Titelaufnahme

Titel
Finanzierung der Gebietskrankenkassen in Österreich : Entwicklung eines qualitativen Kostenmodells mittels System Dynamics / Patrick Einzinger
VerfasserEinzinger, Patrick
Begutachter / BegutachterinBreitenecker, Felix
Erschienen2009
UmfangVI, 74 Bl. : ill., graph. darst.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2009
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)System Dynamics / Kostenmodell / Krankenkasse / COPD / Gesundheitssystem
Schlagwörter (EN)System Dynamics / cost model / health insurance / COPD / health system
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-29146 Persistent Identifier (URN)
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Finanzierung der Gebietskrankenkassen in Österreich [3.44 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das österreichische System der sozialen Krankenversicherung hat seit einigen Jahren große finanzielle Probleme. Speziell bei manchen Gebietskrankenkassen steigt die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und insbesondere von Heilmitteln stärker an als die Beiträge der Versicherten. Da das Gesundheitssystem verschiedene Arten von Rückkopplungen und Steuerungsmöglichkeiten besitzt, welche von der Information und den Interessen der einzelnen Akteure (Leistungserbringer, Versicherte, Krankenkassen) abhängen, wird in dieser Diplomarbeit ein System Dynamics Kostenmodell einer Gebietskrankenkasse entwickelt, welches speziell die Finanzierungsströme betrachtet. Die Beiträge der Versicherten und die Versicherungsleistungen hängen dabei von der Versichertenstruktur und damit von der Bevölkerungsentwicklung ab. Ein großer Teil der Einwohner eines Bundeslandes ist in der jeweiligen Gebietskrankenkasse versichert.

Dies wird durch ein in das Kostenmodell integriertes, dynamisches Bevölkerungsmodell abgebildet. Zudem werden basierend auf der Versichertenstruktur Krankheiten generiert, die in akute und chronische unterteilt sind, um dem unterschiedlichen Verlauf und Bedarf an Versicherungsleistungen verschiedener Krankheitsarten im Modell Rechnung zu tragen.

Exemplarisch wird basierend auf dem gleichen Bevölkerungsmodell auch ein eigenes Modell für eine bestimmte chronische Erkrankung, die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), entwickelt, um zu zeigen, wie das Auftreten von einzelnen Krankheiten über den Zeitverlauf und deren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (und damit ihre Auswirkungen auf die Finanzierung) genauer abgebildet und in das Gesamtmodell integriert werden können. Die iterative Modellverfeinerung sowie der Aufbau und die Umsetzung unterschiedlicher Modellbildungstiefen wird anhand der Einbindung des genau formulierten Modells zu COPD in das Modell des Globalverhaltens gezeigt.

Das Kostenmodell wird mit standardmäßigen Parametern im Basislauf sowie zwei unterschiedlichen Szenarien - gleichen Neuerkrankungswahrscheinlichkeiten für alle Altersgruppen und einer Strategie zur Anpassung der Beitragssätze - getestet, während mit dem COPD-Modell die zeitlich verzögerte Anpassung der Prävalenz (und damit der Kosten) aufgrund einer plötzlichen Senkung des Raucheranteils untersucht wird.

Die Empfindlichkeit einzelner Parameter wird mit den Sensitivitätsanalyse-Werkzeugen der verwendeten Software Vensim getestet. Dies führt zu verbessertem Wissen darüber, welche Art von Daten in größerer Genauigkeit von empirischen Studien benötigt werden, um qualitatives und quantitatives Verhalten vorherzusagen.

Zusammenfassung (Englisch)

During the last few years the Austrian Health Insurance System has had severe financial problems.The use of health services and costs for drugs rise stronger, especially for some of the nine regional health insurances. The health system contains various types of feedback loops and control possibilities, which depend on information and interests of the different players (health care providers, insured persons, health insurances). Therefore a System Dynamics cost model of a regional health insurance is constructed, with special regard to its cash flows.

Contributions of the insured persons depend on their number and demographic structure and thus on the population development. A major part of the inhabitants of a federal country is insured by the particular regional health insurance. This is represented by a dynamic population model which is integrated into the cost model. Additionally, the insured persons develop (according to their demographic structure) illnesses which are separated into chronic and acute ones to allow for different progress and demand for health care of distinct classes of diseases.

Exemplarily, a separate model for one particular disease, namely COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), is developed based on the same population model to show how the incidence of certain illnesses and their demand for health services (and therefore their influence on financing) can be modeled in more detail and how it can be integrated into the general model. Thus the possibility of iterative refinement is shown.

The cost model is tested in a base run with standard parameters and in two different scenarios: equal probabilities of new illnesses and an adaption policy for contribution fractions. With the COPD-model, the time-delayed adjustment of prevalence (and thus of expenses) due to a sudden decrease of the ratio of smokers is investigated.

The sensitivity of several parameters is tested with the sensitivity analysis tools of used software Vensim. This leads to better knowledge about data that are needed by empirical studies with higher accuracy to predict qualitative and quantitative behaviour.