Titelaufnahme

Titel
Die Bedeutung offener Kulturlandschaften in der österreichischen Raumordnung : Beiträge der Raumordnung zum Schutz offener Kulturlandschaften gegen Neubewaldung mit Aspekten der Umsetzung im Bundesland Niederösterreich / von: Jochen Schmid
VerfasserSchmid, Jochen Claus
Begutachter / BegutachterinKanonier, Arthur
Erschienen2008
UmfangX, 107, 18 S. : graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2008
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Raumordnung / Raumplanung / Kulturlandschaft / Neubewaldung / Verwaldung
Schlagwörter (EN)Spatial planning / cultural landscape / forestation
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-23251 Persistent Identifier (URN)
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Die Bedeutung offener Kulturlandschaften in der österreichischen Raumordnung [1.64 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit stellt die Beiträge der nominellen Raumordnung zum Schutz nicht bewaldeter Kulturlandschaften in Österreich vor der Neubewaldung zur Diskussion. Naturnahe offene Kulturlandschaften nehmen bezogen auf ihre Fläche österreichweit ab, wobei der Anteil der Bereiche, die an Wald verloren gehen, jene, die der Siedlungstätigkeit zum Opfer fallen, um etwa das vierfache übersteigt. Betroffen sind von diesem Prozess derzeit alpine und subalpine Regionen mit weniger produktiven Böden und aufwändig zu bewirtschaftenden Lagen. Der Flächenverlust ist insofern relevant, als diese Landschaften häufig Identität stiftend und artenreich sind. Der Grund für die angesprochene Entwicklung ist überwiegend in den veränderten Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Produktion zu suchen, die die Aufgabe der Bewirtschaftung von Grenzertragsböden erzwingen.

Die Raumordnung nimmt unter anderem die Sicherung des Naturbestandes im Sinne des Leitbildes der Nachhaltigkeit für sich in Anspruch. Abgesehen von einschlägigen Förderprogrammen an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, soll daher hier die Frage beantwortet werden, welche Beiträge die Raumordnung zum Schutz der Kulturlandschaft leistet. Lediglich die Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich haben für das Instrument des Flächenwidmungsplanes Regelungen vorgesehen, die über die Beachtung von Raumordnungszielen im Rahmen der Planung hinausgehen. Es können dort Flächen ausgewiesen werden, die in Verbindung mit einer weiteren Rechtsmaterie, dem Flurschutz, die Durchführung einer Kulturumwandlung, welche alle relevanten Arten einer Bestockung mit forstlichen Gehölzen einschließlich der natürlichen Sukzession berücksichtigt, reglementieren.

Die Umsetzung bedeutet in der Praxis eine massive Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten auf den betroffenen Flächen und ist demnach nicht unumstritten. Der Versuch einer Regelung in Niederösterreich wurde bereits vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben und erst im Jahr 2007 in neuer Form wieder beschlossen. Darüber hinaus kann die Frage gestellt werden, ob die Raumordnung mit ihren Instrumenten überhaupt die geeignete Rechtsmaterie ist, Kulturflächenschutz räumlich umzusetzen.

Der selbst erhobene Anspruch des Fachbereichs auf die Sicherung des Naturbestandes muss aber die Bereitschaft zur Folge haben, die vorhandenen Instrumente als Plattform für die Problemlösung zur Verfügung zu stellen und damit diese Verantwortung auch zu-mindest in Teilen zu übernehmen.

Neben einer Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen, einschließlich Transparenz bei der Festlegung und Überwachung der Ergebnisse, ist eine Reihe begleitender Maßnahmen in den Bereichen Information, Förderung und Partizipation notwendig, um sinnvollen Schutz erreichen zu können. Schließlich sollte aber auch das kontrollierte Zulassen von Bewaldung in einzelnen Regionen Teil der Lösungsstrategie sein, denn es werden kaum ausreichende Ressourcen vorhanden sein, um alle offenen Kulturlandschaften in Österreich entgegen den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung langfristig erhalten zu können.

Zusammenfassung (Englisch)

The report on hand puts the contribution of Austria's spatial planning instruments to the conservation of open cultural landscapes against forestation up for discussion. In Austria the spread of open cultural landscapes decreases because of the economic changes in agriculture. Especially alpine regions suffer from a loss of such landscapes, because they have a significant share of soils of marginal revenue. The development is remarkable, because the natural scenery is a relevant part of Austria's identity and also these landscapes bear high quality in biodiversity. In this context it is interesting to mention that the influence of forestation exceeds housing and transport by a factor of four.

Circles of experts in spatial planning give conservation of natural resources in the sense of sustainability an important role in their own field. Aside of co-funding measures of nature conservation in agriculture this master thesis shows the contribution of spatial planning's legal instruments to protect open cultural landscapes. Only two of Austria's nine provinces, Lower Austria and Upper Austria allow their municipalities to define strict regulations. In their so called land use plan, which is compulsory for all Austrian municipalities, they can define areas, where all forms of forestation including natural succession are regularized. This was made possible by linking two different fields of provincial legislation, spatial planning and agriculture.

The implementation is not without controversy, as it means significant restrictions for agricultural land use. The first attempt of legal regulation in Lower Austria was repealed by the constitutional court and just passed again in revised form in 2007. Besides legal aspects it can be discussed, whether spatial planning's legal instruments are qualified to protect open cultural landscapes (and not those of e.g. nature conservation). As relevant experts in this field claim to protect natural resources as one of their major tasks, they will have to accept responsibility and provide the legal instruments as a medium for the solution of these tasks.

To achieve efficient protection it is necessary to improve the legal conditions by making the process of regulation transparent to the public and carrying out a monitoring of the results on the one hand. On the other hand raising awareness, public participation, information and public funding will be essential additionally. Finally also a controlled process of reforestation will be unavoidable in some of Austria's remote regions as public resources will not be sufficient to conserve open cultural landscapes in opposition to the economic conditions in agriculture.