Titelaufnahme

Titel
Urban Gardening : ein Instrument der nachhaltigen Stadtentwicklung? / von Marlies Fellinger
VerfasserFellinger, Marlies
Begutachter / BegutachterinGiffinger, Rudolf
Erschienen2014
Umfang126 S. : Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)urbanes Gärtnern / nachhaltige Stadtentwicklung
Schlagwörter (EN)urban gardening / sustainable urban development
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-62681 Persistent Identifier (URN)
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Urban Gardening [12.02 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Stadt Wien unterstützt die Entstehung von Urban Gardening bereits auf vielfältige Weise. Von den Magistraten wird Urban Gardening in Form von Geld- und Sachleistungen gefördert, Gebietsbetreuungen, die Lokale Agenda 21 sowie Wohnpartner unterstützen Initiativen bei der Gründung eines urbanen Gartens und übernehmen einen wichtigen Part in der Prozessbegleitung. Die Magistratsabteilungen, die offiziell mit Stadtplanung betraut sind, befassen sich jedoch nicht oder nur peripher mit Urban Gardening. In einigen Planungsdokumenten wird Urban Gardening zwar als erstrebenswert festgehalten, es werden jedoch keine genaueren Angaben über Erwartungshaltung, geeignete Orte oder nötige AkteurInnen gemacht. Der Grund, warum Urban Gardening überhaupt gefördert wird, ist eher das Reagieren auf gesellschaftliche Forderungen als das bewusste einsetzen von Urban Gardening. Dies ist insofern überraschend, weil Urban Gardening als durchaus geeignet erscheint, eine nachhaltige Stadt- entwicklung zu erreichen. Urban Gardening erfüllt zahlreiche ökonomische, ökologische wie soziale Funktionen. Außerdem ist Urban Gardening gut dazu geeignet, Partizipation und Beteiligung auf Stadtteileben zu erreichen. Das Engagement von BürgerInnen für ihren Stadtteil, welches in einem kooperierenden und aktivierenden Staat durchaus erwünscht ist, wird dadurch angeregt. Daher könnte und sollte es auch von der Stadtplanung bewusst initiiert werden, um das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu erreichen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass Urban Gardening nicht zu reinen Konsumationsprojekten wird, sondern immer ein hohes Maß an Eigenengagement und erantwortungsübernahm durch die NutzerInnen selbst notwendig bleibt. Für das Funktionieren eines urbanen Gartens ist vor allem eine gute Prozessbegleitung durch möglichst unabhängige Partner notwendig, sowie ein Aushandlungsprozess auf Augenhöhe zwischen Politik, Verwaltung und BürgerInnen. Anforderungen an die Stadtplanung sind einerseits, Flächen für Initiativen durch BürgerInnen freizuhalten und eine individuelle Gestaltung möglich zu machen, anderseits auch Grünflächen, die in dicht bebauten Stadtgebieten zur Erholungsnutzung nötig sind, freizuhalten. Das Förderschema, das derzeit das erste Projekt pro Bezirk fördert, sollte überarbei tet werden und an anderen Kriterien wie Gestaltung, Offenheit und Zusatzfunktionen berechnet werden. Pauschale Anforderungen sind nicht sinnvoll. Urban Gardening bedeutet auch, multifunktionale und individuelle Orte zu schaffen, die mehr können als nur Gemüseanbau zu ermöglichen. Für die Stadtplanung Wiens sollte Urban Gardening eine Ergänzung zu bestehenden Instrumenten sein, ein möglicher Weg, um nachhaltige Stadtentwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen.

Zusammenfassung (Englisch)

In 2010, the City of Vienna started supporting urban gardening in diverse ways. Since then, Municipal Departments provide project initiatives both with financial and material resources. And local district services, such as "Gebietsbetreuung", "Lokale Agenda 21" and "Wohnpartner", support urban gardening projects with finding an appropriate plot, the process of forming a group and, when needed, the prevention of conflicts. Many of the existing projects were also initiated by the city itself. Hence, the level of institutionalisation is rather high. Nevertheless, the urban planning department's interest in the numerous evolving urban gardening projects all over Vienna doesn't seem to rise. Although urban gardening is mentioned in official planning strategies as desirable, there are no statements specifying actors, sites, dimensions or other expectations towards urban gardening projects. It seems they are rather following a global trend than consciously using the manifold benefits of urban gardening for urban development. This is astonishing, insofar as various economic, ecological and social functions of urban gardening make it an appropriate tool for achieving sustainable urban development goals. Moreover, urban gardening supports people in realizing their own initiatives and enhancing personal commitment of citizens to their urban environment, as promoted in a cooperative and enabling state. Therefore, this thesis states that the urban planning department should encourage urban gardening in order to foster sustainable urban development. It must keep urban areas free for individual use and individual design, but at the same time maintain important public green areas for recreational use. However, it may not be made too easy for citizens to build an urban garden, since assuming responsibility and a high degree of self-commitment are necessary for the success of such projects. Thus, the criteria for financial funding should be changed according to principles of design, public access and possible additional functions. Besides, a sound guidance during the developing process as well as dialogs between citizens, politicians and city administration on equal level are crucial.