Titelaufnahme

Titel
Kreativraum für Sechshaus - Quartiersentwicklung durch Umnutzung von Industriebestand / von Olga Muskała
VerfasserMuskała, Olga
Begutachter / BegutachterinBrullmann, Cuno
Erschienen2013
Umfang117 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Industriebestand / Umnutzung / Wien / Sechshaus
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-50607 Persistent Identifier (URN)
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Kreativraum für Sechshaus - Quartiersentwicklung durch Umnutzung von Industriebestand [25.06 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit fasst, mit der Anwendung meiner, im Architekturstudium erlangten, Kompetenz, meine Interessensgebiete im Arbeitsbereich Architektur zu einer zusammenhängenden Planungsaufgabe zusammen. Sie umfasst die Beschäftigung mit einer städtebaulichen Situation, hinsichtlich Bebauung und deren Veränderung, als auch Bevölkerung und deren Art und Weise die Stadt zu nutzen, sie behandelt aber auch die historische Entwicklung eines Stadtteils der erst zu einem Teil der Stadt werden musste. Diese Wechselwirkungen wissend, ist meine Planung ein Vorschlag zur Revitalisierung und Erweiterung eines Industriegebäudes aus dem beginnenden zwanzigsten Jahrhundert und dessen umliegende Freiräume im fünfzehnten Bezirk Wiens.

Das bearbeitete Gebiet liegt zwischen den heutigen Ubahnstationen Gumpendorferstraße und Längenfeldstraße, unweit vom Wienfluss, im innerstädtischen Wien. Trotz der Stadtlage handelt es sich bei der Bausubstanz um ein Industriegebäude und auch in der direkten Nachbarschaft finden sich noch heute Nutzungen aus Industrie und Gewerbe. Diese Ansiedlungen haben historischen Hintergrund und sind nur noch Reste eines großen Gewerbegebiets. Noch im neunzehnten Jahrhundert war das Grundstück nicht innerstädtisch gelegen, sondern Teil von Siedlungen am Rand von Wien. Das beplante Gebäude beherbergte unter anderen eine Druckerei und befindet sich heute in der Mitte eines Blocks der Blockrandbebauung, die hier allerdings nicht geschlossen ist. In der näheren Umgebung sind, neben früheren Industriebauten und großteils Wohnnutzungen, außerdem neue Bürogebäude zu finden. Der Fluss, als früher Standortvorteil, steht heute der guten Verkehrsanbindung gegenüber. Mit der Lage zwischen zwei Ubahnstationen in fußläufiger Reichweite und Anbindung an zwei Hauptverkehrsachsen, der Wienzeile und dem Gürtel, zieht das Gebiet Firmen an.

Bei all diesen Vorteilen für frühe Industrie- und heutige Büronutzungen, leidet die Wohnqualität. Diese Situation wird hier architektonisch bearbeitet und vernetzt als erste Maßnahme die umliegend verteilten kleinen Parkanlagen. Barrieren werden entfernt, Durchgänge ermöglicht und so auch das Zentrum, in dem sich der bearbeitete Bauplatz befindet als Standort gestärkt. Das Gebäude soll zwar vor dem Verfall bewahrt werden, die atmosphärischen Eigenschaften des ehemaligen Produktionsortes sollen aber nicht verloren gehen. Aus meinem persönlichen Interesse als Teil dieser Gruppe, beinhaltet mein Nutzungskonzept Coworking Spaces für Arbeit in den Creative Industries. Das Lebensmodell mit vielen kurzzeitigen Auftragsarbeiten ist im Kreativbereich oft an Produktion in Verbindung mit herkömmlicher Schreibtischarbeit gebunden. Durch die Kurzzeitigkeit und den häufigen Wechsel von Auftraggeberinnen oder Auftraggebern ist es für viele der neuen Selbstständigen schwer eine eigene komplette Bürostrutur aufzubauen. Im Coworking Space mieten sie sich für die benötigte Arbeitszeit ein und erhalten eine bestehende Infrastruktur, die sie sich mit den anderen Mieterinnen und Mietern teilen. Als Schwerpunkt ist hier die Fotografie angesiedelt. Durch kurzzeitig anmietbare Fotostudios für Profis und Workshopbereiche, für die Kunst und das Handwerk der Fotografie, wird ein kreatives Zentrum für Fotoproduktion geschaffen.

Um diesem Raumprogramm ausreichend Platz zu geben wird nicht nur die alte Druckerei renoviert, sondern zusätzlichen mit einem Neubau erweitert. Dieser Neubau folgt den aktuellen Prinzipien der Industriearchitektur, beinhaltet damit aber natürlich auch die Grundzüge des Bestandsgebäudes.

Das Raumprogramm kombiniert private Arbeitsräume für verschiedenste Kreative und die fotospezifischen, mit halböffentlichen Studios und Laboren, mit einem öffentlichen Café und Ausstellungsflächen. Diese Durchmischung in der Nutzung spiegelt sich so auch in den Nutzergruppen wieder. Der Austausch innerhalb des Felds Fotografie wird erhöht, es bleiben aber Anknüpfungsmöglichkeiten zu verschiedensten Disziplinen.

Die Fotoworkshops beziehen sich mit pädagogischem Anspruch auf die Umgebung, entstandene Arbeiten finden in den Ausstellungsräumen Platz für kulturellen Austausch. Wer in dem Programm noch keinen Platz für sich gefunden hat, findet sich hoffentlich im Café ein, das dem Gebäude auch als Kantine dient.