Titelaufnahme

Titel
Chancengleich - chancenreich? : Regionalentwicklung und Gender Mainstreaming ; die Implementierung der Gender Mainstreaming Strategie in entwicklungsschwachen Regionen am Beispiel ausgewählter Projekte / von Petra Hirschler
VerfasserHirschler, Petra
Begutachter / BegutachterinSchimak, Gerhard
Erschienen2009
Umfang239 S. : graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2009
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Regionalentwicklung / Chancengleichheit / Gender Mainstreaming / grenzüberschreitende Zusammenarbeit / Interreg
Schlagwörter (EN)Regional development / equality / Gender Mainstreaming / cross-border cooperation / Interreg
Schlagwörter (GND)Regionalentwicklung / Gender Mainstreaming / Chancengleichheit
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-31997 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Chancengleichheitsaspekte in der Regionalentwicklung sind vielfältig und sollten in allen Bereichen beachtet werden. Es geht vielmehr und die Frage wie die Querschnittsmaterie Gender Mainstreaming in Regionalentwicklungsprojekten und Entscheidungsprozessen zu implementieren ist. Gender Mainstreaming ist eine Strategie und dementsprechend gibt es kein allgemein gültiges Umsetzungsrezept.

Mainstreaming bedeutet in den Hauptstrom bringen und setzt die systematische Beachtung der unterschiedlichen Voraussetzungen, Bedingungen und Wünschen von Frauen und Männern in allen Politiken und Maßnahmen voraus.

1999 erklärte die Europäische Union mit dem Vertrag von Amsterdam Gender Mainstreaming zu einem Hauptziel ihrer Politik. In weiterer Folge floss die Querschnittsmaterie auch in den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), aus dem der Großteil der Regionalentwicklungsprojekte ko-finanziert werden, ein. Endogene Regionalentwicklung per Definition beinhaltet auch die Genderperspektive. Aber rückblickend betrachtet, spielt die Genderperspektive in der Regionalentwicklung eine Rolle weit entfernt des Mainstreams. Frauen tragen zwar maßgeblich zur Regionalentwicklung bei, so stellen sie in den Entscheidungsprozessen die Minderheit und auch in den Entwicklungsprozessen ist ihr Einfluss beschränkt.

Chancengleichheit für Frauen und Männer in der Regionalentwicklung zu erzielen, stellt eine Herausforderung dar. Die Gesellschaft sollte Frauen weiterhin dazu ermutigen, aktiv an der sozialwirtschaflichen Entwicklung teilzunehmen (z. B. durch Partizipation, Projekte, Kompetenz oder Mitwirkung). Verschiedene Projektbeispiele in Österreich zeigen Strategien für die praktische Implementierung von Chancengleichheit in Regionen auf, wie beispielsweise die Managerin für Chancengleichheit im Lungau oder das Projekt "GEKO - gendersensibel kooperieren" in der EUREGIO Weinviertel-Südmähren-Westslowakei. Der nachhaltige Versuch Chancengleichheit in den Regionen zu verankern bringt nicht zur Vorteile für Frauen, Männer und Kinder, sondern auch für die Lebensfähigkeit der regionaler Wirtschaft und der Gemeinden in Europa.

Obwohl es schon einige erfolgreiche Projektbeispiele gibt, kann natürlich mehr getan werden um Frauen in den Regionen sichtbar zu machen - rechtlich, wirtschaftlich, technisch und statistisch. Regionale Entwicklungsstrategien und Trainingskonzepte sollten verstärkt auf dem lokalen Wissen und gesellschaftlichen Dialog der Frauen aufbauen. Die Rolle der Frauen in der Regionalentwicklung gehört gestärkt und gewürdigt. Ein notwendiges Ziel beim Empowerment der Frauen ist deren gleichwertiger Anteil an Ressourcen, Wissen, Kontrolle und Entscheidungen. Aus- und Weiterbildung in entwicklungsschwachen Regionen bleibt dabei ein maßgeblicher Faktor. All diese Veränderungen brauchen Zeit, da sich traditionelle Rollenmuster nicht von heute auf morgen verändern.

