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Title
Der Entstehungsprozess von Baugemeinschaften - ein Blick hinter die Fassade / von Joanne Tordy
Additional Titles
The development process of joint building ventures - seeing behind the curtains
AuthorTordy, Joanne
CensorFrey, Oliver
Published2011
DescriptionVI, 107 S. : Ill., graph. Darst.
Institutional NoteWien, Techn. Univ., Mag.-Arb., 2011
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Baugemeinschaft, Baugruppe, Wohnprojekt, sozialer Prozess, Entstehungsprozess, Wien, Wohnbau
Keywords (EN)Joint building venture, housing project, co-housing, development process, Vienna, residential construction
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-45908 Persistent Identifier (URN)
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Der Entstehungsprozess von Baugemeinschaften - ein Blick hinter die Fassade [1.11 mb]
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Abstract (German)

Das Bedürfnis nach alternativen, städtischen Wohnformen ließ Baugemeinschaften in Wien in den letzten Jahren populärer werden. Der Wunsch, gemeinschaftlich das eigene Wohnumfeld zu gestalten, konnte jedoch nur in wenigen Fällen umgesetzt werden; der Großteil der angedachten Projekte wurde niemals realisiert. Im Zentrum dieser Arbeit steht daher die Frage, wie den organisatorischen und sozialen Herausforderungen im Entstehungsprozesse von Baugemeinschaften begegnet werden kann. Zu diesem Zweck wurden zuerst die Rahmenbedingungen von Baugemeinschaften in Wien beleuchtet und anschließend die Anfänge dreier erfolgreicher gemeinschaftlicher Bau- und Wohnprojekte untersucht.

Methodisch fußt diese Arbeit auf der Auswertung von Literatur und der Analyse von teilstandardisierten Interviews, die mit neun Beteiligten der Baugemeinschaften B.R.O.T., Sargfabrik und Wohnprojekt Wien geführt wurden.

Die Rahmenbedingungen sind für Baugemeinschaften suboptimal: Rechtslage, Förderstrukturen und die Rahmenbedingungen beim Grundstückskauf erschweren die Verwirklichung der Idee vom gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen. Jene Initiativen, die ihre Sehnsuchtsziele umgesetzt haben, sind diese als Verein angegangen. Als Verein haben sie das Projekt vorangetrieben und ein Wohnheim errichtet. Mit der Vereinslösung wurde eine Organisationsform gefunden, die nach Außen Rechtsgeschäfte zwischen der Gruppe und ihren Umwelten erleichtert und die nach Innen nach den Bedürfnissen der Gemeinschaft ausgestaltet werden konnte. Die Heimlösung hat sich in zumindest zweierlei Hinsicht bewährt: Zum einen ermöglicht sie, dass der Verein gemeinschaftlich die Liegenschaft besitzt und Einfluss auf die Auswahl der MitbewohnerInnen hat. Zum anderen sichert das Wohnheim die Förderung von großzügigen Gemeinschaftsflächen. Eine weitere Herausforderung für Baugemeinschaften besteht darin, aus den unterschiedlichen Gruppenmitgliedern eine Gemeinschaft zu formen, die sich über ihre zentralen Anliegen, Werte und daraus abgeleiteten Vorgehensweisen einig ist. Dieser Einigungsprozess umfasst so unterschiedliche Bereiche wie Ziele, Rechtsform, Aufbau- und Ablauforganisation, Entscheidungsquoren, Aufnahmekriterien und dergleichen mehr. Selbstverständlich muss auch eine Einigung über die Wahl des Grundstücks und über die Vergabe der Wohnungen erzielt werden. In der vorliegenden Arbeit wurden sowohl den unterschiedlichsten Aspekten der Rahmenbedingungen als auch jenen, die sich aus der Gruppendynamik ergeben, breiter Raum gewidmet. Dabei wurden die jeweils hilfreichen Strategien herausgearbeitet. Ohne jetzt auf die Details eingehen zu können, kann generalisierend gesagt werden:

Baugemeinschaften profitieren von einer stabilen Kerngruppe, die im optimalen Fall die ersten Grundsatzentscheidungen bereits getroffen hat.

Schaffen es die Baugemeinschaften darüber hinaus, ihren Aushandlungsprozessen genügend Raum und Struktur zu geben, so sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen des Gruppenprozesses gegeben.

Professionelle Begleitung von Außen kann diese Prozesse unterstützen.

Abstract (English)

In recent years a growing desire for alternative urban housing types led to a rise in popularity of joint building ventures in Vienna.

However, the dream of collectively designing its own living environment hardly ever comes true. The majority of the envisaged projects has never been realised. Therefore this paper focuses on possibilities to overcome the social and organisational challenges joint building ventures pose in their development.

For that purpose this paper examines the general conditions those projects find in Vienna and subsequently studies the developing process of three successful joint building ventures. Methodologically this work is based on the analysis of literature and semi-standardised interviews that were conducted with nine participants of the joint building ventures B.R.O.T., Sargfabrik and Wohnprojekt Wien. The general conditions for these ventures in Vienna are suboptimal: the legislative framework, the housing policy and its conditions for grants as well as the unavailability of adequate building sites hamper the implementation of the project. Those initiatives that did realise their visions did that by the means of a registered association (Verein), which runs a residential hostel (Wohnheim). The "Verein" as organisational and legal form enables its members on the one side to deal with other legal parties and on the other side to create an adequate internal structure for the group. The combination with a residential hostel allows to strengthen the community by joint ownership and the ability to choose its members. In addition residential hostels can receive a higher share of subsidies for its common areas from the city's housing fund.

Challenging is also the formation process of the group, in which the individuals must agree on shared issues and values and subsequently on a joint approach. This negotiation process covers among others, aspects like shared goals, the legal form, operational and organisational structure, the decision-making process and selection criteria for new members. Furthermore, the group has to come to an agreement regarding the building site and the allocation of apartments. The present paper devotes considerable attention to both, the general conditions in Vienna as well as aspects arising form group dynamics, and identifies helpful strategies to the emerging challenges. Without going into detail, it can be concluded that joint building ventures profit from a stable core group, which at best has already agreed on fundamentals. If furthermore, the group manages to give the negotiation processes sufficient room and structure, important prerequisites for the success for the venture will be met. Professional guidance can support these processes.

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