Titelaufnahme

Titel
Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in der Holzmeistergasse 12 im 21. Wiener Gemeindebezirk / von Friedrich Schmidt
VerfasserSchmidt, Friedrich
Begutachter / BegutachterinMartens, Bob
Erschienen2008
Umfang113 Bl. : zahlr. Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2008
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Wien / Synagoge / Verlorene Architektur / Virtuelle Rekonstruktion / Synagogenrekonstruktion / Jüdische Gemeinde / Geschichte 1823 - 1938 /
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-36569 Persistent Identifier (URN)
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Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in der Holzmeistergasse 12 im 21. Wiener Gemeindebezirk [8.7 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beinhaltet, neben der Erstellung eines 3D Modells der Floridsdorfer Synagoge, auch den geschichtlichen Hintergrund und die Besonderheiten des Tempels. Ebenso wird die Arbeitsweise zur Visualisierung beschreiben. Im Gegensatz zu den bis jetzt virtuell erstellten Synagogen in Wien, war in Floridsdorf eine "echte" Rekonstruktion notwendig, da weder detailliertes Planmaterial, noch aussagekräftigen Fotos vorhanden waren, die die gebaute Substanz des Tempels dokumentierten. Über den Innenraum ist so gut wie nichts bekannt, daher wurde er, mit den vorhandenen Plänen als Grundlage, aus Bildern vergleichbarer Synagogen nachgebildet. Um das Gebäude zeichnerisch erfassen zu können, musste zunächst eine umfangreiche Suche nach historischen Informationen bei unterschiedlichsten Institutionen erfolgen, da bis auf einen Auswechslungsplan keinerlei Material vorhanden war. Letztendlich konnten aber an graphischen Daten einige Fotos aus großer Entfernung und ein weiterer Plan über die gebauten Grundmauern gefunden werden. Eine Baugeschichte vom letzten Rabbiner der Gemeinde Floridsdorf, Dr. Moses Rosenmann, verschaffte Klarheit über den Planer der Synagoge: Oberbaurat Andreas Streit. Alle recherchierten Informationen über den Tempel ermöglichten schließlich die Formulierung einer detaillierten Baugeschichte. Der erste Teil der Diplomarbeit beschäftigt sich mit der allgemeinen Geschichte von Floridsdorf, aber auch mit der Entwicklung der hier ansässigen Jüdischen Gemeinde und ihres 1877 erbauten Gotteshauses. Nach mehreren notwendigen Renovierungen und einem Zubau im Jahr 1905, zerstörten schließlich die Nazis den Tempel in der gemeinhin genannten "Reichskristallnacht" vom 9. zum 10. November 1938. Die Liegenschaft des Synagogenkomplexes verwahrloste nach Bombentreffern im 2. Weltkrieg und wurde schließlich um 1970 von der IKG Wien an die Stadt Wien und eine Wohnbaugenossenschaft verkauft, die ein Personalwohnheim des Krankenhauses Floridsdorf und ein Wohnhaus errichteten. Beide Gebäude bestehen bis heute. Ein weiterer Abschnitt dieser Arbeit beschreibt die Bauteile der Synagoge und versucht die Details, die Materialien und das Erscheinungsbild des Tempels zu rekonstruieren. Die Floridsdorfer Synagoge wird anschließend mit realisierten Bauwerken von Architekt Andreas Streit verglichen. Ebenso werden Gemeinsamkeiten mit anderen europäischen Synagogen, die Ähnlichkeiten mit dem Bethaus in Floridsdorf aufweisen, herausgearbeitet. Als dritter und letzter Teil der Diplomarbeit erfolgte die Virtuelle Rekonstruktion des Tempels. Das 3D Modell wurde mit Hilfe der Software "AutoCAD" erstellt und anschließend in das Programm "Archicad" exportiert, auch um einerseits die Schnittstellen zwischen diesen CAD Programmen zu testen und um andererseits dem CAD-Standard des Gesamtprojektes zu entsprechen. Die endgültige fotorealistische Rekonstruktion wurde mit der Visualisierungssoftware "Artlantis" erstellt. Diese Software ermöglichte verschiedene Lichtverhältnisse der Tages- und Nachtzeiten nachzuvollziehen, aber auch unterschiedliche Oberflächenbelegungen und Materialeinstellungen zu tätigen. Die letztendlich entstandenen realistischen Bilder veranschaulichen dieses, bis dato, fast vergessene Gebäude, das immerhin mehr als 60 Jahre lang das Stadtbild von Floridsdorf mitgeprägt hat.