Titelaufnahme

Titel
Windenergie in der Raumplanung : Rahmenbedingungen bei der Realisierung von Windenergieanlagen / von Albert Nagler
VerfasserNagler, Albert
Begutachter / BegutachterinKanonier, Arthur
Erschienen2012
UmfangIX, 100 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Windenergie / Windkraft / Raumplanung / Raumordnung / Landschaftsbild / Ortsbild / Windpark / Eignungszone
Schlagwörter (EN)wind energy / wind park / wind farm / spatial planning / eligible zone / exclusion zone
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-49900 Persistent Identifier (URN)
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Windenergie in der Raumplanung [4.2 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Windenergie in Österreich und vielen anderen Ländern weltweit immer mehr an Bedeutung. Die Ziele, die sich die Staaten in der EU gesetzt haben, gehen ganz klar in die Richtung vermehrter Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Windenergie kann dabei einen wichtigen Betrag dazu leisten, um den Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch zu erhöhen.

Der "Rohstoff" Wind steht kostenlos zur Verfügung. Durch die Nutzung der Windenergie können fossile Energieträger eingespart werden und im Betrieb wird kein Abfall oder Abwasser produziert, was sich positiv auf die Treibhausgasemissionen. Die Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen kann dadurch verringert und die regionale Wirtschaft gestärkt werden. Neben einigen weiteren Vorteilen sind dies die Hauptargumente um den Ausbau der Windenergie zu forcieren.

Trotz dieser positiven Effekte ist die Nutzung der Windenergie nicht unumstritten, da sich auch negativen Auswirkungen mit sich bringt.

Schall und Schatten als negative Auswirkungen können durch die Einhaltung notwendiger Abstände, zu potenziell Beeinträchtigten, vermieden werden. Über die Auswirkung auf die Tierwelt gibt es etliche Untersuchungen mit unterschiedlichsten Ergebnissen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass vor allem der Lebensraum von Vögel und Fledermäuse durch Windenergieanlagen beeinträchtigt wird. Die restlichen Tierarten werden durch Windenergieanla-gen nur wenig bis gar nicht beeinträchtigt.

Als die am schwierigsten zu handhabende negative Auswir-kung von WEAs stellt sich die optische Beeinträchtigung heraus. Aufgrund dieser kann sich eine Minderung des Landschaftsbildes, des Ortsbildes und des Erholungswertes der Landschaft ergeben. Trotz einer Quantifizierung der Beeinträchtigung auf diese Schutzgüter, wie sie im Zuge eines Ortsbild- oder Landschaftsbildgutachtens erfolgt, wird das Ergebnis aufgrund des subjektiven Empfindens von Schönheit und Ästhetik immer umstritten sein.

In Österreich hängt der Ausbau der Windenergie sehr stark von der verordneten Einspeisevergütung für Strom aus Windenergieanlagen ab. Dank dem Ökostromgesetz 2012, in dem konkrete Zielsetzungen für den Ausbau der Windenergie und das dazu notwendige Fördervolumen festgelegt wurden, ist eine Planungssicherheit für die nächsten Jahre gegeben. Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die einen Ausbau der Windenergie in den nächsten Jahren ermöglichen würden, müssen aber auch die notwendigen Flächen, bei denen das nötige Windpotential gegeben ist, dafür zur Verfügung gestellt werden. Durch den stetigen Ausbau und der dadurch weniger werdenden freien Flächen steigt der Druck auf die für Windenergienutzung geeigneten Flächen. Gebiete mit hoher Siedlungsdichte oder starker Zersiedelung sowie aus naturschutzfachlicher Sicht sensible Räume müssen von vornherein als Projektgebiet ausgeschlossen werden.

