Titelaufnahme

Titel
Opus Testaceum : Untersuchungsmethode zur Rekonstruktion einer Chronologie der kaiserzeitlich-stadtrömischen Ziegelmauerwerke / Gerold Eßer
VerfasserEßer, Gerold
Begutachter / BegutachterinDöring-Williams, Marina ; Cramer, Johannes
Erschienen2008
Umfang350, [ca. 62] teilw. gef. Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2008
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Datierungsmethode - Ziegelmauerwerke - Rom - Bautechnik - Opus Testaceum - Mauerwerksmerkmale - Ziegeluntersuchung - Kaiserzeit - Tetrarchie Ziegelchronologie
Schlagwörter (EN)Dating system - brickwork - Rome - construction technique - opus testaceum - masonry characteristics - brickwork analysis - imperial age tetrarchy
Schlagwörter (GND)Römisches Reich / Mauerwerksbau / Ziegel <Motiv> / Geschichte 27 v.Chr.-476
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-25566 Persistent Identifier (URN)
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Opus Testaceum [37.99 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Nutzung antiker testaceum - Mauerwerke für die Datierung von Architekturen ist seit langem ein Desiderat der bauarchäologischen Forschung, stellen sie doch einen manifesten Ausdruck des bautechnischen Verständnisses ihrer Zeit dar. Als wesentliche Elemente des konstruktiven Rohbaus unterlag ihre Errichtung in höchstem Maße den wirtschaftlichen, materiellen und organisatorischen Vorgaben der antiken Bauwirtschaft und Baustelle. Ein hoher Kosten- und Fertigstellungsdruck der Bauwerke bei gleichzeitig höchstem Anspruch an die Qualität ihrer Ausführung zwangen besonders in kaiserlichen Repräsentationsbauten zu einer konsequenten Planung und systematischen Ausführung der Mauerwerke.

Während sich Bautraditionen vereinheitlichend und systematisierend auswirkten, führten die Eigenheiten der Bauausführenden zu Abweichungen und Schwankungen der Mauerwerksbilder. Absicht der vorliegenden Arbeit ist es, die Frage der Datierung der testaceum-Mauerwerke neu zu stellen. Ihr vorderstes Ziel ist aber zunächst nicht die Datierung selbst, sondern die Definition von numerisch bestimmbaren Mauerwerksmerkmalen, die im Hinblick auf die Evolution der testaceum-Mauertechnik verlässliche Aussagen liefern können. Gegenstand der Untersuchung ist eine unter den Aspekten der Auftraggeberschaft und regional-wirtschaftlichen Verankerung homogene Gruppe von bereits sicher datierten Mauerwerken. Mit ihrer Zugehörigkeit zu dem durch eine intensive Bautätigkeit gekennzeichneten Zeitraum von Diokletian bis zu Konstantin bieten sie das Experimentierfeld für eine Untersuchung, deren weitergestecktes Ziel eines Tages die Erfassung des gesamten Lebenszeitraums dieser Mauertechnik sein sollte. Als eine solide Wissensbasis für die Mauerwerksuntersuchung dient die einen ersten Hauptteil umfassende kritische Darstellung der Entwicklung der testaceum-Mauerwerke sowie eine Diskussion ihrer Ausführungsbedingungen. Im Wissen, dass die bis heute entwickelten Untersuchungsmethoden einen objektiven Vergleich der Mauerwerke nur begrenzt gewährleisten, liegt der Fokus des zweiten Hauptteils in der Erarbeitung eines Vorschlags für ein optimiertes methodisches Vorgehen der Mauerwerksuntersuchung. Die Nutzung innovativer Aufnahme- und Analysetechniken befördert dabei die Ausweitung des Untersuchungsfokus von einer `regelverbands- und ziegellastigen Sicht hin zu einer Betrachtungsweise, die die Mauerwerke als Gesamtsysteme begreift und die Aufnahme ihrer Merkmale numerisch erfassbar macht. Das Ergebnis der Arbeit ist zweifach. Einerseits konnte eine standardisierte Vorgehensweise bei der Aufnahme und Auswertung von antiken testaceum-Mauerwerken entwickelt werden, die den Vergleich der Mauerwerke über im Hinblick auf ihre bautechnische Entwicklung signifikante Parameter ermöglicht. Andererseits gelang nach einer Zusammenschau der Kennwerte der verwendeten Mauerwerksmerkmale der Nachweis, dass die betrachteten chronologisch eindeutig festgelegten Mauerwerke tatsächlich einer zeitlich fassbaren Entwicklung folgen.

Zusammenfassung (Englisch)

The use of antique testaceum brickwork for the dating of architecture has for a long time been a desideratum of building archaeology research as it represents a manifest expression of the constructional understanding of its time. As the essential elements of core construction, brickwork erection was to a high degree subject to the economical, material and organizational requirements of the antique building economy and construction sites. Severe cost and completion pressures and, at the same time the highest demands on the quality of its construction necessitated a strict planning and systematic completion of the brickwork particularly in large imperial building projects. Whereas building traditions had a unifying and systemizing effect, the particularities of the building constructors led to deviations from and variations within the brickwork pattern. The present study intends to ask the question of dating testaceum brickwork anew. Its prime objective however is not the dating itself but the definition of numerically assessable brickwork characteristics which can give reliable evidence in terms of the evolution of the testaceum construction technique. The subject of the study is a homogeneous group in terms of contractorship and regional embedding, of reliably dated brickwork constructions. As it belongs to a period marked by intensive construction activity and extending from Diocletian to Constantine, it provided an experimental field for a study, the broader aim of which should be one day to record the entire life span of this brickwork technique. The critical description of the development of testaceum brickwork, covering a first main section, and a discussion of the condition of its realisation, serve as a solid knowledge base for the brickwork study.

Knowing that the research methods which have been developed to date ensure an objective comparison of the brickwork structures only to a limited degree, the second main section focused on developing a proposal for an optimised methodical approach to the study of the brickwork construction. The use of innovative recording and analysis techniques moved the extension of the research focus from an emphatic 'typical bond and brick' view to an approach which understands the brickwork constructions as an overall system and facilitates the numerical assessment of their characteristics. The result of the study was twofold. On the one hand it was possible to develop a standardized procedure for recording and evaluating antique testaceum brickwork constructions, thereby facilitating a comparison of the brickwork constructions in terms of the significant parameters of their construction development. On the other hand, after a parameter synopsis of the brickwork characteristics used, positive evidence could be produced that the examined, chronologically clearly defined brickwork constructions actually follow a chronologically determinable development.