Titelaufnahme

Titel
Neue Bürobauten in Wien: Wie Architektur und ihre Bilder zur Konstruktion ökonomischer Vorstellungswelten beitragen / Monika Grubbauer
VerfasserGrubbauer, Monika
Begutachter / BegutachterinDangschat, Jens ; Läpple, Dieter
Erschienen2009
Umfang267 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2009
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Stadtentwicklung / Globalisierung / unternehmerische Stadt / Stadtmarketing / Regulationstheorie / Raumtheorie / Immobilienwirtschaft / Bürohochhaus / Bildanalyse
Schlagwörter (EN)urban development / globalization / entrepreneurial city / city marketing / regulation theory / space theory / real estate market / office tower / image analysis
Schlagwörter (GND)Wien / Architektur / Bürohaus / Stadtökonomie
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-32373 Persistent Identifier (URN)
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Neue Bürobauten in Wien: Wie Architektur und ihre Bilder zur Konstruktion ökonomischer Vorstellungswelten beitragen [4.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation ist der Frage gewidmet, wie Architektur dazu beiträgt, Erklärungsmuster über die Funktionsweise der Stadt und das Wesen des Städtischen zu prägen und damit die Ausrichtung städtischer Politik an stärker unternehmerisch und wettbewerbsorientierten Modellen durchzusetzen.

Untersucht wird diese Rolle von Architektur in der Konstruktion wirtschaftspolitischer Deutungszusammenhänge anhand der seit den 1990er Jahren in Wien errichteten Bürobauten und den Strategien ihrer medialen Repräsentation. Bürohochhäuser sind die größten und markantesten Bauten des Stadtumbaus, der in Verbindung mit dem Wandel der wirtschaftlichen Basis und des politischen Selbstverständnisses in den vergangenen beiden Dekaden in Wien stattgefunden hat. Sie stellen ein Schlüsselelement in den Aktivitäten der Stadtregierung dar, Wien als moderne Weltstadt sowie als internationaler Wirtschaftsstandort und "Ost-West" Drehscheibe zu präsentieren.

Meine zentrale These ist, dass die lokalen Bürohochhäuser ein zentrales Element in der diskursiven Konstruktion einer imagined economy (Jessop 1998) darstellen, die von realen ökonomischen Verhältnissen abgehoben ist. Der empirische Teil der Dissertation umfasst zum einen die Analyse einzelner Bauten und die Rekonstruktion ihrer Entwicklungsprozesse unter anderem anhand einer Serie von Experteninterviews. Zum anderen wird eine diskurs- und bildanalytische Betrachtung der medialen Repräsentation der zuletzt in Wien errichteten Bürobauten und Bürohochhäuser vorgenommen.

Als Material dienen hierzu Planungsdokumente, Publikationen und Werbematerialien der Stadt sowie Sujets und Materialien aus politischen Kampagnen des letzten Jahrzehnts.

Auf Basis der empirischen Analyse argumentiere ich, dass die zentrale diskursive Funktion der Wiener Bürobauten und Bürohochhäuser in der Konstruktion der lokalen imagined economy darin besteht, über die Verkörperung internationaler baulich-räumlicher Typologien und Standards auch die Existenz ökonomischer Aktivitäten von internationaler Reichweite zu belegen. Ich zeige, dass die lokalen Bürobauten und v.a.

Bürohochhäuser als Bildmotive dazu dienen, wirtschaftsbezogene Internationalisierungsprozesse im Stadtraum paradigmatisch zu verankern und diskutiere schließlich die Widersprüche und Inkohärenzen, die sich in dieser "Verräumlichung" ökonomischer Prozesse durch die Büroprojekte ergeben.

Zusammenfassung (Englisch)

The thesis explores how architecture contributes to the construction of economic imaginaries and facilitates the implementation of entrepreneurial and outward oriented strategies of urban development.

This is examined drawing on the case study of Vienna and the new office buildings and office towers which have been built in Vienna since the mid 1990s. These office developments are the key element in the representation of Vienna as an international business location stressing the city's role as a centre for regional headquarters and the gateway to the new markets of Central and Eastern Europe.

The main argument of the thesis is that the new office buildings and office towers contribute to the construction of an imagined economy (Jessop 1998) which is detached from real economic processes. The empirical research includes case studies of the project development of selected buildings and an analysis of the public representation of the office projects by city authorities based on methods of discourse and image analysis.

Based on the empirical research I argue that the main discursive function of the office buildings and office towers consists in the embodiment of international typologies and buildings standards thereby implying also the existence of economic activities of international reach. I show how images of the office architecture are paradigmatically used to "locate" processes of economic internationalization within the urban space of Vienna and discuss what kind of contradictions and incoherences arise out of this "spatialization" of economic processes.