Titelaufnahme

Titel
Der Aufstand der Dinge / von Rainer Steurer
VerfasserSteurer, Rainer
Begutachter / BegutachterinHohenbüchler, Christine
Erschienen2014
Umfang163 S. : überw. Ill.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache. - Literaturverz. S. [169] - [174]
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Produktion / Design / Alltag / Gebrauch / Wiederverwertung / Aufstand
Schlagwörter (EN)production / Design / daily routine / general use / re use / Rebellion
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-69075 Persistent Identifier (URN)
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Der Aufstand der Dinge [20.36 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Durch die Änderung ihrer Produktion hin zu immer komplexeren Produktionsstrukturen scheinen Güter unseres täglichen Gebrauchs bereits wie von Zauberhand hergestellt zu werden. Durch das zunehmende Verschwinden von kleinen und örtlichen Produktionsformen, in welchen Konsumierende einst noch direkten Einfluss auf die Entstehung dieser Erzeugnisse hatten, geschehen Produktionsabläufe heute in für uns nicht mehr durchdringbaren Prozessen. Haben die Dinge in der Art ihrer Produktion, ihres Tauschs und ihrer Verwendung nicht schon lange die Kontrolle über unsere Art zu Leben übernommen? Ist denn Der Aufstand der Dinge nicht schon längst passiert? Haben diese, weitgehend unbemerkt in den oft sehr undurchsichtigen Mechanismen wirtschaftsgesellschaftlicher Praktiken bereits die Herrschaft über unser Handeln und damit auch Denken übernommen? Der erste Teil der Arbeit umfasst die Geschichte der Herstellung von Produkten, ihres Konsums und der Art und Weise, wie sich die Wahrnehmung dieser Erzeugnisse über die Zeit verädert hat. Es werden das Abhängigkeitsverhältnis und die Wechselwirkungen zwischen uns und diesen Objekten beleuchtet und die Änderung der Produktionsweisen mit den einhergehenden Änderungen der Waren und des Konsumverhaltens analysiert. Das im zweiten Teil in einem praktischen Auseinandersetzen, einem Machen, entwickelte Verständnis soll dabei helfen, einen neuen Zugang zu den uns umgebenden Dingen zu erschließen. Einige Vertreter der neuen Aufständischen sowie ihr Weg dahin werden im Anschluss vorgestellt. Ziel der Arbeit ist einerseits einen neuen Zugang zum Produzieren und Konsumieren zu finden, welcher nicht im immer wiederkehrenden Kauf von noch nachhaltiger und umweltschonender erzeugten Produkten liegt, sondern in einer immer wiederkehrenden Neukonfiguration aus den Teilen der nicht mehr gewünschten: dem Metabolismus der Dinge. Das eigene Einbringen, wie zum Beispiel im Erkennen von nicht mehr Gewolltem, Kaputtem und gesellschaftlich definiertem Müll (vgl. M.Thompson, Mülltheorie) und obsoleszenten Produkten als Grundlage zur Schaffung von Neuem, als Möglichkeit einer Emanzipation des Individuums gegenüber einer immer verführenderen, größeren und abstrakteren Warenindustrie und als Möglichkeit der Emanzipation der Kreativität und Intuition einer zum Handwerk wieder ermutigten Gemeinschaft gegen ein generiertes und gesteuertes Konsumverhalten.

Zusammenfassung (Englisch)

Due to the gradual disappearance of small and local forms of production in which consumers once had direct influence on the formation of objects, production processes nowadays could not be surveyed by customers anymore and things seem to be prepaired as if by magic. In the way things are produced, traded and used it seems that they already have taken control of our everyday life. Has this Aufstand der Dinge already happened? Have those things, unnoticed by their customers, already taken control over the way we think and act? The first part of this work is stressing the history of the production of things, their consumation and the change of how we perceive things in everyday life. The second part focusses on a direct alteraction with things with the aim of developing a methodology for a new way on seeing things. In addition, some of this new objects will be presented. This work should provide a new and different approach on how things could be produced and consumed. This should not be archieved by a recurring purchase of more sustainable and environmentally friendly produced things, but in a recurring reconfiguration of things out of parts of no longer wanted products: a metabolism of the things. The personal engagement of customers, for example in recognizing the unwanted , broken and socially defined waste (see M.Thompson, The Ethics of Waste) as a chance and basis for the creation of something new, as a potential for an emancipation of the individual to a larger and more abstract industry and as a chance of emancipation of creativity and intuition of a re encouraged craft community against a generated and controlled consumer behavior.