Titelaufnahme

Titel
Frauenhäuser - Männergehöfte : traditionelle Bauweise und ihre Veränderung im Grasland Kameruns / von Elisabeth Waldherr
VerfasserWaldherr, Elisabeth
Begutachter / BegutachterinLehner, Erich
Erschienen2014
Umfang162 S. : zahlr. Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache. - Literaturverz. S. 149 - 153
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Traditionelle Architektur / Entwicklung Bauweisen / Kamerun
Schlagwörter (EN)traditional architecture / development of building types / Cameroon
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-70353 Persistent Identifier (URN)
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Frauenhäuser - Männergehöfte [11.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In meiner Diplomarbeit setze ich mich mit der traditionellen Bauweise der "Grasländer" im Westen Kameruns auseinander. Als "Grasländer" habe ich einige Ethnien zusammengefasst, die auf Grund ihrer Nachbarschaft und ähnlicher geographischer und klimatischer Bedingungen vergleichbare Bauformen entwickelt haben. Es sind dies die Bamiléké, die Baumum und die Bangwa. Zu Beginn vermittle ich einen Überblick über die bebaute Landschaft und die miteinander in enger kultureller Beziehung stehenden Chefferien, die kleinen, aber völlig unabhängigen "Königtümer". Da die traditionelle Bauweise eng mit der Kultur der Graslandbevölkerung verbunden ist, gehe ich für das bessere Verständnis etwas näher auf die sozialen "Dorf"- Strukturen ein. Die Rang, die ein Mann in der Hierarchie einer Chefferie einnimmt, hat großen Einfluss auf die Anlage, auf die Bauweise und besonders auf die Ausschmückung seines Gehöfts. Von besonderer Bedeutung ist die Anlage der Tsas, die Gehöfte der "Dorf"-Oberhäupter (Fons), die häufig dem gleichen Schema folgen und in verschiedene Bereiche unterteilt sind. Das ist der Marktplatz mit dem Eingangsbereich, das Frauenviertel, der halböffentlichen Platz mit dem großen Versammlungshaus, das Wohnhaus des Oberhaupts und der "Secret forest" mit den Bauten der "Geheimgesellschaften". Diese traditionelle Bauweise im sogenannten Grasland ist durch die Verwendung der vor Ort vorhandenen natürlichen Materialien, hauptsächlich Bambus, Raffia-Palmen und Gras einzigartig. Der zweite Teil behandelt diese traditionellen Baumaterialien, ihr Vorkommen und ihre Eigenschaften. Im dritten Teil beschreibe ich die Konstruktion und den Bauablauf bei der Errichtung eines traditionellen Gebäudes. Jetzt wird meist nur noch das große Versammlungshaus im traditionellen Stil errichtet, dem ich dann einen größeren Teil meiner Aufmerksamkeit widme. Im vierten Teil versuche ich die Ursachen und Beweggründe für die Änderungen zu ergründen, die zum Verlassen der traditionellen Bauweise in diesem Gebiet Kameruns geführt haben. Es sind dies vor allem die koloniale Besetzung, das Bevölkerungswachstum, der Mangel an Ressourcen, der Mangel an Wertschätzung, die neue Lebenseinstellung und Lebenserwartung. Der letzte Teil der Arbeit umfasst die Feldforschung, die sich auf die Dörfer Bandjoun, Foumban, Bamenda/Mankon und Bafut bezieht. In den Schlussfolgerungen begründe ich die Auswirkungen, die der totale Verlust dieser traditionellen Bauweise für die einheimische Bevölkerung, aber auch für uns alle hätte.

Zusammenfassung (Englisch)

In my diploma thesis I deal with the traditional design of the "grassfields" in the West of Cameroon. As the "grassfield folk" I have summarised some peoples that have developed similar structures due to their proximity and similar geographical and climatic conditions. These are the Bamiléké, the Baumum and Bangwa. At the beginning I give an overview of the built landscape and the, close cultural relationship to the Chefferies, small but completely independent "kingdoms". As the traditional design is closely connected with the culture of the "Grasfield" population, for better understanding I go into some more details on the social "village" structures. The stage that a man occupies in the hierarchy of a Chefferie has great impact on the system, the design and attention to the decoration of his homestead. Of particular importance is the complex of Tsas, the compounds of the "village" chiefs (Fons), often following the same pattern and divided into different areas. This is the market square with the entrance, the women district, the semi-public space with the large meeting house, the house of the chief and the "secret forest" with the buildings of the "secret societies". This traditional design in the so-called grasfields is unique due to the use of locally available natural materials, mainly bamboo, raffia palm trees and grass. The second part deals with these traditional building materials, their occurrence and qualities. In the third part, I described the design and construction process in the erection of a traditional building. Now only the large meeting house is usually built in a traditional style, to which I then dedicated a greater part of my attention. In the fourth part I try to fathom the causes and reasons for the changes that led to the abandonment of traditional construction methods in this area of Cameroon. These are mainly the colonial occupation, population growth, lack of resources, lack of esteem, the new way of life and life expectancy. The last part of the work includes a field research, which is related to the villages Bandjoun, Foumban, Bamenda / Mankon and Bafut. In the conclusions I explain the impact that would have a total loss of this traditional construction for the local population, but also for all of us.