Titelaufnahme

Titel
Die Entwicklung der Qualitätssicherung in der Regionalentwicklung : von der Evaluation zum Qualitätsmanagementsystem - dargestellt am LEADER-Programm / von Ilse Höfling
VerfasserHöfling, Ilse
Begutachter / BegutachterinDillinger, Thomas
Erschienen2008
Umfang150 Bl. : graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2008
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Raumplanung / Regionalentwicklung / Evaluation / LEADER / Qualitätssicherung
Schlagwörter (EN)LEADER / Regional development / evaluation / quality assurance
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-29436 Persistent Identifier (URN)
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Die Entwicklung der Qualitätssicherung in der Regionalentwicklung [3.19 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der Diplomarbeit ist, die umgesetzten und zukünftigen Modelle der Qualitätssicherung in der Regionalentwicklung zu analysieren. Dabei wird als Untersuchungsgegenstand das EU-Förderprogramm LEADER herangezogen - mit Fokus auf das Bundesland Niederösterreich - und die Weiterentwicklung der Instrumente in den drei bisherigen bzw. laufenden Förderperioden untersucht.

LEADER (Liaison entre Actions des Developpement de l Economie Rural) ist ein EU-Förderinstrument zur Unterstützung von innovativen Maßnahmen in ländlichen Gebieten und besteht seit 1991. Österreich nimmt seit dem Beitritt zur Europäischen Union 1995 Fördermittel aus dem LEADER-Programm in Anspruch. LEADER war ursprünglich eine Gemeinschaftsinitiative der EU, wurde ins Programm der ländlichen Entwicklung integriert und wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds finanziert. LEADER zeigt einen positiven Entwicklungstrend: In Österreich beteiligen sich derzeit 85 Regionen am Programm. LEADER bedient sich einer besonderen Methode, bei der eine lokale öffentlich-private Partnerschaft bottom-up Projekte entwickelt, die eine Entwicklungsstrategie verfolgen. Neben der EU-Programmplanung, in der die Schwerpunkte und Mittelverteilung festgelegt werden, zählt auch die Programmevaluation zu den zentralen Elementen der Verfahrens-vorschriften der Struktur- und Regionalpolitik der EU. Seit der Strukturfondsreform 1988 sehen die diversen Verordnungen der Europäischen Kommission die Instrumente der Ex-ante-, Halbzeit- und Ex-post-Evaluation vor. Auch Österreich führt diese verpflichtend vorgesehenen Evaluationen im Rahmen des LEADER-Programms durch. Evaluation dient als Lernprozess, um die Qualität des laufenden und des zukünftigen EU-Programms zu verbessern.

Evaluation ist ein Instrument der Sozialwissenschaft und wird im Non-profit-Bereich eingesetzt, bei dem Daten zu einem Analysegegenstand gesammelt, bewertet sowie die Wirkungen dargestellt werden. Evaluationen nehmen dabei 4 Funktionen ein: die Erkenntnisfunktion, die Kontrollfunktion, die Dialogfunktion oder die Legitimationsfunktion. Je nach Anwendungsfall bedienen sich Evaluationen verschiedener Methoden:

Sie werden formativ oder summativ, ziel- oder wirkungsorientiert, prozess- oder projektorientiert eingesetzt. Unabhängig davon, welche Methode angewendet wird - der Nutzen dieses Instruments liegt darin, die "Qualität" der Arbeit zu verbessern bzw. die Zielerreichung zu überprüfen. Im Gegensatz dazu werden Qualitätsmanagementsysteme im Unternehmens-sektor eingesetzt, um die Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der Prozesse gewinnmaximierend zu verbessern.

Vergleicht man Evaluationen mit den Instrumenten aus dem Profit-Bereich, so stellt man zahlreiche Unterschiede fest: Evaluationen sind periodisch angelegt, steigern den Stakeholder-Value, werden oft extern durchgeführt und weisen einen breiten Untersuchungsgegenstand auf.

Qualitätsmanagementsysteme hingegen sind kontinuierlich, prozessbegleitend, steigern den Shareholder-Value, werden meist intern durchgeführt und konzentrieren sich auf die wichtigsten Faktoren zur Qualitätssteigerung.

Bisher wurden 6 Evaluationen von der Verwaltungsbehörde in Österreich erstellt. Die Europäische Kommission hat 4 Bewertungen in Auftrag gegeben. Die Analysen zeigten Stärken und Schwächen der Programmumsetzungen auf und enthielten zahlreiche Empfehlungen, um die "Qualität" der Programme zu verbessern. Beispielsweise wurden die Vorgaben für die Regionsgrößen an den Bedarf der Regionen angepasst.

