Titelaufnahme

Titel
Evaluierung von Einsatzfeldern schienengebundener Verkehrsmittel für Just-In-Time-Lieferungen und deren Rahmenbedingungen / von Klemens Wesely
VerfasserVesely, Klemens
Begutachter / BegutachterinMatyas, Kurt ; Schmitz, Klaus
Erschienen2008
UmfangV, 110 Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2008
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)JIT / Logistik / Bahn / Automobilindustrie / Just in Time
Schlagwörter (EN)JIT / logistics / rail / automotive / just in time
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-26060 Persistent Identifier (URN)
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Evaluierung von Einsatzfeldern schienengebundener Verkehrsmittel für Just-In-Time-Lieferungen und deren Rahmenbedingungen [2.25 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Transportleistung des Straßengüterverkehrs nimmt - verglichen mit allen anderen Verkehrsmitteln - überdurchschnittlich stark zu. Schienen- sowie Schiffstransporte verlieren stetig Anteil an der Gesamtverkehrsleistung. Vor allem auf kurzen Relationen ist der LKW-Verkehr oft erste Wahl, da dort seine Stärken am besten zur Geltung kommen. Er ist derzeit viel besser auf "Just-In-Time" - Zulieferprozesse eingestellt. Vorrangige Ursache hierfür ist die hohe Flexibilität, deren Grund unter anderem in der hohen Netzdichte des Straßennetzes liegt.

Dadurch können kurzfristige Aufträge kleiner Losmengen auch kurzfristig geliefert werden. Aufgrund der Notwendigkeit mehr Transportleistung auf die Schiene zu verlagern, behandelt diese Arbeit Möglichkeiten des Einsatzes schienengebundener Verkehrsmittel im Bereich der Just-In-Time Zulieferungen. Ziel war es, diesbezügliche Einsatzmöglichkeiten der Bahn herauszufiltern und in Szenarien durchzurechnen. Um dieses Ziel zu erreichen wurde zuerst die prinzipielle Eignung der Bahn durch Argumentationsbilanzen ermittelt. Anschließend wurden drei Szenarien durchgerechnet und jeweils mit einem alternativen, reinen LKW - Transport verglichen. Bei der Kostenermittlung wurden die Transportkosten sowie Kosten für Bestand, Behälter, Gleisanschluss, Lagerflächen und Kosten für zusätzliches Umschlagpersonal berücksichtigt.

Im ersten Szenario wurde angenommen, dass ein Lieferant eines Moduls seine Tagesproduktion mit einem Direktzug an einen Automobilproduzenten liefert. Der Zug pendelt dabei einmal täglich zwischen Lieferant und OEM. Dabei wurde festgestellt, dass die niedrige Auslastung einen wirtschaftlichen Betrieb, unabhängig von der Transportentfernung, unmöglich macht. Im zweiten Szenario betreiben vier Lieferanten, welche in einer Entfernung von 50 km zu einem zentralen Umschlagplatz angesiedelt sind, zusammen einen Ganzzug. Der Vorlauf erfolgt dabei auf der Straße. Eine Waggongarnitur fungiert beim OEM auch gleichzeitig als Lager. Durch die damit erhöhte Auslastung sinken die Transportkosten pro transportiertes Volumen deutlich und die Bahn ist ab ca. 202 km Transportentfernung kostenmäßig einem reinen LKW - Transport überlegen. Im dritten Szenario wird der ideale Fall angenommen, dass diese vier Lieferanten in unmittelbarer Nähe zu einander angesiedelt sind und den Zug ohne Vorlauf direkt beladen können. Durch diesen vereinfachten Transportablauf wird der Prozess noch effizienter und kostengünstiger, da die volle Strecke mit der Bahn gefahren werden kann. In den Szenarien wurde festgestellt, dass durchaus ein Kosteneinsparungspotential vorhanden ist. Die Berechnungen haben ergeben, dass unter bestimmten Voraussetzungen wie beispielsweise einer konstant hohen Auslastung und vorhandener Infrastruktur, Ganzzüge dieses Segment wirtschaftlich bedienen können. Zusammen mit neuen Methoden der Produktionsplanung und Steuerung wie jene der Perlenkette können Bedarfe schon frühzeitig bekannt gegeben werden. Dadurch wären auch Lieferanten großvolumiger Produkte in einem Umkreis von 500 km in der Lage ihre Lieferung auf der Schiene zu versenden. Unter Umständen müssen sich einige Lieferanten zusammenschließen um einen Ganzzug mit der notwendigen Auslastung betreiben zu können. Die dennoch deutlich niedrigere Lieferfrequenz verursacht allerdings im Vergleich zum Straßentransport wesentlich höhere Lagerbestände, welche seit der Einführung von JiT - Lieferungen kontinuierlich reduziert wurden um den gesamten Produktionsprozess schlanker zu gestallten. Die niedrige räumliche und auch zeitliche Flexibilität, hohe Lagerstände und viele Voraussetzungen wie die Notwendigkeit eines Gleisanschlusses an der richtigen Stelle machen den Bahntransport für zeitkritische Güter in vielen Fällen unattraktiv. Dennoch kann die Bahn in gewissen Einsatzfeldern durchaus mithalten und stellt eine echte Alternative dar.

Das sollte in Zukunft auch verstärkt bei Neuplanungen von Produktionsstätten berücksichtigt werden.