Titelaufnahme

Titel
Sumba baut : Tradition und Innovation der indigenen Architektur auf Sumba im Kontext der ostindonesischen Inselwelt / von Irene Doubrawa
VerfasserDoubrawa, Irene
Begutachter / BegutachterinLehner, Erich
Erschienen2009
Umfang358 S. : zahlr. Ill., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Architektur / Sumba / Tradition / Wohnhaus / Dorf / Indonesien / Ostindonesien / Bauforschung / uma
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-33081 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit Sum/:ba:/ut beschäftigt sich mit der indigenen Architektur der ostindonesischen Insel Sumba, welche in engem Zusammenhang mit ihrer Umgebung und den Menschen, die sie bewohnen, steht. Der Fokus richtet sich dabei auf das Wohnhaus, welches neben Ahnengräbern, Altären und einem Dorftempel das prominenteste Gebäude des sumbanesischen Dorfes darstellt. Dabei werden nicht nur Dorfgrundrisse und die Konstruktion des Hauses, sondern auch dessen Nutzung durch seine BewohnerInnen, erläutert. Durch einen Vergleich von Struktur und Form des Hauses mit Gebäuden umliegender Baukulturen können strukturelle Grundlagen und Prinzipien der architektonischen Evolution in einen Kontext gesetzt und erklärt werden.

Das sumbanesische Wohnhaus uma vereint alle Funktionen, welche im täglichen Leben seiner BewohnerInnen benötigt werden in sich. Es dient als Aufenthaltsort, Schlafstätte, Arbeits- und Kochplatz, wird als Wohnhaus der verstorbenen Ahnen betrachtet, erfüllt die Rolle eines Gemeinschaftshauses und bietet Platz für Speichergut und Tiere. Weiters stellt das Haus eine bauliche Manifestation der Weltordnung und Gesellschaft der Sumbanesen dar. Dieses Phänomen des "Hauses als Buch" taucht in vielen schriftlosen Gesellschaften auf, sodass die HausbewohnerInnen Welt- und Gesellschaftsordnungen in ihrer gebauten Umgebung erfahren und verinnerlichen können. Das sumbanesische Haus ist konstruktiv optimal an die vorherrschenden Verhältnisse angepasst. Es bildet den Lebensmittelpunkt seiner BewohnerInnen und in der Form als Stammhaus sogar eines gesamten Clans. Unter Einbeziehung lokaler Unterschiede drückt es den Status seines Besitzers sowie dessen Rolle in der Dorfgemeinschaft aus. Innerhalb des Dorfes stehen ihm die "Häuser der Toten", die Ahnengräber, gegenüber, was von einem besonderes Naheverhältnis der Sumbanesen zu ihren verstorbenen VorfahrInnen zeugt.

Betrachtet man die sumbanesische Architektur im Kontext ihrer geographischen Umgebung, so kann man einige Gemeinsamkeiten in Konstruktion und dem Entwicklungsprozess der Bauten erkennen. Das sumbanesische Haus bildet jedoch insofern eine Besonderheit im Vergleich mit umliegenden Baukulturen, als aus einer ausgeklügelten Kombination aus Speicherbau und Wohnhaus ein sehr groß dimensioniertes Gebäude entstand. Für die Sumbanesen stellt das Haus bis heute ein identitätsstiftendes Symbol ihrer Kultur dar.

Zusammenfassung (Englisch)

Sum/:ba:/ut (Sumba builds) deals with the indigenous architecture of the eastern Indonesian island of Sumba. The vernacular architecture on this island is closely associated with its surroundings and the people that utilize it. The main focus thereby lies on the most prominent building of a Sumbanese village, the dwelling house uma. It combines all functions that are required in daily life and serves as a living and sleeping area, kitchen, granary, community house and temple for ancestors, while livestock is kept underneath the house. The dwelling house is a built manifestation of the world order and the society of the Sumbanese people. This phenomenon of the "house as a book" can be found in many societies without scripture, where the house makes it possible for its dwellers to learn and internalise their world order through their built environment. The construction of the Sumbanese house is very well adapted to its surroundings and the lives of its residents or even of a whole clan center around this building. Including local distinctions the uma represents the status of its dwellers and their position in the village community. Within the village the dwelling houses face the "houses of the dead", the ancestral graves. This indicates the close relationship between the Sumbanese and their departed ancestors. Putting the Sumbanese vernacular architecture in the greater context of ist geographical surroundings, similarities in construction and architectural evolution can be detected. Compared to these different building cultures the Sumbanese uma is special by means of its clever combination of a granary and a living house to a large size building. Until today the house serves as an important symbol for the cultural identity of the Sumbanese people.