Titelaufnahme

Titel
Instrumente zur Ausweisung von Flächen für Handelseinrichtungen / von Nicola Wächter
VerfasserWächter, Nicola
Begutachter / BegutachterinLinzer, Helena
Erschienen2012
UmfangVII, 100 teilw. gef. Bl. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Zentrumszone / Handelseinrichtungen / Ortskernbelebung / Niederösterreichisches Raumordnungsgesetz / Leitfaden / Einzelhandel
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-50479 Persistent Identifier (URN)
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Instrumente zur Ausweisung von Flächen für Handelseinrichtungen [9.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Ortskerne in Niederösterreich haben in den letzten Jahrzehnten einen Strukturwandel erlebt. Bisher hat der Ortskern alle 5 Daseinsgrundfunktionen erfüllen können: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Erholung und Versorgung. Die eintretende Zersiedelung und die dadurch implizierte Zunahme der Mobilität führten dazu, dass diese Grundfunktionen räumlich auseinander rückten. Die Versorgung der Bewohner verlagerte sich an die Siedlungsränder und mit ihr die Wohngebiete. Dadurch verlor der Ortskern immer mehr an Bedeutung.

Die Attraktivität des Standortes "Grüne Wiese" lag vor allem an den günstigen Bodenpreisen, an der guten Anbindung an das höherrangige Straßennetz und an den verfügbaren Flächen für ausreichend Parkplätze.

Als die Einkaufs- und Fachmarktzentren auf der "Grünen Wiese" immer präsenter wurden, versuchte der Gesetzgeber diese Entwicklungen zu verhindern.

Aus diesen Überlegungen heraus entstand im Jahr 2005 die Zentrumszonenregelung in Niederösterreich, die die Errichtung und Erweiterung von Handelseinrichtungen von über 1.000 m Bruttogeschoßfläche nur mehr innerhalb dieser möglich macht. Der Gesetzgeber verhindert somit den Wildwuchs an Einkaufs- und Fachmarktzentren auf der "Grünen Wiese".

Der §14 Abs.2 Zif. 16 NÖ ROG gibt die Kriterien vor, nach denen eine Zentrumszone abzugrenzen ist. Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:

eine gute Verkehrsanbindung im individuellen und/oder öffentlichen Verkehrsnetz, welche auch die Ansiedlung von Handelseinrichtungen zulässt dichtere Baustrukturen als der Umgebungsbereich und einen Durchmischungsgrad von Wohn- und anderen Nutzungen [...] der über das in Wohngebieten übliche Ausmaß deutlich hinausgeht.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Festlegungen wurde von der NÖ Landesregierung ein "Leitfaden zur Zentrumszonenabgrenzung" herausgegeben, der als Hilfestellung bei der Ausweisung herangezogen werden kann.

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel herauszufinden, ob das NÖ ROG i.d.g.F. (insb. die Zentrumszonenregelung) dazu beiträgt, dass der Ortskern belebt wird und vermehrt Handelseinrichtungen im Ortskern angesiedelt werden. Zu diesem Zwecke wurden fünf niederösterreichische Gemeinden (Gresten-Markt, Schwechat, Tulln, Traiskirchen und Zwettl), die bereits seit längerem eine Zentrumszone ausgewiesen haben, dahingehend untersucht, ob die Maßnahme zur Ortskernbelebung beigetragen hat. Hierfür wurden leitfadengestützte Interviews mit Gemeindevertretern und Gemeindevertreterinnen sowie mit den zuständigen Ortsplanern und Ortsplanerinnen geführt. Weiters fand eine Begehung vor Ort statt, die anhand von Fotos die Gegebenheiten im Zentrum der fünf Gemeinden veranschaulichen sollte. Den Abschluss bildete eine bewertende Zusammenfassung der Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen an die Planungswelt.

Zusammenfassung (Englisch)

Town centres in Lower Austria have been subject to structural change in recent decades. Up to tnow the town centre was able to fulfill all 5 means of existence: settlement, work, education, recration and sustenance. The observed urban sprawl and the corresponding rise in mobility have led to a spacial shift of these means of existence. The sustenance of residents has now moved to the periphery of settlements.

Thus, the town centre has increasingly lost its importance. The appeal of the habitat "Grüne Wiese" was mainly due to affordable real estate prices, good connections to the main road network and sufficient space for parking lots. It wasn't until consumer retail and speciality shopping centres became more prominent in the habitat "Grüne Wiese" that legislators tried to halt this development. It was this rationale that led to "Zentrumszonenregelung" in Lower Austria in 2005. This measure restricted the errection and extension of retail facilities exceeding 1.000 m gross floor space. Thereby, legislative authorities put a stop to the uncontrolled growth of consumer and specialty retail in the area of "Grüne Wiese". §14 Abs.2 Zif. 16 NÖ ROG prescribes the criteria by which the central zone is to be delimited. The following criteria apply: a good connection to private and public transport networks, permitting for the settlement of trade establishments denser building structures than the surrounding area a mix of living and other real estate uses [...] substantially more diverse than usual Supplementary to legal prescriptions the Lower Austrian federal government issued "Central Zone Delimitation Guidelines" intended to function as guidance for designating authorities. It was the aim of this paper to establish whether Lower Austrian legislation, in particular the "Zentrumszonenregelung" contributes to a revitalisation of the town centre in terms of heightened settlement of retail establishments. In order to accomplish this, five Lower Austrian municipalities (Gresten-Markt, Schwechat, Tulln, Traiskirchen und Zwettl) were researched. These five towns have had defined central zones for quite some time and were examined as to whether local legislation had contributed to an enlivenment of these central zones. Guided interviews with town representatives and local planning authorities were employed to collect data. Furthermore, the sites were inspected in order to record on photo the conditions in each town. The paper concludes with an evaluation of the collected data and the formulation of recommendations for those involved in town planning.