Seit LEADER II 1995-1999 hat Niederösterreich sich der Methode der Selbstbewertung in den LEADER-Regionen bedient und war somit Pionier in Österreich. Nicht nur die Ebene der Programmverwaltung sollte ein Instrument zur Qualitätsverbesserung einsetzen, auch in den LAGs sollte mit Hilfe der Selbstreflexion an der Verbesserung der Arbeit vor Ort gearbeitet werden. Bereits in LEADER + 2000-2006 wurde an der Weiterentwicklung in Richtung Qualitäts-managementsystem gearbeitet. Dabei haben sowohl Niederösterreich als auch die Verwalt-ungsbehörde in Österreich ein Modell der BSC für die Regionen adaptiert, das ab der aktuellen Förderperiode 2007-2013 eingesetzt werden soll. Das Modell der BSC-Regio sieht vor, kontinuierlich den Prozess und die Maßnahmen zu reflektieren, um daraus Maßnahmen abzuleiten, damit die festgelegte Strategie der Region effizienter und effektiver erreicht werden kann. Die "Qualität" der Arbeit der LAGs soll damit verbessert werden. Nachdem die begleitende Qualitätssicherung erst im Herbst 2008 gestartet wird, können in diesem Bereich noch keine Erfahrungen analysiert werden. Qualitätsmanagementsysteme ersetzen keine Evaluationen, sondern ergänzen diese. Auf lokaler Ebene hat sich gezeigt, dass die BSC-Regio - als Steuerungs- und Reflexions-instrument - in einem kontinuierlichen Prozess besser geeignet ist als die periodische Evaluation, die meist extern durchgeführt wird. Die Zielerreichung zu überprüfen bzw.

Fehlentwicklungen offen zu legen und noch steuernd in Planungs- und Umsetzungsprozesse eingreifen zu können ist auch in der Regionalentwicklung sinnvoll. Diese Instrumente sind nicht nur in Verbindung mit dem Förderinstrument LEADER zu sehen, sondern sollten auch in sonstigen Programmen und Projekten in der Regionalentwicklung Eingang finden.

Zusammenfassung (Englisch)

Aim of the diploma thesis is to analyse realized and future models of quality in regional development. Focusing on the province of Lower Austria, as object of investigation is considered the LEADER grant programme and the further development of the instruments in the three past resp. present funding periods. LEADER (Liaison entre Actions des Developpement de l Economie Rural) is an EU funding instrument for supporting innovative measures in rural areas and exists since 1991. Austria accesses funds from the LEADER programme since its EU accession in 1995. Originally LEADER was a community initiative of the EU, has been integrated to the programme of rural development and is financed from appropriation of the European Agricultural Funds. LEADER uses a special method with which a local public-private partnership develops bottom-up projects, which pursue a development strategy. Besides EU programme planning, in which priorities and funds allocation are stated, programme evaluation is counted among the central aspects of procedural rules in structural and regional policy of the EU. Since the reform of structural funds in 1988 several regulations of the European commission deal with the instruments of ex-ante, mid-term or ex-post evaluation. Austria implements these compulsorily fixed evaluations in the LEADER programme as well. Evaluation is meant as a learning process in order to improve the quality of the present and future EU programme.

Evaluation is an instrument of social sciences and is implemented in non-profit sector, when data from an object of analysis are collected, evaluated and their effects are to be presented. Evaluation has 4 functions: realisation, monitoring, dialog or legitimating. Depending on the application evaluation makes use of different methods: They are implemented either in a formative or summative way or oriented on aims, effects, processes or projects. Irrespective of the used method the benefit of this instrument is in improving the "quality" of work resp.

to check the target achievement. In contrast, quality management systems are used in the profit sector to improve the quality of products and services as well as to increase the profit maximalisation of processes.

Comparing evaluation by the instruments of the profit sector results in several differences: Evaluations are periodically planned, increase the stakeholder value, are often externally realised and have a wider object of investigation. Quality management systems, however, are continuous, accompanying the process, increase the shareholder value, are mainly internally realised and focus on the most important factors of quality increase. By now in Austria 6 evaluations have been carried out by the Managing Authority. The European Commission has ordered 4 evaluations. The analyses show strengths and weaknesses of the programme implementation and contain several recommendations for improving the "quality" of the programmes. Since LEADER II 1995-1999 Lower Austria has made use from the method of self-evaluation in the LEADER regions and thus became a pioneer in Austria. Not only the level of programme administration was asked to use an instrument for quality improvement but also the LAGs had to carry out an improvement of work by self-reflection. Already in LEADER + 2000-2006 further development was made towards quality management systems. Therefore a model of the BSC for regions, being implemented from the present funding period 2007-2013 onwards, was adapted both in Lower Austria and for the Managing Authority in Austria.

The BSC-Regio model envisions a continuous reflection of processes and measures in order to develop measures to meet stated strategies of the region more efficient and effective. Thereby the "quality" of the LAG work is to be improved. Since in-process quality assurance cannot be started before autumn 2008, no experience can yet be analysed. Quality management systems do not replace any evaluation but complete it. On local level it is visible that BSC-Regio as control and reflection element in a continuous process is more appropriate than periodical evaluation which is mainly externally carried out. To check the target achievement resp. to uncover misguided developments and to step in processes of planning and implementation makes sense as well in regional development. These instruments are not to be considered directly linked to the LEADER funding instrument, but should find an entry as well in other programmes and projects of regional development.