Die Erfahrung zeigt, dass die Beraterinnen und Berater in der Regionalentwicklung eine Schlüsselrolle spielen. Diese Gruppe der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gehört für die Chancengleichheit sensibilisiert und vom Mehrwert für die Regionalentwicklung überzeugt.

Zudem sollte auch die Europäische Union in der aktuellen Programmplanungsperiode 2007-13 ihre Chancengleichheitspolitik fortsetzen. Herausforderung ist dabei die Programmziele bis auf die Projektebene fortzuführen. Hauptziel sollte dabei sein, die Qualität der Projekte generell aber insbesondere durch die Beachtung der Chancengleichheit zu heben.

Zusammenfassend stellt die Integration von Gender Mainstreaming in die Regionalentwicklung keinen neuen Planungsansatz dar, dennoch hat es die Perspektive der regionalen Entwicklungsprozesse in Österreich verändert.

Um eine endogene Regionalentwicklung sicherzustellen müssen Planerinnen und Planer sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen beobachten und die Chancengleichheit in allen Konzepten und Politiken sicherstellen.

Zusammenfassung (Englisch)

Basically gender issues in regional development are manifold and should be taken into account in all actions. The question is how to implement the cross-sectional matter of gender mainstreaming in regional development projects and decision making as gender mainstreaming is a strategy and there is no universal recipe for implementation. The principle of "mainstreaming", which consists of taking systematic account of the differences between the conditions, situations and needs of women and men, needs to be applied in all policies and actions.

In 1999 the European Union declared with the treaty of Amsterdam gender mainstreaming as a main goal of their politics. Furthermore this cross-sectional matter was implemented in the European regional development fund (ERDF) - a major field for financing projects in all fields of regional development. Endogenous regional development includes also the gender perspective by definition. But history showed that taking into account the gender perspectives in regional development practice is far off mainstream. Women's contribution to regional development is significant, but they are a minority in decision-making and planning so their influence is limited.

Achieving equality for women and men in regional development will take some effort. The society should continue to initiate activities to empower women to become active in the socio-economic development (e. g.

by participation, projects, expertise and assistance). Projects in Austria showed how gender mainstreaming works in practice for example a project manager for gender mainstreaming in the Lungau or the project "GEKO - gender sensible cooperation" in the EUREGIO Weinviertel-South Moravia-West Slovakia. A sustained effort by all actors in all fields to integrate equal opportunities into regional development will bring major benefits not only to lives of individual women, men and children, but also to the viability and sustainability of local economies and communities throughout Europe.

Nevertheless there are already good practice examples there should be done more to fully recognise women's role in communities - legally, economically, technically and in statistics. Women's local knowledge and social interaction should be integrated in regional development strategies and teaching concepts. Their self-esteem as productive actors in rural development has to be recognised in extension. An essential goal for the empowerment of women is their equal share in all spheres of production and reproduction, resource control, knowledge and decision making. Gender sensible and specific further education remains a focal issue in poorly developed regions. All these changes need a lot of time as the traditional role models of women and men in the society need to be changed.

As experience showed a crucial factor for the implementation are the experts active in consulting regional projects. These information multipliers need to be trained and convinced that gender issues bring an added value to regional development. Beside that, it's a must to strengthen the gender mainstreaming approach in the upcoming programs 2007-2013 by the European Union for territorial cohesion. The main goal is to develop a multi level strategy starting with the programs itself down to each single project. The main task is to raise the quality of regional development projects in general by improving the equal opportunities.

Concluding the integration of gender issues in regional development is no new approach in planning, but nevertheless it changed the perspective of regional development policies in Austria. To ensure a "more" endogenous regional development planners as well as decision-makers need to observe the different needs and expectations of people and to secure equality in all their concepts and policies.