Titelaufnahme

Titel
Die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Linz / von René Mathe
VerfasserMathe, René
Begutachter / BegutachterinMartens, Bob
Erschienen2014
Umfang121 S. : zahlr. Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache. - Literaturverz. S. 116 - 117
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Rekonstruktion / Synagoge / Virtuell / Denkmalpflege / Raumgestaltung / Synagogenrekonstruktion
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-70781 Persistent Identifier (URN)
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Die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Linz [11.87 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Ziel dieser Arbeit ist eine virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Linz. Wie so viele andere jüdische Gotteshäuser wurde sie in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, auch Reichskristallnacht genannt, vom NS-Regime devastiert und letztlich in Brand gesteckt. Dadurch wurde in Europa eine Unmenge an Kulturgut von fast unschätzbarem Wert zerstört. Bereits 1995 wurde in Darmstadt der Grundstein für die Rekonstruktion zerstörter Synagogen im europäischen Raum gelegt. 1998 wurde dieser Gedanke auf der Technischen Universität in Wien aufgenommen und mittlerweile konnte bereits eine beträchtliche Anzahl an Gebäuden virtuell rekonstruiert werden. Somit lässt sich zumindest ein kleiner Teil dieses verlorengegangenen Kulturgutes wieder zum Leben erwecken. Im ersten Teil dieser Masterarbeit wird der geschichtliche Hintergrund der Juden in Linz dokumentiert. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Entwicklung und der Architektur der Synagoge von 1877 bis 1938. Außerdem werden die historischen Entwicklungen der Kultusgemeinde, sowie das Fortbestehen nach der Zerstörung in Augenschein genommen. Obwohl die jüdischen Einwohner von Linz nie eine besonders große oder gar einflussreiche Gemeinde waren, wurde eine beeindruckende Synagoge in der Nähe des Linzer Stadtkerns errichtet. Bis zum Zeitpunkt ihrer Vernichtung galt dieser Sakralbau als Zentrum der oberösterreichischen jüdischen Glaubensgemeinschaft und im Jahr 1906 wurde sie sogar baulich erweitert. Die Synagoge wurde unter der Leitung der Oberösterreichischen Baugesellschaft im neoromanischen Stil errichtet. Architektonisches Vorbild war die Synagoge in Kassel. Ziel war es, den sozialen Stand der Juden in diesem Gebäude widerzuspiegeln. Die Sprache, Kleidung und Wohnverhältnisse der Juden unterschieden sich kaum noch von den Sitten des Christentums. Demnach war es auch legitim, eine Synagoge zu errichten, die auch eine christliche Kirche sein konnte. Der Baukörper wirkte nicht völlig fremdartig, schien aber trotzdem keinem anderen Gebäude in Linz zu ähneln. Kern der Arbeit war eine umfangreiche Dokumentation der vorhandenen Unterlagen und die möglichst detailgetreue Rekonstruktion der Synagoge. Das virtuelle Modell ist Teil eines größeren Gesamtprojektes und steht für eine weitere Bearbeitung zur Verfügung. Abschließend werden fotorealistische Abbildungen der Rekonstruktion erzeugt, um das Erscheinungsbild und den räumlichen Eindruck der Synagoge nachvollziehbar zu machen. Dadurch soll die Synagoge der heutigen Betrachtung zugänglich gemacht werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this project is a virtual reconstruction of the old synagogue in Linz. During the night from the 9th to the 10th of November 1938, the so-called "Reichskristallnacht", the NS regime destroyed and burnt many other Jewish synagogues and temples as well as the Linzer synagogue. Therefore a large number of cultural property of inestimable value was lost all over Europe. Already in 1995 the reconstruction of destroyed European synagogues and temples was started in Darmstadt. In 1998 the University of Technology in Vienna also joined this project and meanwhile quite a great number of buildings have been virtually reconstructed. By way of these efforts at least some parts of the lost cultural property could revive. In the first part of this thesis the historical background of the Jews in Linz is described. The main part is concerned with the development and the architecture of the synagogue from 1877 to 1938. Beside the historical development also the continuation of the Jewish community after the destruction is elaborated. Although the Jewish community in Linz has never had many members a rather impressing synagogue was built close to the centre of Linz. Until the destruction the building had been regularly used as a centre of the Upper Austrian Jewish community and in 1906 an extension was realized. The synagogue was built by the -Oberösterreichischen Baugesellschaft- in the Neo-Romanesque style based on the architecture of the Kasseler synagogue. The aim was to depict the reflection of the social status of the Jews. The language, the clothing and the living conditions of the Jewish people were not very different from those of Christian people. It seemed therefore legitimate to erect a synagogue which was not really -exotic-, although it was different from any other building in Linz. The main part of this project consists of an extensive documentation of the archival material that was retrieved and the development of the reconstruction of the Linzer Synagogue as detailed as possible. The 3D model is part of a larger project and is made available for further processing. In the final part of the project photorealistic illustrations of the reconstruction have been produced allowing to represent the appearance and the spatial impression of the synagogue. In this way the synagogue is expected to revive in a dedicated way.