Titelaufnahme

Titel
Architekten unter Ingenieuren : ein Studienmodell zur Ausbildung von Architekten an Technischen Universitäten / Katharina Tielsch
VerfasserTielsch, Katharina
Begutachter / BegutachterinWinter, Wolfgang ; Dangschat, Jens ; Eisenloffel, Karen
Erschienen2010
Umfang277 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Berufsfeld / Ausbildung / Architekten / Architekturschaffende / Bauingenieure / Bildung / Gesellschaft / Wissen / Ausbildungsmodell / Studienplan
Schlagwörter (EN)profession / education / architects / civil engineers / society / study program / knowledge
Schlagwörter (GND)Österreich / Technische Universität / Architekturstudium / Österreich / Architektur / Ausbildung
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-33923 Persistent Identifier (URN)
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Architekten unter Ingenieuren [6.15 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Technische, ökonomische und soziale Entwicklungen beeinflussen Architektur, die gemeinhin mit Bauwerken assoziiert wird. Gleichwohl bestimmen diese veränderlichen Faktoren auch die Ausbildung sowie die praktische berufliche Realität von Architekten.

Das rasche Voranschreiten von technischen Errungenschaften führt zu einer Zunahme von Informationen und daraus generiertem Wissen. Das Berufsfeld des planenden Hochbaus begann sich in viele verschiedene spezialisierte Disziplinen aufzuspalten. In den traditionell gewachsenen Institutionen technischer Ausbildung, die auf eine mehr als 200-jährige Tradition zurückblicken, werden die wachsenden Lehrinhalte an die Studierenden vermittelt. Daraus resultiert die Spaltung in diverse Bereiche. Architekten und Bauingenieure werden heute an zwei getrennten Fakultäten unterrichtet, wobei wenige Synergien der einzelnen Fächer vorzufinden sind.

In der Praxis sind Architekten und Bauingenieure gemeinsam verantwortlich für die Planung und Realisierung von Gebäuden, die immer Ausdruck der Kultur sind. Um gute Resultate zu erreichen ist eine Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Verständnis und Kommunikation basiert, mehr denn je notwendig. Ausbildung und Berufsfeld müssen eine enge Verbindung eingehen, in der die unterschiedlichen beruflichen und sozialen Anforderungen in Betracht gezogen werden. Der Arbeit liegt die folgende Fragestellung zugrunde: "Welche Aspekte müssen speziell in der Ausbildung einbezogen werden, um eine nachhaltige und effiziente Beziehung zwischen Ausbildung und Praxis herzustellen?" Vier Faktoren werden in dieser Arbeit als die Hauptkomponenten von Kultur definiert: Generierung, Vermittlung, Speicherung und Anwendung von Wissen. Theorie und Praxis oder Ausbildung und Berufsfeld im planenden Hochbau werden unter diesen Erscheinungsformen von Wissen untersucht. Die Entwicklung der Ausbildungsinstitutionen sowie auch die Veränderungen innerhalb des Berufsfeldes bis zum derzeitigen Status quo werden diskutiert und analysiert. Der Fokus der Arbeit liegt auf den Ausbildungssystemen an österreichischen Universitäten. Für das Berufsfeld wurden existierende Fakten und Daten in Österreich recherchiert und mit einer erst kürzlich vorgenommenen empirischen Studie auf Fragebogenbasis ergänzt. Damit wird die aktuelle Situation in Österreich hinterleuchtet. Während in den universitären Ausbildungsstätten Wissen in der Theorie generiert und vermittelt wird, kommt dieses im Berufsfeld zur praktischen Anwendung und steht dadurch als gespeicherte Information für spätere Generationen zur Verfügung.

Verbindend dazwischen steht stets die Kommunikation, die sich aufgrund technischer Errungenschaften bis zum heutigen Augenblick rasant entwickelt hat. Für die Technische Universität Wien wird ein neues Ausbildungsmodell vorgeschlagen, das die bereits vorhandenen Kapazitäten und Ressourcen der Universität nutzt und auf die Bologna-Forderungreagiert. Entgegen der gegenwärtigen Tendenz nach Spezialisierung wird eine interdisziplinäre und generelle Ausbildung im Bauwesen während des Bachelorstudiums vorgeschlagen. Im konsekutiven Masterstudium sollen dann, stets die Lehrform der Projektarbeit ausnutzend und den klassischen Bildungsgedanken von Universitäten bewahrend, breit gefächerte Möglichkeiten der Spezialisierung ermöglicht werden. Speziell die Kommunikations- und Koordinationsfähigkeit, die für den generalistischen Architekturberuf unbedingt erforderlich ist, soll durch fakultätsübergreifende Lehre trainiert werden. Interdisziplinäres Arbeiten vom Beginn bis zum Ende der Ausbildung würde ein fächerübergreifendes Denkkollektiv hervorbringen.

Zusammenfassung (Englisch)

Technical, economical and social development influences architecture itself as well as its education and practical professional reality. Rapid proceeding of technical achievement leads to an increase of information and knowledge. The professional field in planning of building started to be divided into many different specialised disciplines. At traditionally established institutions of technical education, which look back at a more than two hundred year old history, have to deal with increased teaching content and mediate it to the students. This results in separation of diverse fields. Nowadays architects and civil engineers are educated in two different faculties, with less synergy of subjects.

In the professional practice, architects and civil engineers are both responsible for the planning and realisation of buildings, which are always an expression of culture. In order to get good results, the collaboration, based on understanding and communication, is nowadays, more than ever, absolutely necessary.

Education and the professional field have to maintain a close connexion regarding the variable professional and social requirement. This thesis is meant to answer the following question:

Which aspects must be taken into account in order to realise "sustainable" and efficient relationship between education and practice? Four factors, generation, mediation, storage and application of knowledge, are introduced as main components of culture. By using these four appearances, two facts of architecture - theory and practice, or education and profession - are observed.

The development of the institutions of education, as well as the change of the professional field till the actual situation, is discussed and analysed.

The main point is posed to the education system in universities of technology in Austria. For the professional field, existing Austrian facts and data is collected. An empirical study in Austria, based on a questionnaire, serves to understand the actual situation in the professional field. While in the universities knowledge is generated and communicated theoretically, in the profession it is transferred by practical application. Building itself can be considered as materialized information. The connecting part is communication, which is changing rapidly due to technological development.

The relationship between the four factors mentioned above, changes with time. The present world lays the emphasis in mediation. Considering the analysis of several data a conceptual solution for the education in planning of buildings is introduced. It is addressed to technical institutions, with their traditionally grown structure. Versus the present tendency of specialisation an interdisciplinary and general education should be reinforced during the Bachelor studies. The ongoing Master studies should provide wide spread possibilities in individual specialisation. The so called "Diplom Ingenieur der Architektur" would be a well trained generalist in architecture.

Interdisciplinary work, from the beginning to the end of the education, will lead to the creation of cross-fields of thinking.