergang und der Bergstation sämtliche Fundamente und die dazugehörigen Stützen. Aus dem virtuellen Modell wurde eine Animation erstellt, die einen Flug entlang der ehemaligen Seilbahn ausgehend von der Talstation zur Bergstation nachempfindet. Es ist ebenfalls möglich, den tatsächlichen Bauzustand vor dem Abtragen als auch den wahrscheinlich vorgesehenen Fertigzustand anzusehen. Die vorliegende Diplomarbeit umfasst folglich sowohl eine fast vollständige historische Analyse der Planungs- und Bauphase als auch eine bestmögliche Rekonstruktion der Materialseilbahn im Valsertal.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis focusses on the historical and architectural reconstruction of the material ropeway which was built in the Tyrolean Valsertal between 1943 and 1945 in order to mine molybdenum. It was, however, not finished and was dismantled at the end of World War II. The paper at hand is based on various sources like files from archives, historical pictures and the structural remains which were measured and charted. Based on the extensive archive material the phase of planning as well as the phase of construction - which remained incomplete - could be understood and described. The first planning phases and the efforts to build a material ropeway between the alpine tunnel and the processing plant in Innervals came to nothing or were not suitable for the local conditions. Various modifications also did not result in any measurable success. Finally the planning of a suitable location route lead to the construction of the material ropeway. However, it remained unfinished because World War II ended and the interest to mine molybdenum was lost. Essential parts along the route were missing. The building of the bottom station was finished, but to what extent the construction and the assembling of the technical equipment had progressed remains unknown. The structures along the whole route had been built, but important parts respectively pieces of work were missing. Examples are the grouting of the foundations, the castors and the safety devices for the howling rope. According to the files, the carrying rope was on the supports and stretched. Whether the howling rope had ever been delivered or fitted, could not be found out. Still missing were all the small assembly installations and the vernier adjustments at the buildings and structures along the route. At the hilltop transition the running rails for the operating supplies as well as the castors for the howling rope were missing. In the building at the summit station there were no interior fittings and the front porch/projection of the station building was incomplete. Based on the photo material and the architectural remains the material ropeway was reconstructed and illustrated in a 3D model. This model construction comprises the processing plant, the hilltop transition, the summit station and all the foundations and appropriate supports. From this virtual model an animation was created which simulates a flight of the former material ropeway from the bottom station to the summit station. Moreover, it is possible to see the actual state of construction before the dismantling of the material ropeway as well as a reconstruction of the probably planned finished state. This paper comprises a complete historical analysis of both the planning and the construction phase as well as the best possible reconstruction of the material ropeway in Innervals.