Titelaufnahme

Titel
A Place under the Sun for Everyone : Planungsgrundlagen für integrative Stadtplanung und angepasste Architektur anhand der Analyse formeller und nicht formeller Raumpraktiken in der Satellitenstadt Cosmo City, Johannesburg / von Marlene Wagner
VerfasserWagner, Marlene
Begutachter / BegutachterinKühn, Christian ; Trapp, Harald
Erschienen2010
Umfang107 S. : zahlr. Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Planungsgrundlagen / integrative Stadtplanung / angepasste Architektur / Analyse formeller nicht formeller Raumpraktiken / Satellitenstadt / Cosmo City / Johannesburg
Schlagwörter (EN)Basis for planning / integrative urban Development / appropriate Archtiecture / Analysis of formal and nonformal space practices / Cosmo City / Johannesburg
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-45406 Persistent Identifier (URN)
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A Place under the Sun for Everyone [50.5 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel dieser Arbeit ist es, aus dem eigenen Kontext der "gewachsenen Stadt", Raumpraktiken und Raummuster der "geplanten Stadt" und der "ungeplanten Stadt" zu analysieren. Das Entwicklungsgebiet Cosmo City bietet außergewöhnliches Potential, einerseits die formalen, "top down" geplanten Strategien des südafrikansichen Wohnbaus von Seiten des Staates und Planern zu untersuchen, wie in Kapitel 5.0 bereits dargelegt, als auch die "ungeplanten" bzw. nicht-formellen räumlichen, "bottom-up" Prozesse zu analysieren.

Wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben, sind nicht viele der nachhaltigen Strategien auf planerischer Ebene, als auch in der Prozesssteuerung, eingesetzt worden, bzw. aufgegangen. Gerade weil die geplanten Infrastrukturen und Orte der Interaktion nicht verwirklicht wurden, sind die Bewohner gezwungen sich selbst zu organisieren und entsprechende Strategien zu entwickeln.

Cosmo City bietet somit ein interessantes Untersuchungsfeld für nicht-formelle Raumdynamiken innerhalb eines sehr formalen Umfelds. Dies erleichtert die Übersetzung nicht-formeller Raumpraktiken in räumliche Muster, Kategorien und Typologien. Ziel ist das Aufzeigen von Potentialen nicht-formeller Strukturen, vorhandener Kapazitäten und Bedürfnissen der Bewohner, um Planungskonzepte für integrative Stadtplanung und angepasste Architektur zu generieren.

Wie bereits im Kapitel 1.2 formuliert, ist die Aktivierung von gemeinsamen Raum, für verschiedener Nutzer und Gestalter, in erster Linie eine Frage der Wahrnehmung. Mit einem systematischen Wissen, um die spezifisch institutionalisierten Räume und deren Ausformung, kann ein gemeinsames Vokabular, selbst gestalteter Raummuster, entwickelt werden. Dieses Wissen soll, wie von staatlichen Wohnbaugesetzen, universitärem Diskurs und NGOs gefordert, neue Ansätze im Umgang mit informellen Siedlungen und Gebieten schwach an formeller (Infra-)Struktur anregen.

Vor allem das Überdenken von Landwidmung, Bebauungsplänen und Baunormen in Gebieten stark an selbst-gestaltetem Raum bedingt durch fehlende formelle Kapazitäten. Die Planungsgrundlagen zur Förderung bestehender Ressourcen können für semi-formelle Interventionen in bestehenden Siedlungen, also "upgrade" Strategien, als auch für Planungsprozesse für zukünftige Wohnbaugebiete angewandt werden. Sie sind jedoch nicht universal anwendbar, oder direkt übertragbar, sondern als Anleitung zur Wahrnehmung räumlicher nicht-formeller Muster, im jeweiligen lokalen Kontext, zu verstehen. Sie sollen der Konzeption integrativer Planungsprozesse dienen und den Polylog unterschiedlicher Beteiligter ermöglichen.

Im ersten Schritt wird das Lesen der räumlichen Anordnungen und deren eingeschriebenen Verhaltensweisen im unbekannten kulturellen Kontext und Milieu erlernt. Dieses Grundvokabular dient der Erkennung wiederkehrender Muster, welche durch korrelierende Interpretation von Form und Funktion, in Kategorien eingestuft und so zu Typologien formuliert werden können. Die gefilterten Kategorien von Eingriffen und typologisierten Attraktoren werden wiederum verortet und gewährleisten, im größeren Maßstab betrachtet, das Erkennen von Potentialen, Relation der Anordnungen und Dynamiken von Orten der Attraktion und Interaktion in der Siedlungsentwicklungen. Der nächste Schritt wäre die Anwendung dieses Wissens und ausgearbeiteten Muster baulicher Eingriffe als Kommunikationsmittel, also gemeinsamer Sprache im Planungsprozess mit verschiedenen Beteiligten und Interessensgruppen. Durch Rekombination und Ausprobieren von Anordnungen können mögliche Potentiale und Problemstellungen durchgespielt und Planungskonzepte definiert werden. Dies gewährleistet die Integration und Berücksichtigung von nicht-formellen Infrastrukturen, Einkommensstrategien und konkreten Bedürfnisse der BewohnerInnen als auch der staatlichen Ansprüche im Planungsprozess.

Der letzte Schritt wäre dann die strategische Umsetzung des Konzepts, als gemeinsamer räumlicher Sprache und somit Erprobung ob lokaler Kontext und jeweiligen Bedürfnisse tatsächlich Verstanden und Berücksichtigt wurden.