Titelaufnahme

Titel
Past and possible future of economic firm level data analysis / von Alexander Preuss
VerfasserPreuss, Alexander
Begutachter / BegutachterinHanappi, Gerhard
Erschienen2012
UmfangIX, 81 S. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)firmenstruktur / firmengröße / firmenwachstum / globalisierung / produktivität
Schlagwörter (EN)firm structure / firm size / firm growth / growth limiting factors / globalization / productivity / firm survival / firm death
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-61050 Persistent Identifier (URN)
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Past and possible future of economic firm level data analysis [4.71 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Unternehmensgröße und Unternehmenswachstum sind bedeutende Faktoren, welche die Beschäftigungssituation und somit grundlegende Lebensbedingungen vieler Menschen auf derWelt beeinflussen. Um valide ökonomische Vorhersagen und Politikempfehlungen treffen zu können ist es notwendig, die Ursachen für Unternehmensgründungen, Unternehmenswachstum und Unternehmensschließungen zu untersuchen.

Der erste Teil dieser Arbeit behandelt Teile der bisher existenten Literatur zu Unternehmensgröße und Unternehmenswachstum. Behandelt wurden die grundlegende Arbeit von Robert Gibrat und das von ihm beschriebene Konzept des Law of Proportional Effect; der von Herbert Simon weitereintwickelte Ansatz des Bound Approach; Erklärungsansätze aufgrund von Lern- Modellen durch Jovanovic sowie eine bedeutsame zusammenfassende Arbeit von John Sutton.

Auf Grundlage dieser theoretischen Konzepte wurden im zweiten Teil verschiedene empirische Studien zu wichtigen Einflussfaktoren auf Unternehmensgröße und Unternehmenswachstum besprochen. Die erste behandelte Studie prüfte die Gültigkeit des proportionalen Gesetzes von Gibrat anhand europäischer, multinationaler Konzerne und fand diesbezüglich keine Bestätigung sondern zeigte stattdessen einen negativen Zusammenhang zwischen Unternehmensalter und Unternehmenswachstum. Im zweiten behandelten Themengebiet wurde auf Grundlage von Studien portugisischer und italienischer Unternehmen die Schrägheit der Größenverteilung von Unternehmen gezeigt, welche sich mit zunehmendem Unternehmensalter reduziert.Weiters wurde gezeigt dass finanziell Beschränkungen am stärksten junge Unternehmer betreffen, und betroffene Unternehmen durchschnittlich weniger Mitarbeiter und geringeres Wachstum aufweisen.

Das dritte Themengebiet behandelt die wichtigen Einflussfaktoren Globalisierung und Produktivität, sowie zugehörige Konzepte wie komparativer Vorteil, monopolistische Konkurrenz, Import/Export, ausländische Direktinvestitionen und Fusions- und Übernahmegeschäfte.

Es wurde gezeigt dass Marktintegration und Globalisierung zu einer Reduktion der Unternehmenszahl führt, den Wettbewerb steigert sowie höhere Ansprüche an die Produktivitätsniveaus einzelner Firmen stellt. Weitere Studien diskutierten den Einfluss von Lern- und Selektionsmechanismen auf Produktivitätsniveaus und das daraus resultierende Import- und Exportverhalten von Unternehmen. Die Einflussfaktoren und Zusammenhänge bezüglich Unternehmensgröße und Unternehmenswachstum wurden abschließend in einer umfangreichen Tabelle am Ende des Kapitels zusammengefasst.

Das letzte Kapitel wendete die eingeführten theoretischen Konzepte und die in den empirischen Studien beschriebenen Zusammenhänge auf verfügbare OECD und Eurostat Datenquellen an. Hierfür wurden Variablen der verschiedenen Datenquellen herangezogen um neue Auswertungen zu Unternehmensgröße und Unternehmenswachstum zu generieren. Produktivitätsberechnungen anhand der OECD Datenbank Structural Demographic Business Statistic wurden berechnet und zeigten gewichtige Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern, zwischen Sektoren als auch zwischen unterschiedlichen Unternehmensgrößenklassen auf. Weitere Auswertungen stellten die Schiefheit der Unternehmensgrößenverteilung dar, welche ebenfalls durch deutliche sektorale Unterschiede charakterisiert ist.

