Titelaufnahme

Titel
Reducing CO2 emissions in the passenger transport sector in Austria : a modelling approach with MARS Austria (MARS-Metropolitan Activity Relocation Simulator) / von Anna Mayerthaler
VerfasserMayerthaler, Anna
Begutachter / BegutachterinGünter Emberger
Erschienen2013
Umfang244 S. : zahlr. graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss.
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Personenverkehr / Verkehrsverhalten / Umweltbewusstsein / Elektromobilität / Kohlendioxidemission / Emissionsverringerung / Verkehrsmodell
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-66901 Persistent Identifier (URN)
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Reducing CO2 emissions in the passenger transport sector in Austria [13.55 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den letzten Jahrzehnten waren Verkehrsprobleme ein anhaltendes Thema, dessen Bedeutung sich im Kontext des Klimawandels durch die ständig steigenden CO2-Emissionen im Sektor Verkehr noch verstärkt hat. Der Sektor Verkehr ist nicht nur der Sektor mit den größten Steigerungsraten der letzten Jahre, sondern auch dem größten Anteil, an nationalen Treibhausgas Emissionen (Anderl, Freudenschuß et al. 2011). Nicht nur die Treibhausgas Emissionen steigen, sondern auch das Verkehrsverhalten entwickelt sich zunehmend in eine problematische Richtung. Laut dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie wird die Mehrheit der Fahrten in Österreich mit dem Auto zurückgelegt und der Anteil des motorisierten Individualverkehrs an den zurückgelegten Personenkilometern steigt seit 1990 (Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie 2012). Bis heute gibt es nur einen Modellierungsansatz in Österreich, um die Entwicklungen im Sektor Personenverkehr zu prognostizieren; die Verkehrsprognose 2025+. Die Notwendigkeit, in diesem Sektor CO2-Emissionen zu reduzieren und das Verkehrsverhalten in Richtung Umweltverbund (zu Fuß, Fahrrad, öffentlicher Verkehr) zu ändern sowie die Tatsache, dass bis heute nur eine einzige österreichische Verkehrsprognose dazu existiert, stellen die Argumente für eine weitergehende Forschung in diesem Bereich dar. In dieser Dissertation wird ein Modellierungsansatz für ganz Österreich entwickelt. Ziel ist, das Verständnis für Entwicklungspfade im Sektor Personenverkehr zu verbessern. Die Arbeit ist von folgenden Forschungshypothesen geleitet: (1) Es besteht Interaktion zwischen dem Transportsystem, den räumlichen Strukturen von Siedlungen und der Wirtschaft. Diese bilden ein dynamisches selbst-organisierendes System. (2) Nicht-motorisierte Verkehrsmittel sind ein essentieller Teil des Gesamtverkehrssystems und werden stark durch Siedlungsstrukturen beeinflusst. Sie müssen auch auf räumlichen Aggregationsebenen berücksichtigt werden, wo ihr Einfluss nicht offensichtlich ist. Methodisch wird der Ansatz von integrierten Modellen zur Darstellung von Siedlungsentwicklung und Verkehr (LUTI) gewählt. Das strategische Transport- und Landnutzungsmodell MARS (Pfaffenbichler 2003), welches in mehreren urbanen Fallstudien erprobt wurde, ist ein solches LUTI Modell. In dieser Arbeit wurde es weiterentwickelt und angepasst, um Gesamtösterreich abbilden zu können und die Auswirkungen von Transport- und Landnutzungs-Politikmaßnahmen für die Prognosebildung zu modellieren. MARS ist ein systemdynamisches Modell. Der große Vorteil dieser Modelle liegt in der Möglichkeit, unterschiedliche Systemgeschwindigkeiten, die bei Interaktionen zwischen dem Verkehrs- und dem Landnutzungssystem vorliegen, zu