Titelaufnahme

Titel
Raumformen und Raumtypen im Kontext von Migration : Fokus: Remigration Marokko / von Lisa Mattanovich
VerfasserMattanovich, Lisa
Begutachter / BegutachterinLehner, Erich
Erschienen2015
Umfang135, XI S. : Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Migration / Remigration / Marokko
Schlagwörter (EN)migration / remigration / Morocco
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-81232 Persistent Identifier (URN)
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Raumformen und Raumtypen im Kontext von Migration [15.08 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zu einem 'Leitmotiv' des 20. und 21. Jahrhunderts geworden, nehmen Mobilität und Migration zunehmend Einfluss auf unsere gebaute Umwelt. Als ein weltumspannendes Phänomen ist es nicht mehr nur eine kleine 'Elite', die Erfahrung mit einer durch Mobilität geprägten Lebensweise sammelt. Immer mehr Menschen sind in mehreren Kulturräumen zu Hause, transnationale Identitäten und multikulturelle Lebenswelten entstehen. Prozesse kulturellen Transfers und damit die Verbreitung von Ideen, Einstellungen und Werten, werden durch die Migrationsbewegungen in Gang gesetzt. Aber nicht nur bei Immigration und Emigration, auch beim Tourismus oder kolonialen Herrschaften, gibt und gab es Kontakte zwischen Kulturen. Auch wenn Migration mit Charakteristika wie Mobilität, Entwurzelung und Unbeständigkeit in Verbindung gebracht wird, so ist sie doch durch ein Streben nach Stabilität und Sesshaftigkeit gekennzeichnet. Zwar scheint Architektur, mit ihrem beständigen, stabilen und dauerhaften Charakter, im Kontrast zu Migration zu stehen, doch lassen sich mehrere Bezugsfelder definieren, in denen die Wortpaarung Architektur und Migration thematisch aufeinander bezogen werden kann. Der Fokus auf Marokko und den arabischen Raum eröffnet die Möglichkeit, Berührungspunkte von Architektur und Migration zu beschreiben und zu analysieren. Vor allem ab dem 20. Jahrhundert können durch eine verstärkte Mobilität, beispielsweise zur Kolonialzeit oder der Moderne, interessante Beispiele aufgezeigt werden. Außerdem sind es neuere Migrationsprozesse, die ins Feld der Betrachtung fallen. Doch neben der Emigration - mit den damit verbundenen, häufig untersuchten, Auswirkungen auf die Zielländer - sind es interne Migrationsprozesse, Transitmigration und Immigration, aber vor allem die Einfl üsse auf das Auswanderungsland, die ins Blickfeld gerückt werden. Besondere Beachtung finden dabei die nordmarokkanischen Städte Nador und Tanger, die aus unterschiedlichen Gründen im Spannungsfeld von Migration stehen und in vielfältige Migrationsprozesse eingebunden sind. Der Fokus liegt dabei auf Gebäuden, die außerhalb des Einflusses von Architekten liegen, denn es '[-] entzieht sich die grosse Mehrheit aller Bauten dem Einfl uss von Architekten. Die Welt werde von Menschen und nicht von Architekten gebaut.' (Roesler 2013, S.11, nach Doxiadis, Konstantinos A.: Architektur im Wandel, Düsseldorf/Wien 1965, S.81ff., 181ff.)

Zusammenfassung (Englisch)

As one of the 'central topics' of the 20th and 21st century, migration and mobility are showing an escalating impact on our built environment. This global phenomenon is no longer limited to a small 'elite' able to gain experience with a lifestyle shaped by mobility. The number of people with access to different cultural regions is constantly growing; transnational identities and multicultural living environments are emerging around the globe. This encourages processes of cultural transfer and the dispersion of ideas, attitudes and values. However migration alone cannot account for the contact of cultures - in addition we must factor in tourism or historical factors such as colonialism. Although migration is often associated with mobility, rootlessness and instability, it is often - perhaps inevitably - also linked to a desire for stability and settledness. Architecture, with its permanent, solid and grounded character, seems to conflict the core concept of migration; however, different aspects of the word pairing architecture and migration can be described. The thesis focus on Morocco and the Arabian region offers the possibility to describe and analyse the relationship of these two - at first glance contradictory - terms. Since the 20th century in particular, a number of interesting examples can be identified. Increased mobility, for example during the colonial era or modernism, is alongside newer migratory processes one of the key issues discussed. Besides emigration - often linked to the, frequently analysed, impacts on destination countries - internal migration processes, transit migration and immigration, the main focus of the work is placed on effects of migration on migrant sending countries. The impacts of emigration, remigration and remittances are studied and analysed more closely in this context. Particular attention is paid to the urban areas of Nador and Tangier in Northern Morocco, both cities involved in multifaceted migratory processes and for different reasons experiencing conflicts tied to migration. The main focus is placed on buildings that are beyond the influence and control of architects, as a wide majority of structures withdraw from this impact and are designed and built by laymen.