Titelaufnahme

Titel
Wilhelmsburg, wohin des Weges? : die Auswirkungen der IBA Hamburg auf Transformationsprozesse in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel / von Katharina Stockinger
VerfasserStockinger, Katharina
Begutachter / BegutachterinWitthöft, Gesa
Erschienen2014
Umfang85, I S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache. - Literaturverz. S. 79 - 83
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Hamburg / IBA / Aufwertung und Gentrification / sozialräumliche Transformationen
Schlagwörter (EN)Hamburg / IBA / Gentrification / socio-spatial transformation
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-67246 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

"Gentrification" galt innerhalb der letzten Jahre als eines der wichtigsten Schlagwörter der Stadtplanung. Der langsame Austausch der Bevölkerung eines Stadtteils durch neue, finanzkräftigere Bevölkerungsgruppen war nicht nur eines der interessantesten Phänomene der letzten Jahrzehnte, sondern stellte auch Stadtregierungen vor ungeahnte neue Aufgaben. Mit dem zunehmenden Wettbewerb von Städten untereinander kam es immer öfter zu "Gentrification von oben", also der systematischen Aufwertung von benachteiligten Stadtteilen durch die Obrigkeiten. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Hamburg, die von 2006 bis 2013 auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel stattfand, hatte diesbezüglich mit zahlreichen Protesten und Kritiken aus der Bevölkerung zu kämpfen. Auf den Elbinseln waren davor jahrzehntelang kaum Investitionen getätigt worden, was zur Entstehung eines "Problemviertels" führte. Durch die IBA wurde dann innerhalb kurzer Zeit starkes mediales Interesse auf den Stadtteil gelenkt, unter anderem weil zahlreiche neue Wohnbauten errichtet wurden, deren Mietpreise weit über den Durchschnittspreisen im Viertel lagen. Mittels Interviews mit den SchlüsselakteurInnen rundum Wilhelmsburg und die IBA Hamburg wurde die Frage ergründet, ob die sich dort abspielenden Prozesse bereits als Gentrification einzuordnen sind und ob Verdrängungsprozesse stattfinden oder zu erwarten sind. Außerdem wurden Handlungsempfehlungen formuliert, die in anderen betroffenen Stadträumen adaptiert werden können, um Aufwertung ohne Verdrängung zu erreichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Aufwertung nicht unbedingt auch Gentrification heißen muss. In Stadtteilen wie Wilhelmsburg, in denen sich der Zustand von Wohnbauten und Infrastruktur weit unter den allgemeinen Standards befindet, kann Aufwertung auch als Ausgleichen des Substandards gesehen werden. Es sind auch schon eindeutige Veränderungen in der Einwohner- und Baustruktur ablesbar. Sollte es noch zu massiveren Verdrängungsprozessen kommen, müssen Möglichkeiten gefunden werden, diese Entwicklungen aufzufangen (zum Beispiel in Form von vermehrter sozialer Wohnbautätigkeit).

Zusammenfassung (Englisch)

"Gentrification" is considered to be one of the key words in urban planning matters over the last few years. The slow exchange from a neighbourhood's habitants to new, financially stronger residents was not only one of the most interesting phenomena of the last decades; it also confronted governments with unforeseen new problems. As the competition between different cities gained in importance, there were an increasing number of cases of "state-led gentrification"; the systematic upgrading of underprivileged neigbourhoods by the government. The International Building Exhibition (IBA) in Hamburg, which took place from 2006 to 2013 on the Elbe's islands Wilhelmsburg and Veddel, struggled with numerous protests and criticism concerning this matter. Over recent years, the low level of economic investment on the Elbe's islands, led to them becoming problematic areas. When the IBA started, media began to show interest in the area which in turn, attracted new investments in housing estates which pushed up rental prices much higher than the neighbourhood's average. Using interviews with the key protagonists around Wilhelmsburg and the IBA, this study aimed to address the key questions around the processes occurring in this area, and whether they could be described as gentrification, or whether displacement was already happening and was expected. Furthermore, a recommended course of action for similar cases was designed to achieve a neighbourhood's regeneration without people having to be displaced. The results show, that regenerating an area doesn't always mean gentrification. In neighbourhoods like Wilhelmsburg, where infrastructure and housing conditions are well below average, upgrading can be seen as adapting to the standards. There are, however, clear changes in the population and housing structure in Wilhelmsburg. If more explicit displacement processes are to happen in the future, a strategy must be established to absorb those developments (e.g. increased social housing activities).