modellieren. Die primären Forschungsfragen dieser Dissertation lauten: (1) Welche Gesamteffekte auf das Verkehrsverhalten und die Entwicklung der CO2 Emissionen ergeben sich durch unterschiedliche Transport- und Landnutzungsszenarien sowie verschiedener Entwicklungspfade der Elektromobilität? (2) Welche Politikmaßnahmenkombinationen ermöglichen es, die Klimaziele des -Kyoto Protokolls- und europäischer Ziele wie dem -Weißbuch Verkehr 2011- oder der -Roadmap 2050- zu erreichen? Ausgegangen wird von einem -Business as Usual- Szenario, welches die Entwicklung über die Zeit ohne nennenswerte Eingriffe beschreibt. Anschließend werden verschiedene Politikszenarien entworfen. Zusätzlich, um die einzelnen Politikmaßnahmen hervorzuheben, werden zwei Szenarien entwickelt, die keinen technologischen Fortschritt (keine Veränderung der Flotte hinsichtlich Elektromobilität) enthalten. Das Bündel an Maßnahmen der Verkehrspolitik reicht von Preispolitik bis zu Eingriffen in die gebaute Infrastruktur. Diese unterscheiden sich je Szenario nach Stärke und Auswahl der Maßnahme. Die Raumplanungspolitik unterscheidet sich im Ausmaß je Szenario, betrifft aber immer folgende Komponenten: - Anteil von neuen Entwicklungen innerhalb/außerhalb der Siedlungseinheit - Ausmaß des Landverbrauchs - Lebendigkeit von regionalen Zentren (in schrumpfenden und wachsenden Gemeinden) Die Flottenentwicklung, die sich vor allem durch unterschiedliche Durchdringungsgrade von Elektromobilität unterscheidet, wird ebenfalls in verschiedenen Szenarien abgebildet. Es zeigt sich, dass die Flottenentwicklung (abhängig von der Durchdringung von Elektrofahrzeugen) und der Energiemix (größerer oder kleinerer Anteil erneuerbarer Energieformen) entscheidende Faktoren für die Entwicklung der CO2 Emissionen sind. Bei der Betrachtung des Verkehrsverhaltens zeigt sich, dass alleinstehende Verkehrspolitikmaßnahmen einen größeren Einfluss als Raumplanungspolitikmaßnahmen haben. Diese Arbeit führt vor Augen, dass eine rein technologische Veränderung der Flotte, mit der Annahme eines schnellen Anwachsens von erneuerbaren Energieträgern, die CO2 Emissionen signifikant reduzieren kann. Jedoch ergibt sich dadurch kein Einfluss auf das Verkehrsverhalten und damit keine Änderung in der Aufteilung auf die verschiedenen Verkehrsmittel in Richtung weniger energieintensiver Verkehrsmittel. Aus gesellschaftlicher Perspektive kann das nicht das gewünschte Ergebnis sein. Die städtischen Agglomerationen in Österreich wachsen, bei dem gleichzeitigen Ziel die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen. Dies scheint schwierig, wenn immer weniger öffentliche Fläche pro Person (auch Elektrofahrzeuge benötigen Platz) zur Verfügung steht. Deshalb sind Umgestaltungen der physischen Infrastruktur und die Zurverfügungstellung von mehr Flächen für umweltfreundliche Verkehrsmittel notwendig, um das Ziel erhöhter Lebensqualität in Städten zu erreichen. Elektrofahrzeuge stellen allerdings eine gute Alternative zur Erfüllung der täglichen Bedürfnisse in ländlichen Gebieten mit schlechten Bedingungen für den öffentlichen Verkehr dar. Die vorliegende Arbeit liefert einen Beitrag im Bereich der nationalen Verkehrs- und Landnutzungsmodellierung. Das entwickelte Modell ist fähig, verschiedene verkehrspolitische Maßnahmen, Raumplanungsmaßnahmen und verschiedene Entwicklungspfade der Elektromobilität im Sektor Personenverkehr zu modellieren. Die Forschungsarbeit liefert neue Erkenntnisse über die Effekte der verschiedenen Politikmaßnahmen auf die Entwicklung der CO2 Emissionen und des Verkehrsverhaltens.

