Titelaufnahme

Titel
Diskrepanz zwischen Ballungszentren und ländlicher Bevölkerung im Hinblick auf den praktischen Einsatz einer elektronischen Gesundheitsakte / von Susanne Schinkinger
VerfasserSchinkinger, Susanne
Begutachter / BegutachterinFreund, Rudolf
Erschienen2010
UmfangIX, 242 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)EGA / ELGA / Diskrepanz / Stadt / Land / rural / urban
Schlagwörter (EN)EHR / discrepancy / city / country / rural / urban
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-40481 Persistent Identifier (URN)
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Diskrepanz zwischen Ballungszentren und ländlicher Bevölkerung im Hinblick auf den praktischen Einsatz einer elektronischen Gesundheitsakte [3.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der laufenden Umsetzung einer elektronischen Gesundheitsakte (EGA) in Österreich spielt das Akzeptanzmanagement eine wichtige Rolle:

Hierbei sollen Wünsche, Ängste und Vorstellungen der potentiellen Interessensgruppen einer EGA berücksichtigt werden, um eine breitere Akzeptanz für deren Einführung und Nutzung zu schaffen. Im Rahmen der vorliegenden empirischen Studie wurde die Interessensgruppe der Patienten näher untersucht, deren Heterogenität aufgrund verschiedenster soziodemographischer Faktoren als mögliche Einflüsse berücksichtigt wurden. Die qualitative Erhebung wurde in Form von 20 Interviews durchgeführt und fokussiert dabei die Diskrepanz zwischen Ballungszentren und ländlicher Bevölkerung als bedeutender Faktor in unterschiedlichen Einstellungen und Ansichten zu einer EGA in Österreich. Nach der Erarbeitung eines theoretischen Modells und der Durchführung qualitativer Vor-Interviews, wurden die der Studie zugrundeliegenden Unterfragestellungen aufgestellt und mittels der problemzentrierten Interviews überprüft: Menschen aus der Stadt trauen sich häufiger die persönliche Nutzung einer EGA zu als Menschen aus ländlichen Gebieten.

Aufgezeigt werden konnte auch, dass Menschen aus ländlichen Regionen weniger Ängste und Sorgen bezüglich eines Datenmißbrauchs angeben als Menschen aus urbanen Gebieten. Bei den geplanten EGA-Funktionen zeigt sich, dass "Gesundheitsinformationen" mehr von Menschen aus ruralen Gegenden genutzt werden und die "persönliche Dateneingabe" mehr von Menschen aus der Stadt. Menschen aus der Stadt wünschen sich des Weiteren häufiger, dass noch mehr Informationen über eine EGA und deren Einführung in Österreich bereitgestellt werden im Vergleich zu Menschen aus ländlichen Regionen. Beim Fokus auf ältere Menschen zeigte sich, dass diese aus urbanen Gebieten häufiger dazu bereit wären einen Kurs zur Nutzung einer EGA zu besuchen. Weiters ergab sich im Rahmen der vorliegenden Untersuchung, dass Menschen aus ländlichen Regionen ein höheres Vertrauen zu ihrem Hausarzt haben als Menschen aus der Stadt.

Die Studie konnte Unterschiede in der Akzeptanz und Nutzung einer EGA zwischen Menschen aus Ballungszentren und denen aus ländlichen Gegenden aufzeigen, die aber nicht direkt auf die Zugehörigkeit zu einer dieser beiden Regionen zurückgeführt werden können, sondern maßgeblich mit der "regionalen digitalen Spaltung" zusammenhängen. Für das Akzeptanzmanagement bedeuten diese Ergebnisse, dass unterschiedliche Maßnahmen bei Menschen aus urbanen und bei denen aus ruralen Gebieten gesetzt werden müssen, um bei beiden Gruppen eine höhere Akzeptanz erreichen zu können. Abschließend werden konkrete Empfehlungen für die Umsetzung der präsentierten Ergebnisse gegeben.

Zusammenfassung (Englisch)

The management of the acceptance featured prominently in the on-going implementation of the electronic health record (EHR) in Austria: Wishes, anxieties and suggestions of the potential stakeholder groups of an EHR should be considered to create wide acceptance for the introduction and usage. Within the present empirical trial the stakeholder group of patients was studied scientifically, whose heterogeneity can possibly be influenced by differing sociodemographic factors. The qualitative survey was based on 20 interviews and focused on the discrepancy between cities and more rural areas as a factor for several points of opinion on the EHR in Austria. After developing a theoretical framework and carrying out the qualitative pre-interviews, the trial underlying hypo-questions were defined and examined by means of the problem-centered interviews: People from the city trust themselves more about using an EHR than people from rural regions. Furthermore it is shown that people from rural regions are less anxious and worried about a misuse of data as people from urban areas. In the case of the planned EHR-functions it is demonstrated, that the "health information" would be used more by people from rural regions and the "personal data input" more by people from cities. Moreover it can be shown, that people from the city more often wish that there will be more information provided about an EHR and its introduction in Austria, in comparison to people from rural regions. Focusing on elderly people it was shown, that those from urban regions are more amenable for attending a course in using an EHR. Additionally it was demonstrated within the present trial, that people from rural regions have a higher confidence in their general practitioner than people from cities. The trial could point out differences in the acceptance and the use of an EHR between people from cities and those from more rural areas, although there is no direct connection to the membership of one of these areas but to the "regional digital gap" as the deciding factor of this discrepancy. The results for the acceptance-management implied that different measures should be taken for people from urban areas and those from rural areas to achieve a higher acceptance for both groups. Finally specific recommendations for the implementation of the presented results were given.