Titelaufnahme

Titel
Denkmalschutz aus Investorensicht : eine Bestandsaufnahme und Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation des Denkmalschutzes in Österreich / Michael Schmid
VerfasserSchmid, Michael
Begutachter / BegutachterinNachum, Lilach
Erschienen2007
Umfang103 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Master Thesis, 2007
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-31557 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die gegenständliche Arbeit beschäftigt sich mit denkmalgeschützten Immobilien aus Investorensicht. Der Begriff "Investor" wird in dieser Arbeit in einem weiten Sinne verwendet, es fällt also jeder Eigentümer darunter. Ziel der Arbeit ist es, darzustellen, welche Vor- und Nachteile sich aus der Unterschutzstellung einer Immobilie ergeben und wie, warum und in welcher Höhe sich diese auf den Wert des Objektes auswirken. Ausgangspunkt für die angestellten Untersuchungen ist eine Darstellung des geltenden Denkmalschutzrechtes. Überblicksartige werden die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung, deren rechtliche und praktischen Folge sowie die Behördenorganisation dargestellt. Zahlen und Statistiken zum Denkmalbestand und zu den verfügbaren Bundesförderungsmittel runden diese Betrachtungen ab. Welche Literatur findet sich im deutschen Sprachraum zu unserem Thema? Dieser Frage widmet sich der nächste Teil der vorliegenden Arbeit. Anhand je eines Werkes aus Österreich und der BRD wird der Zugang der Bewertungsliteratur zum Denkmalschutz untersucht. Wegen der erheblichen Unterschiede zwischen der Rechtslage in Österreich und in der Bundesrepublik werden auch diese Differenzen kurz angerissen, um die Erkenntnisse der deutschen Bewertungsliteratur auf österreichische Verhältnisse umlegen zu können. Die wesentlichen Nachteile einer Unterschutzstellung ergeben sich direkt aus dem Materiegesetz. Die Vorteile hingegen stammen, abgesehen von direkten Bundesförderungen, zum größten Teil aus anderen Rechtsmaterien: dem Steuerrecht und dem Mietrecht. Da es vom Ausmaß ebendieser Vorteile abhängt, ob Denkmalschutz "unter dem Strich" eine Auf- oder eine Abwertung für eine Immobilie bedeutet, wurde die Rechtslage und die zugehörige Rechtsprechung einer detaillierten Untersuchung auf Relevanz und Anwendbarkeit der "Rechtswohltaten" hin unterzogen. Leider stellt sich bei genauerer Betrachtung heraus, dass diese Vorteile zu einem Gutteil nur auf dem Papier existieren und in Summe nicht dazu geeignet sind, die Nachteile einer Unterschutzstellung aufzuwiegen. Der Autor dieser vertritt die These, dass lebendiger und engagierter Denkmalschutz umso nachhaltiger gesichert ist, je mehr dessen Interessen sich mit denen der Eigentümer decken. Aus den herausgearbeiteten Ergebnissen lässt sich implizit schließen, dass dies vom Gesetzgeber derzeit nicht so gesehen oder zumindest nicht so umgesetzt wird. Es überwiegt der Regelungs- und Verbotscharakter der Materie; die entgegenstehenden Begünstigungen wirken entsprechend halbherzig. Aus der Überzeugung heraus, dass Denkmalschutz und Eigentümerinteressen in keinem natürlichen Widerspruch zueinander stehen, ergeben sich verschiedene Lösungsansätze. Im Wesentlichen beruhen diese auf steuerlichen und aus mietrechtlichen Anreizen. Anhand einer aktuellen Studie wird gezeigt, dass mit geringem legistischem Aufwand beträchtliche Investitionssummen freigesetzt werden können, ohne den Staatshaushalt zu belasten. Die vorgeschlagenen mietrechtlichen Änderungen beruhen auf einer nach Meinung des Verfassers gerechteren Verteilung der Belastungen durch den Denkmalschutz auf alle betroffenen (und profitierenden) Parteien, und dazu gehört eben nicht nur der Eigentümer. Abschließend wird eine über diese Lösungsansätze hinausgehende Idee entwickelt: werden allen denkmalgeschützten Immobilien großzügige (rechtliche) Vergünstigungen gewährt, die zu nennenswerten geldwerten Vorteilen für zumindest einen Teil der Objekte führen, kann im Gegenzug ein Teil dieser Überschüsse abgeschöpft werden. Im Sinne einer "Solidargemeinschaft des baukulturellen Erbes" können diese Mittel dann jenen Immobilien zufließen, die aufgrund Ihrer Lage und Beschaffenheit nicht dazu geeignet sind, aus den eingeräumten Vergünstigungen zu profitieren, und so auch deren Erhaltung sichergestellt werden.