Anhand von Daten der Eurostat wurden die fünfjährigen Überlebensraten verschiedener europäischer Länder gegenübergestellt und mit Wachstumsdaten und der Gesamtzahl der Firmen ergänzt dargestellt. Im Abschluss der Arbeit wurde eine 25 000 Unternehmen umfassende Eurostat Umfrage aufbereitet welche aufzeigt, dass der allgemeine ökonomische Ausblick für mehr als 20% der europäischen Firmen als einer der größten wachstumshemmenden Faktoren zwischen 2010 und 2013 bewertet wird, gefolgt von Preiswettbewerb/geringe Gewinnmargen; Eingeschränkter Nachfrage im lokalen Markt sowie hohen Lohnkosten. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der behandelten theoretischen und empirischen Studien und zeigt mögliche Ansätze für zukünftige Forschung auf.

Zusammenfassung (Englisch)

Firm size and firm growth rates are important economic measures which affect people's live around the world. The reasons for firm entry, growth and exit are influencing employment levels, their understanding is therefore crucial to make economic predictions and give policy advices.

This thesis reviewed in a first step the existing literature on firm size and growth. The basic work of Robert Gibrat on the Law of Proportional Effect was discussed, as well as several other explanatory approaches like the Bound approach by Herbert Simon, the learning model of Jovanovic and a popular paper summarizing the historical literature by John Sutton.

Provided with the theoretical foundation, empirical studies on important influencers on firm size and growth were introduced. First, a study on European multinational firms showed that firm size has a negative impact on growth and thus do not support Gibrat's law of proportional effect. It further showed that firm age has a negative impact on growth and that growth rates differ between industries. Second, studies performed on Portuguese and Italian firms also did not support Gibrat's law, showing a highly right skewed distribution which gets flatter with firm age.

Furthermore, it was shown that financial constraints are strongest for young entrepreneurs as well as for young firms, that financially constrained firms have on average less employees and show a lower growth rate than firms that are not financially constrained.

Third, the important fields of globalization and productivity, related to concepts of comparative advantage, monopolistic competition, import/export, foreign direct investment and M&A were discussed in detail. It was shown that an integrated (globalized) market leads to a reduction in the total number of firm, to increased competition and thus higher requirements on the productivity levels of individual firms. Further empirical studies showed that selection and learning effects account for observed import and export patterns, showing that according to a firm's productivity level, different trading strategies are chosen. All potential influencers of firm size and growth that were introduced were summarized in a comprehensive table at the end of Chapter 3.

The last chapter of this work applied the introduced concepts and potential influencers to existing OECD and Eurostat data sources. Available variables of several data sources have been reviewed and were used to perform new analysis on firm size and growth.

Productivity calculations based on the OECD Structural Demographic Business Statistics data base outlined that productivity levels across Europe are highly heterogeneous, also differing by firm size classes and sectors. Furthermore, the OECD data showed that the size distribution for various sectors is highly right skewed, again showing notably differences between the sectors. Eurostat data were used to calculate firm survival rates across European countries, showing that the one- to fiveyear survival rates differ strongly between countries. Finally, the work covers future economic perspectives. Therefore an Eurostat survey, including 25 000 firms in 20 member states, was used to show that in total more that 20% of the polled firms stated that the 'general economic outlook' will be one of their top-five growth limiting factors between 2010 and 2013, followed by Price competition/small margins; Limited demand in the local/domestic markets and High cost of labour. The work concludes by linking and summarizing the introduced concepts and studies, pointing out difficulties and possible directions of future research.