Titelaufnahme

Titel
The development of a user-focused knowledge base for goal-oriented solid waste management through action research case study Busia, Uganda / von Jakob Lederer
Weitere Titel
Die Entwicklung einer nutzerfokussierten Wissensbasis für zielorientierte Abfallwirtschaft durch Aktionsforschung am Fallbeispiel Busia, Uganda
VerfasserLederer, Jakob
Begutachter / BegutachterinBrunner, Paul Hans
Erschienen2013
UmfangVIII, 310 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2013
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Wissensbasis / Abfallwirtschaft / Aktionsforschung / Stakeholderbeteiligung / Uganda / Stoffflussanalyse
Schlagwörter (EN)knowledge base / waste management / action research / stakeholder participation / Uganda / material flow analysis
Schlagwörter (GND)Uganda <Ost> / Abfallwirtschaft / Stoffflussanalyse / Wissen / Aktionsforschung
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-56120 Persistent Identifier (URN)
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The development of a user-focused knowledge base for goal-oriented solid waste management through action research case study Busia, Uganda [9.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Entstehung moderner Abfallwirtschaft in den Industrieländern brachte ein solides Wissen und Methoden zu dessen Herstellung hervor.

Der Theorie der nachholenden Entwicklung entsprechend können Entwicklungsländer dieses Wissen nun zur Lösung ihrer abfallwirtschaftlichen Herausforderungen verwenden, wodurch auch die Notwendigkeit für sie entfällt, eigenes Wissen zu generieren. Beispiele von Abfallprojekten aus Entwicklungsländern zeigen jedoch den geringen Erfolg dieses Ansatzes, was unter anderem daran liegt, dass das aus den Industrieländern importierte Wissen oft nicht dem Bedarf der lokalen Wissensnutzer entspricht. Daraus leitet sich die Frage nach dem Wissen, das notwendig ist, um Abfall speziell in Entwicklungsländern zielorientiert bewirtschaften zu können, ab. Das Ziel dieser Arbeit ist daher ein methodischer Ansatz zur Entwicklung einer nutzerfokussierten abfallwirtschaftlichen Wissensbasis, speziell in Entwicklungsländern.

Im ersten Teil der Arbeit wird anhand einer historisch-heuristischen Untersuchung der Entwicklung der Abfallwirtschaft in ausgewählten Industrie- und Entwicklungsländern ein Vorschlag zur thematischen Strukturierung des abfallwirtschaftlichen Stands des Wissens gemacht.

Diese als allgemeine abfallwirtschaftliche Wissensbasis bezeichnete Strukturierung wird durch eine Recherche der aktuellen Literatur zu den Themen 1) gesellschaftlicher Konsens über Abfallwirtschaft, 2) ökonomische Rahmenbedingungen, 3) Lebenszykluskosten von Abfallwirtschaft, 4) Abfalleigenschaften, 5) Abfallwirtschaftsprozesse, 6) geogene und anthropogene Geografie und 7) Stakeholderbeteiligung gefüllt. Nachdem nicht all das darin erwähnte Wissen zur Bewältigung abfallwirtschaftlicher Herausforderungen für die lokalen Stakeholder von Bedeutung ist, muss ein Auswahlprozess über das relevante Wissen stattfinden. Für diesen wird im zweiten Teil der Arbeit die Aktionsforschung mit Stakeholdereinbindung als Rahmenmethode vorgeschlagen, die im ersten Teil vorgestellten Methoden der Abfallsystemforschung darin eingebettet und am Fallbeispiel der Stadt Busia in Uganda getestet. Die Anwendung dieses Ansatzes zur Entwicklung der nutzerfokussierten abfallwirtschaftlichen Wissensbasis in Busia weist zwar einen hohen zeitlichem Aufwand für die beteiligten Stakeholder und mittlere wissenschaftliche Exaktheit auf. Der Vergleich mit Studien, durchgeführt ohne entsprechende Stakeholdereinbindung, zeigt jedoch auch ihre Stärken. So konnten etwa die Annahmen einer Untersuchung, die im Zuge eines Kompostierungsprojektes von Weltbank und ugandischer Regierung in Uganda durchgeführt wurde, in Frage gestellt und somit das Wissen darüber erhöht werden. Der vorgeschlagene methodische Ansatz bietet sich dabei nicht nur zur Herstellung von Wissen an sondern hilft auch, dieses durch Stakeholdereinbindung gesellschaftlich zu verankern und somit leichter kommunizier- und nutzbar zu machen.

Zusammenfassung (Englisch)

The evolvement of solid waste management in industrial countries led to sophisticated methods to create a viable knowledge stock.

According to the modernization theory of catch-up development, developing countries can simply use this knowledge to solve their waste management problems without the need of creating their own knowledge.

However, examples from waste management projects in developing countries solely based on imported knowledge show that this catch-up modernization approach often fails, leading to the research question of this thesis, namely which knowledge is required for a goal-oriented solid waste management with particular regards to first the situation in developing countries and second the demand of local knowledge users. Thus, the objective of this thesis is the development of a methodological approach to establish a user-focused knowledge-base for goal-oriented solid waste management with particular regards to the situation in developing countries.

The first part of this thesis suggests a thematic structuring for the state of knowledge in solid waste management, based on a historic-heuristic literature review from selected low and high income countries. This structure, termed as the general knowledge base for solid waste management, contains the themes 1) societal consensus on waste management, 2) socio-economic conditions, 3) life-cycle costs of waste management, 4) waste quantities and properties, 5) waste management processes, 6) local natural and anthropogenic geographical conditions, and 7) values, interests, concerns, and contribution of stakeholders. However, not all of this knowledge is relevant for every stakeholder in any situation, leading to the claim for a selection process taking place in the second part of this thesis. To do so, a methodological approach based on action research with stakeholder involvement and embedded methods of solid waste management systems research taken from the general knowledge base as described in the first part of this thesis, is suggested. Its application leads to a contextual user-focused local knowledge-base for goal-oriented solid waste management, demonstrated in a case study in the Ugandan town of Busia. The application in the case study shows the challenges of this approach, particularly regarding time consumption for involved local stakeholders, but also scientific quality of results. However, the comparison to other studies on waste management carried out in Uganda also shows the advantages of action research with stakeholder involvement. The approach made it for instance possible to challenge the assumptions made in a study by the World Bank and Ugandan Government on a composting project in Busia and other Ugandan Towns.

Moreover, the approach as applied in the case study did not only create knowledge. Stakeholder involvement throughout the research also helped to disseminate the knowledge among the society, making it easier applicable and thus translatable into practice.