Titelaufnahme

Titel
Nur ein unsichtbares Gewässer : der Liesingbach und seine Bedeutung für die räumliche Entwicklung vom ländlichen Umland zur Peripherie der Stadt Wien / von Julia Leineweber
Weitere Titel
Only a hidden watercourse
VerfasserLeineweber, Julia
Begutachter / BegutachterinRaith, Erich
Erschienen2015
Umfang207 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Stadtmorphologie / Umweltgeschichte
Schlagwörter (EN)Urban Morphology / Environmental History
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-84109 Persistent Identifier (URN)
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Nur ein unsichtbares Gewässer [21.41 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Entlang der südlichen Grenze der Stadt Wien durchfließt der Liesingbach vom Wienerwald bis in die Ebene des Wiener Beckens verschiedene Landschaften, deren einst rurales Erscheinungsbild in seiner heutigen von suburbaner Bebauung und Verkehrsadern fragmentierten Form kaum mehr einen Zusammenhang zwischen dieser räumlichen Entwicklung und dem Wasserlauf selbst erkennen lässt. Neben der unabdingbaren Voraussetzung des natürlichen Vorkommens von Wasser für menschliche Ansiedelungen in der Frühzeit beeinflussten auch ergiebige Bodenvorkommen und andere Ressourcen die Entwicklung der Gegend, die sich durch den über die südlichen Ausfallstraßen der Stadt Wien stattfindenden Handel in wechselwirksamer Abhängigkeit mit der wachsenden Metropole befand. Zusätzlich zu dem Transfer von Nahrungsmitteln, gewerblichen und industriellen Produkten und Baumaterialien wurde die wachsende Anzahl an Verkehrstangenten auch zunehmend von den Städtern genutzt, die ihre beliebten Orte der Sommerfrische am Ufer des im Westen an den Wienerwald grenzenden Bereiches der Liesing aufsuchten. Das Wasser des Baches erfüllte also gleich mehrere, sich zum Teil widersprechende Funktionen. Einerseits diente es als ästhetisches Naturobjekt der städtischen Sommergäste und andererseits als Energielieferant für eine Vielzahl von Mühlen, gewerblichen und industriellen Betrieben sowie auch zu deren und der häuslichen Wasserversorgung und Abwasserableitung. Zusätzlich stellte der Bach aufgrund einer regen Wasserdynamik mit stets wechselnden Phasen von Überschwemmungen und Wasserarmut seine Nutzer und Anwohner vor die, besonders auf administrativer Ebene, anspruchsvollen Herausforderungen des Hochwasserschutzes und der Zuweisung von Nutzrechten. Die zu alledem erforderlichen funktionalen und präventiven Adaptierungen am Gewässer stehen in wechselwirksamem Zusammenhang mit den räumlichen Entwicklungen am Stadtrand, dessen Wahrnehmung und begriffliche Zuordnung über den betrachteten Zeitraum einen deutlichen Wandel durchlebt hat. In diesem Diskussionsfeld der sich in Auflösung befindlichen Dichotomie von Stadt und Land - sowie im weiteren Sinne von Kultur und Natur - nehmen die Gegend um den Liesingbach und das Gewässer als sozionaturaler Schauplatz stets räumliche und wahrnehmungsspezifische Zwischenpositionen ein, die den Schwerpunkt dieser umwelthistorischen Aufarbeitung bilden werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Following the present southern border of the city of Vienna, the rivulet Liesing crosses several types of landscape, which as nowadays mostly built and highly fragmented area do not provide an indication of the historical relation between the spatial development and the watercourse itself. Apart from the inevitable need of water for early human settlements, the region of the Liesing also provided rich resources, which allowed an early economic relation to the growing city of Vienna, whose trade infrastructure crossed the Liesing at several points. In addition to the transport of food, craft and industrial products as well as building material, the increasing number of traffic links to the south also served as the connection for the citizens of Vienna to visit their preferred area for Sommerfrische (summer-resorts) at the western shores of the river, located at the edge of Wienerwald. The water hence had different and partial contradictory functions like the support with hydro energy for mills and later on industry, as well as the sewage of their and the domestic wastewater. On the other hand it served as an aesthetic natural object for temporary urban emigrants. But the river did on his part ask further solutions of his users and the city and municipality administrations due to his dynamic nature characterized by a periodic change of flooding and water deficiency. The therefor required functional and preventive adaptations at the watercourse stand in continuous interaction with the spatial development at the border of the city, whose perception and notion changed immensely over the period of time observed in this thesis. In this ongoing discussion of the nowadays scrutinized dichotomy of rural and urban -or further natural and cultural - the area of the Liesing as well as the river itself as a socionatural site always had an interspatial and -perceptional position which will be the focus of this environmental historical reflection.