Titelaufnahme

Titel
Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial : rechtliche Grundlagen in Österreich, der Schweiz und Italien / von Martin Entacher
Weitere Titel
Recycling of Tunnel Excavation Material - Legal Regulations of Austria, Switzerland and Italy
Verfasser / Verfasserin Entacher, Martin
Begutachter / BegutachterinJodl, Hans Georg ; Resch, Daniel
Erschienen2010
UmfangVI, 94 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Tunnelausbruchmaterial / Abfallwirtschaft / Bodenaushubmaterial / Abfallbegriff / Mineralrohstoffgesetz / Recycling / Deponieverordnung / Bergbauabfallgesetz / Tunnelbau / ALSAG
Schlagwörter (EN)tunnel excavation material / definition of waste / waste / by-product rule
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-40996 Persistent Identifier (URN)
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Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial [1.01 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Tunnelausbruchmaterial wurde in Österreich bisher in vielen Fällen deponiert oder als Schüttmaterial verwendet, anstatt es einer möglichen Verwertung zuzuführen. Durch die großen Ausbruchskubaturen und die zahlreichen möglichen Einsatzgebiete, ist das Potenzial für eine Wiederverwertung groß und ein entscheidender Beitrag für eine effiziente Kreislaufwirtschaft möglich.

Diese Diplomarbeit widmet sich den rechtlichen Grundlagen für die Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial in Österreich, der Schweiz und Italien. Sie ist eingebettet in ein großes FFG-Forschungsprojekt, das sich mit der Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial in seiner Gesamtheit beschäftigt.

Für Bodenaushubmaterial, zu dem auch Tunnelausbruchmaterial gehört, gelten in Österreich die Bestimmungen des Abfallrechts, die mitunter Nachteile mit sich bringen. Durch eine umfassende Darstellung des Abfallbegriffs wird diese Einordnung erklärt und hinterfragt. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt den Abfallbegriff zu umgehen, etwa durch eine Abfallendeverordnung oder die Nebenerzeugnisregelung. Anhand der Judikatur des EuGH werden Beispiele für Ausnahmen gebracht und eine genaue Abgrenzung des Abfallbegriffs vorgenommen. Pflichten bezüglich Probenahme, Analyse, Deponierung und möglichen Altlastensanierungsbeiträgen werden dargestellt und Schwachstellen aufgezeigt.

Anschließend werden Fragen des Grundeigentums erörtert und die Umsetzung der erarbeiteten rechtlichen Grundlagen anhand des Praxisbeispiels Koralmtunnel beschrieben.

Für den Bergbau gilt in Österreich das Mineralrohstoffgesetz.

Physikalisch und chemisch gleiches Material wird dadurch unter Umständen verschieden behandelt, je nachdem, ob es aus einem Tunnel oder einem Bergbaubetrieb stammt. ^Eine Darstellung dieser Problematik und Vorschläge für eine geänderte Vorgehensweise bilden den Abschluss des Kapitels "Rechtsgrundlagen in Österreich".

Die Schweiz hat mit dem Gotthard- und dem Lötschberg-Basistunnel gezeigt, dass sie eine Vorreiterrolle bei der Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial einnimmt. Eine wesentliche Grundlage dafür bildet die Aushubrichtlinie, die einer genauen Betrachtung und einem Vergleich mit Österreich unterzogen wird.

Italien baut gemeinsam mit Österreich eines der größten Tunnelbauprojekte der Gegenwart, den Brenner-Basistunnel. Es zeigt sich, dass bereits versucht wurde Aushubmaterial vom Abfallregime auszunehmen, der EuGH hat das entsprechende Gesetz allerdings für gemeinschaftsrechtswidrig erklärt. Die Nebenerzeugnisregelung könnte allerdings nach wie vor einen Ausweg vom Abfallbegriff ermöglichen.

Eine technische Richtlinie nach Schweizer Vorbild, die gemeinsam von Gesetzgeber, Industrie, Interessensvertretern und Wissenschaft erstellt wird, könnte für die Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial rechtliche Sicherheit schaffen.

Zusammenfassung (Englisch)

Instead of being recycled, tunnel excavation material has mostly been dumped on disposals in the past. Due to the large amount of excavation material and the numerous possibilities for recycling it, there is a great potential to strengthen the circular flow economy in this field.

This thesis is dedicated to the legal regulations for the reuse of tunnel excavation material in Austria, Switzerland and Italy. It is embedded in a large FFG-funded research project.

Dealing with excavation material requires the application of waste legislation. This requirement comes along with disadvantages since excavation material should not be seen as waste but rather as a resource. This thesis extensively shows different aspects of the European definition of waste and its applications. Weaknesses of this provision and ways to avoid the waste definition are shown, for example with the by-product rule or a legal provision regulating the end-of-waste status. Using the jurisdiction of the European Court of Justice, examples of exceptions from the waste notion are investigated.

Furthermore a precise distinction for the application of the term "waste" is made.

Obligations concerning sampling, chemical analysis, disposal and remediation payments of contaminated sites are considered and weaknesses of the current legislation are highlighted.

Subsequently, the thesis deals with property rights and gives a practical example ("Koralmtunnel") to further investigate all previous topics.

Mining in Austria requires the application of a law called "Mineralrohstoffgesetz". As a result, excavation material might be dealt with in two different ways, either applying waste legislation or applying mining legislation, even though the material is physically the same.

This problem is described in great detail and suggestions for a different approach to this topic are made.

The next chapter deals with Switzerland. With examples of the Gotthard- and Lötschberg- Basetunnels, this country has shown that it currently holds a leading position when it comes to recycling of tunnel excavation material. The creation and implementation of the Swiss excavation directive ("Aushubrichtlinie") has been an important element for this success.

Together with Austria, Italy is building the Brenner-Basetunnel, one of the largest construction projects of the present. Regarding the definition of waste, Italy has tried to exclude excavation material from this definition in 2001. However, the European Court of Justice ruled that this was a violation of Community law. Italy still tries to except excavation material from the definition of waste by using the by-product rule which was created as a result of this law suit.

A technical directive, common to Switzerland's "Aushubrichtlinie" should be created by the legislator, representatives of the industry, stakeholders and scientists. This could lead to efficient recycling of tunnel excavation material in Austria.

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