Titelaufnahme

Titel
A Grätzel: a signifier of a Viennese microcosm : on the relation between local economic practices and the strategic construction of added meaning / Johanna Aigner
VerfasserAigner, Johanna
Begutachter / BegutachterinKnierbein, Sabine
Erschienen2013
UmfangV, 62, I Bl. : Ill.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Mag.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Grätzel / Wien / signifier / Bedeutungsproduktion / Alltagsleben / lokale ökonomische Praktiken / soziokulturelle Begegnungen / Affekt / strategische Konstruktion von Bedeutung / Produktion von Raum
Schlagwörter (EN)Grätzel / Vienna / signifier / production of meaning / everyday life / local economic practices / socio-cultural encounters / affect / strategic construction of meaning / production of space
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-56733 Persistent Identifier (URN)
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A Grätzel: a signifier of a Viennese microcosm [12.7 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit geht der Rolle von Nachbarschaftsgeschäften in der diskursiven Formung anhand zweier Linien nach: Der Bedeutungsproduktion durch lokale ökonomische Praktiken als unabsichtlicher, langsamer Prozess und der strategischen Konstruktion von Bedeutung. Unter dem Einfluss globaler Marktkräfte hat sich die eigentliche Bedeutung von Nachbarschaftsgeschäften verändert: Sie haben zwar einen Teil ihres Status als wichtige Knotenpunkte für Produktion und Tausch behalten, ihre Wahrnehmung jedoch hat sich geändert, da ihr Wachstum an symbolische Ökonomie geknüpft ist. Tatsächlich werden lokale ökonomische Praktiken zunehmend mittels diskursiver imaginaries gestützt. Diese Arbeit versteht signifier als ein Mittel um diskursiv konstruierte imaginaries zu kommunizieren, welche mit der Post-Fordistischen Konstruktion von Bedeutung durch emotionale Symbolisierung verbunden ist, wodurch den Defiziten des Fordistischen, funktionsgeleiteten Städtebaus (vermeintlich) entgegengewirkt wird, indem einladende, handelszentrierte Orte (meaningful places) geschaffen werden für eine neu entstehende Klasse von wohlhabenden, aber wählerischen Konsumenten.

Alltagspraktiken zusätzliche Bedeutung und symbolischen Wert zuzuschreiben, vor allem lokale Ökonomien und nachbarschaftliche Begegnungen betreffend, kann diskursiv bis in die 1960er Jahre zurückverfolgt werden, als Alltagspraktiken Teil urbaner imaginaries, zu Gegensätzen Fordistischer Entwicklungsschemata wurden. Alltägliches Leben betrifft tägliche wirtschaftliche, kulturelle, soziale und politische Praktiken im Stadtraum in Beziehung zu konkreten Strategien von Akteuren, die sich im Raum (oder über den Raum) herausbilden.

(Spätestens) Seit sich der Interessensbereich unterschiedlicher Akteure hin zu einer Behandlung multipler Dimensionen von Raum ausgeweitet hat, sind Materialitäten epistemologisch mit anderen Aspekten alltäglichen Lebens verflochten. In einem Spiel, in dem verschiedene Akteure danach streben an der (Re-)Produktion von Raum und die Konstruktion von zusätzlicher Bedeutung aktiv teilzuhaben, wurde ebendiesen alltäglichen Praktiken symbolischer Wert zugeschrieben (indem, zum Beispiel, die eigentlich gleiche Handlung des Einkaufens in einem lokalen Geschäft eine andere Bedeutung mit sich trägt, als der Einkauf bei einer Supermarkt-Kette nebenan). Diese Arbeit legt den Fokus auf die Beziehung zwischen inkrementeller Bedeutungsproduktion und strategischer Konstruktion zusätzlicher Bedeutung indem ein Blick auf einen Wiener Mikrokosmos geworfen wird: Nämlich auf ein Grätzel und dessen lokalen ökonomischen Praktiken.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis traces the role of neighbourhood shops in the discursive shaping of a Grätzel along two lines: production of meaning through local economic activities as an unintentional slow process, and the strategic construction of meaning. Under the influence of global market forces the very role of neighbourhood shops has changed: They have retained (a part of) their status as important nodes of production and trading, yet their perception has changed as their growth has been bonded with symbolic economy. Effectively local economic practices have increasingly been sustained by means of discursive imaginaries. This thesis understands signifiers as a means of communicating discursively constructed imaginaries, which is linked to post-Fordist construction of meaning through affect as symbolic value, thus offsetting deficiencies of the Fordist, function-lead urban design in providing appealing spaces of consumption (meaningful places) for a new emerging class of affluent, but selective consumers. Attributing added meaning and symbolic value to everyday practices, mostly related to local economies and neighbourhood encounters, could discursively be traced back as far as the 1960s, when everyday practices have become a part of urban imaginaries opposing Fordist development schemes. Everyday life concerns everyday economic, cultural, social, political practices in a city's space in relation to concrete actors' strategies that evolve in or about space. As the scope of interest of various actors has expanded to cover multiple dimensions of space, materialities have been epistemologically interwoven with other aspects of everyday life. Everyday practices and thus local economic practices have been attributed symbolic value (where, for example, the very same act of shopping in a local shop carries different meaning than shopping in a chain market next door) in the game in which various actors actively seek to get involved in the (re-)production of space and the construction of (altered) meaning. This thesis puts focus on the relation between incremental production of meaning and strategic construction of added meaning by taking a look at a Viennese microcosm:

A Grätzel and its local economic activities.