Zusammenfassung (Englisch)

Concerns over transport problems have been a constant issue over the past decades and recently deepened in the context of climate change because of the ever-increasing transport related CO2 emissions. The transport sector is the sector not only experiencing the strongest growth over the last years but the sector with the biggest share in national GHG emissions compared to all other sectors (Anderl, Freudenschuß et al. 2011). Not only the CO2 emissions are in a steep rise but according to the federal ministry of transport innovation and technology, the majority of the trips in Austria are car trips and the share of private motorized transport of the total passenger kilometres travelled is increasing since 1990 (Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie 2012). To date there is just one modelling approach in Austria to forecast the developments in the passenger transport sector, which is the Austrian transport prognosis 2025+. The necessity in CO2 reduction and changing the transport behaviour towards eco friendly modes and the existence of a single prognosis so far clearly make the case for further research in this area. In this thesis a modelling approach for the whole territory of Austria is used to improve the understanding of development paths for the passenger transport sector. The work is guided by to research hypothesis: (1) There is interaction between transport, the spatial structure of settlements and the economy forming a dynamic self-organising system. (2) Non-motorized modes are an essential element of the transport system and are strongly influenced by settlement patterns. Due to spatial linkages, they have to be considered even at higher spatial levels where their influence is not intuitively apparent. From a methodological point of view land-use/transport interaction (LUTI) modelling is chosen. The strategic land-use/transport interaction model MARS is such a LUTI model (Pfaffenbichler 2003), applied on a series of urban case studies. In this thesis it has been developed further to use it for the whole territory of Austria and to model the impacts of transport and land-use policies on a national scale in a forecasting approach. MARS is a system dynamics model with the main feature to model different system speeds, which occur in the interrelations between the transport and the land-use system. The main research questions raised are: (1) What are the overall effects of different transport and land-use policy scenarios and different development paths of electric mobility on transport behaviour and CO2 emissions on a national scale? (2) Which policy combinations enable to reach the set targets in the -Kyoto protocol- and European targets like in the -White Paper 2011- and the -Roadmap 2050-? Starting from a -business as usual- scenario, which depicts the development over time without any substantial changes, different policy scenarios are developed. In addition, to single out the separate policies, two scenarios are developed where no technological progress (concerning the fleet development) is taking place. The set of transport policies cover pricing measures as well as physical measures and differ in magnitude and selection of policy. The land-use policies implemented differ in magnitude but consist of the following components: - Share of new developments taking place within or outside the settlement entity - Amount of land consumption - Liveliness of town centres (shrinking and growing municipalities) For the fleet development also different scenarios are developed, differing whether and how electric vehicles gain acceptance. It becomes apparent that the fleet development (whether there is a strong shift towards electric cars) and the energy mix (high shares of renewables or not) for the production of electricity supplying the E-cars, is a crucial factor in influencing CO2 emissions. Taking the transport behaviour into consideration, stand-alone transport policies seem to be more influential than stand-alone land-use policies. The thesis shows that a pure shift in technology with the assumption of a fast change of energy supply towards renewable energy would significantly decrease CO2 emissions, but would not influence the transport behaviour towards less energy consuming modes. From a societal perspective this might not be the desired outcome taking into consideration that the urban agglomerations in Austria are growing. Keeping the quality of living at a high level while reducing the availability of public space per person (because also E-cars consume public space) is difficult. Therefore changes in physical infrastructure and more public space for the environmentally friendly modes will be necessary to fulfil the task of increasing the quality of living in cities. Electric cars might be a good alterative in rural regions where the conditions for public transport are less favourable for enabling people to fulfil their daily needs. The thesis provides added value in the field of national transport/land-use modelling. The developed model is capable of modelling different transport and land-use policies as well as different development paths for electric vehicles. The research carried out gives insights into the effects of divers transport and land-use policies on the development of CO2 emissions and the transport behaviour in Austria.