Bibliographic Metadata

Title
Der Handel in der österreichischen Raumordnung : Überblick und kritische Auseinandersetzung mit Schwerpunkt Lebensmittelhandel in Ostösterreich / von Thomas Stanger
AuthorStanger, Thomas
CensorWedenig, Hermann
Published2012
Description86 Bl. : Ill.
Institutional NoteWien, Techn. Univ., Master Thesis, 2012
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-52847 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
Files
Der Handel in der österreichischen Raumordnung [0.66 mb]
Links
Reference
Classification
Abstract (German)

So unterschiedlich die Raumordnungsgesetze der Bundesländer in ihre Regelungen über Handelsbetriebe auch sind, haben sie doch alle das grundlegende gemeinsame Ziel der Stärkung der Orts- und Stadtzentren. Wien mit seiner städtischen Struktur hat die bestmögliche Ausnutzung des knappen Gutes Grund und Boden im dicht verbauten Wohngebiet im Fokus und sieht bis zum sehr hohen Schwellenwerten von 2.500 m Verkaufsfläche kaum relevante Einschränkungen für Handelsbetriebe vor. Auch das Burgenland lässt Projektbetreibern bei der Standortauswahl einen sehr großen Spielraum; die relevanten Schwellenwerte beginnen jedoch bereits bei 500 m Verkaufsfläche. Niederösterreich sieht für Handelsbetriebe erhebliche Einschränkungen vor; so ist die Ansiedlung von Handelsbetrieben mit zentrumsrelevanten Waren - dazu zählen auch Lebensmittelmärkte - in der Peripherie unzulässig. Ab einer Bruttogeschossfläche von 1.000 m dürfen diese Betriebe generell ausschließlich innerhalb von Zentrumszonen mit entsprechender Sonderwidmung "Bauland-Kerngebiet/Handelseinrichtung" errichtet werden. Betreiber von Handelsprojekten sind daher von Bundesland zu Bundesland mit einer Flut an verschieden gelagerten Regelungen konfrontiert; dies schafft große Rechtsunsicherheit und einen deutlich erhöhten Planungs- und Rechtsberatungsaufwand. In diesem Zusammenhang wären Vereinheitlichungstendenzen wünschenswert. Gerade im Hinblick auf das NÖ ROG ist fraglich, ob die Verbannung des Handels aus der Peripherie wirklich zu dem vom Landesgesetzgeber gewünschten Ergebnis führt; es gibt sehr viele Argumente, die dies in Zweifel stellen. Die Bundesländer werden auch in Zukunft vor der Herausforderung stehen, auf die raschen Strukturänderungen in Gesellschaft und Handel zu reagieren und zeitnah geeignete gesetzliche Lenkungsmittel zu kreieren, ohne dabei unangemessen in die Erwerbsfreiheit einzugreifen.