Titelaufnahme

Titel
GESTU - Evaluierung von technischen Hilfsmitteln zur Förderung Studierender mit Hörbehinderung im österreichischen tertiären Bildungssektor und Einführung geeigneter Technologien an der TU Wien / von Werner Hans Josef Nemecek
VerfasserNemecek, Werner Hans Josef
Begutachter / BegutachterinZagler, Wolfgang
Erschienen2013
UmfangXI, 140 Bl. : Ill.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)GESTU / gehörlos / schwerhörig / hörbehindert / studieren / Respeaking / Lehrveranstaltungsaufzeichnung / Untertitel / technische Hilfsmittel / Fachgebärden
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-56710 Persistent Identifier (URN)
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GESTU - Evaluierung von technischen Hilfsmitteln zur Förderung Studierender mit Hörbehinderung im österreichischen tertiären Bildungssektor und Einführung geeigneter Technologien an der TU Wien [11.57 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der von Juli 2010 bis Juli 2012 durchgeführte Modellversuch GESTU (Gehörlos erfolgreich studieren an der TU Wien) hatte es zum Ziel bestehende Hürden für gehörlose sowie schwerhörige Studierende abzubauen. Das sollte nicht nur mit klassischen Mitteln ermöglicht werden, sondern auch unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel. Dazu wurden zu Beginn des Projekts die gängigen Methoden zur Unterstützung hörbehinderter Studenten/-innen erfasst und in der Diplomarbeit von Hattinger [Hat11] dokumentiert. Ausgehend von seinen Empfehlungen wurden im Zuge der Arbeit die vielversprechendsten Methoden ausgewählt und im laufenden Lehrveranstaltungsbetrieb an den Wiener Universitäten erprobt und evaluiert.

Das am häufigsten eingesetzte technische Hilfsmittel war die Aufzeichnung der Gebärdensprachdolmetscher/-innen in den Lehrveranstaltungen. Bei der Erprobung der verschiedensten Durchführungs- und Einsatzmöglichkeiten und besonders bei der sehr positiven Bewertung durch die hörbehinderten Studierenden zeigte sich der oftmals nicht sofort ersichtliche Beitrag zum Abbau von bestehenden sprachlichen Barrieren.

Eine Vorlesung kann jedoch nicht nur durch Simultandolmetschern/-innen sondern auch durch den Einsatz von Untertiteln zugänglich gemacht werden. Es existieren verschiedene Techniken, mit denen sie in Echtzeit erstellt werden können. Bisher wurde noch keine im Alltagsbetrieb im österreichischen tertiären Bildungssektor eingesetzt wurde. Eine der Erzeugungsmethoden ist das sogenannte Respeaking, dass auch während des GESTU Projekts mit großem Erfolg erprobt wurde. Es zeigte sich nicht nur die grundsätzliche Einsetzbarkeit in bestimmten Lehrveranstaltungstypen an den Wiener Universitäten sondern auch, dass es damit den hörbehinderten Studierenden möglich war, dem Inhalt der Vorlesungen zu folgen.

Bei den Aufnahmen ist es auch möglich die Untertitel nachträglich hinzuzufügen. In diesem Zusammenhang ist die automatische und kostengünstige Erstellung durch Spracherkennungssoftware interessant.

Daher wurde im Zuge der Diplomarbeit versucht, ein sprecherunabhängiges Spracherkennungssystem für den österreichischen Dialekt zu trainieren und somit zur Transkription von Lehrveranstaltungen einsetzbar zu machen.

Der letzte Schwerpunkt der Arbeit war die Konzeptionierung einer Plattform zur Sammlung von Fachgebärden. Durch die Einbindung in die diversen Aktivitäten des GESTU Projekts zur Sammlung von Gebärden konnte schnell ein verhältnismäßig großer Grundstock an Einträgen gesammelt werden. Bei der Verwendung zeigten sich trotz der erfolgreichen Umsetzung einige Schwächen in den gewählten Lösungsansätzen, aber auch bereits mögliche Verbesserungen. Durch die Erprobung der ausgewählten technischen Hilfsmittel konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen und ein Beitrag zum Abbau bestehender Barrieren für hörbehinderte Studierende an den Wiener Universitäten geleistet werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The pilot project GESTU ("Gehörlos erfolgreich studieren an der TU Wien", in English "Successful Deaf Studies at the Vienna University of Technology") lasted from June 2010 until July 2012 and was initiated to enable more access to studies, for hard of hearing and deaf students.

Using classical methods such as interpreters using sign-language was one way to achieve this goal. The other, was the usage of technical aids.

Hattinger gathered the common aids for hearing impaired students in his thesis [Hat11] at the beginning of the project. Based on his work the most promising technical aids were chosen and tested in courses at universities in Vienna. Afterwards every method was evaluated in cooperation with the hard of hearing and deaf students participating in the GESTU project.

Lecture capture - focusing on the sign language interpreters - was the most used technical aid. During the course of the experiments various applications and realizations of this method were tested. When asked to judge deaf students generally viewed the quality of services as "very good". Additionally, some were able to point out further, not immediately obvious, contributions that had helped to diminish existing language barriers.

Using subtitles is another way of making a lecture in tertiary education more accessible for hard of hearing or deaf students. There are currently various methods for creating them in real-time, but none of these were used in courses so far. One of these is the so called respeaking technique which was tested with great success during the GESTU project. The evaluation showed the possible use of respeaking in everyday lectures and allowing hearing impaired students to follow the topics of the courses.

With respeaking creating subtitles in real-time is one option. Another is generating them for a lecture recording. Utilizing speech recognitions to accomplish this, in an automatic and costefficient way, is very appealing. Therefore, attempts were made to train a piece of software to achieve good results for the Austrian dialect of the German language when creating subtitles for recorded lectures.

The last focus of this thesis was planning and designing an internet platform for gathering, discussing and searching for missing signs for scientific expressions. The integration of the so called "GESTU Fachgebärden Wiki" into the various activities around missing signs for scientific expressions in the GESTU project allowed the collection of a relatively large amount of entries. Despite the successful realization the use of this platform showed some flaws in the chosen approach, but also, some possible improvements to fix them.

Finally the experiments with the selected technical aids allowed some important insights and contributed to make lectures at the universities in Vienna more accessible for hard of hearing and deaf students.