Wenn Flächen für ein Windparkprojekt in Frage kommenden sind im ersten Schritt die Entscheidungen der Gemeinden und Grundstückseigentümer ausschlaggebend, ob ein Windenergieprojekt der Realisierung ein Stück näher kommt oder nicht. Bei großen Windparkprojekten ab 20 MW Gesamtleistung oder 20 WEAs ist die Durchführung einer UVP notwendig, bei kleineren Projekten ist eine Genehmigung nach den Materiengesetzen (u.a. Elektrizitäts-recht, Naturschutzrecht) notwendig. Nach der Genehmigung des Windparks ist noch ein Netzanschluss-vertrag, die Annerkennung als Ökostromanlage und ein Stromabnahmevertrag bei der Ökostromabwick-lungsstelle vor der Errichtung der Windenergieanlage/n notwendig.

Um die Projektentwicklungs- und Genehmigungsphase von Windenergieanlagen zu vereinfachen können Raumplanung und Raumordnung einiges dazu beitragen. Die Ausweisung von Eignungs- und Aus-schlusszonen für die Windenergienutzung eine erhöhte Planungssicherheit. Untersuchungen, die im Zuge der Zonenausweisungen angestellt werden, können auch für die Genehmigungsunterlagen des Windparks herangezogen werden.

Vorgeschriebene Abstände in den ROGs zu verschiedenen Widmungen können negative Auswirkungen der WEAs für große Bereiche ausschließen. Durch Festlegung eines bestimmten Windpotentials können Projekte auf schwachen Windstandorten vermieden werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Wind energy in Austria and many other countries around the world is becoming increasingly important. The targets in EU countries are quite clearly pointing in the direction of increased use of renewable energy. Wind energy can make an important contribution to increasing the share of renewable energy in total energy consumption.

The wind resource is free of charge. Through the use of wind energy there is less usage of fossil fuels. During operation there is no waste or waste water produced, helping to decrease greenhouse gas emissions.

The current dependency on imported fossil fuels can be decreased and the regional economy will be strengthened. Along with several other advantages, these are the main arguments for accelerat-ing the expansion of wind energy.

Despite these positive effects, the use of wind energy is not without controversy, as there are several downsides. Noise and shadow issues are generally not big issues if one observes the necessary setbacks to residential areas. There are several studies about the impact on wildlife, with varying conclusions. In summary it can be said that the largest environmental impact of wind energy is on the habitats of birds and bats. There is little to no impact on other animal species. One of the most difficult negative aspects of wind energy to deal with is the visual impact of the wind turbines. The view of the landscape, a community's rural character and the recreational value of a region can all be affected. Despite a quantification of the impact on these protected assets, such as occurs in the course of a townscape or landscape assessment, the result will be due to the subjective perception of beauty and aesthetics, which is always controversial.

In Austria, the development of wind energy depends very strongly on the prescribed feed-in tariff for electricity produced from wind turbines.

Thanks to the 2012 Ökostromgesetz, which aims for concrete development targets for the usage of wind energy as well as the delivery volume required for this development, there is considerable certainty in the wind energy market in the coming years.

In addition to the economic framework that would allow an expansion of wind energy in the next few years, the necessary areas where wind potential exists have to be available for it. Because of continual human expansion, the available free space for wind energy is decreasing. One problem is that wind energy cannot be used in areas with high population density, urban sprawl or sensitive areas. If areas are eligible for a wind farm project, the decisions of the municipalities and property owners involved are critical in deciding whether the realization of a wind energy project can move a step closer to completion or not.

For large wind farm projects with at least 20 MW or 20 wind turbines in total, an environmental impact study (UVP) is necessary. For smaller projects, an approval issued under the laws of matter (including electricity, conservation law) is necessary. After approval of the wind farm, a network affiliation agreement, the recognition as a green power plant and a power purchase agreement with the Clearing and Settlement Agency are necessary before the wind turbines can be built.

Land use planning and regional development can help to simplify the project development and permit-ting phases of wind energy projects. The designation of eligible and exclusion zones for wind energy use helps to increase planning certainty. Investigations which are employed in the course of zoning designations could also apply to the required approval documents for a wind farm project. Prescribed setbacks in the Raumordnungsgesetzen to areas of various designations can remove the negative effects of wind turbines over large areas. The Raumordnungsgesetze are laws for land use planning. By defining a site's specific wind potential, projects in low-wind sites can be avoided.