Titelaufnahme

Titel
Das traditionelle griechische Wohnhaus : griechische Inselarchitektur im Vergleich: Santorin, Rhodos und Kreta / von Eva Fröstl
VerfasserFröstl, Eva
Begutachter / BegutachterinJäger-Klein, Caroline ; Raith, Erich ; Keck, Herbert
Erschienen2008
Umfang274 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2008
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Wohnhaus / griechisch / traditionell / Haus / Architektur / anonymn / Griechenland / Kreta / Rhodos / Santorin
Schlagwörter (EN)dwelling / Greek / traditional / house / architecture / Greece / Crete / Rhodes / Santorini / spiti
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-24454 Persistent Identifier (URN)
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Das traditionelle griechische Wohnhaus [32.58 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Geographische und klimatische Lage, Beschaffenheit der Inseln, deren Rohstoffe und Umwelteinflüsse prägen die errichteten Wohnhäuser.

Trotz der allgemeinen Annahme, dass das traditionelle griechische Wohnhaus von der Antike bis jetzt kaum verändert wurde, gibt es viele Beweise, die diese Vermutung widerlegen. Vor allem das uns aus der Antike bekannte Atriumhaus ist hier nicht vertreten. Selbstverständlich bringt das gleiche Know-how unter gleichen Umweltbedingungen, wie es bei den primitiven Häusern der Fall ist, ähnliche Grundformen hervor. Daraus kann aber keine direkte Übermittlung aus der Antike gezogen werden, da dies auch für andere Länder mit den gleichen Gegebenheiten gelten würde.

Auf Santorin wird der Hausbau auf alle Fälle massiv durch vulkanisches Bodenmaterial und seismische Aktivitäten beeinflusst. Die geschichtliche Entwicklung, die auf jeder Insel unterschiedlich war, hinterlässt starke Spuren in der Bevölkerung und somit auch in deren Wohnstätten. Trotz der extremen Ablehnung der türkischen Machthaber findet man vor allem auf Kreta und Rhodos viele Stilelemente aus dem osmanischen Raum vor. Teile der Inneneinrichtung haben sogar orientalische Wurzeln. Aber auch italienische Einflüsse, wie auch Renaissance und Neoklassizistik prägen die drei Inseln. Sie sind vor allem an der Fassade ersichtlich, oft aber auch in der Möblierung zu bemerken.

Auch die städtebauliche Organisation ist stark mit der geschichtlichen Entwicklung verbunden. Manche Straßenzüge sind noch aus der Antike erhalten, andere aus dem Mittelalter oder aus späteren Epochen. Kriege, Piraten und Zuwanderer prägen ebenfalls Siedlungsgestalt und auch private Freiräume. Meistens ist das Dorf langsam gewachsen und besitzt so ein organisches Gefüge, das sich der Umgebung anpasst. Die Häuser kann man im Groben anhand der Grundrissformen der einräumigen Basistypen in breit- und schmalfrontige unterteilen, wobei der erstere bevorzugt wird, da die Organisation der Einrichtung günstiger ist. Wenn die Lokalisierung nichts anderes zulässt oder innerhalb von Ringfestungen wird der schmalfrontige Typ verwendet. Als später die Lebensbedingungen gestiegen sind, werden diese Grundtypen oft erweitert oder im Vornhinein mit weiteren Räumen versehen. Manchmal ist das Gebäude auch zwei- oder selten sogar dreistöckig gebaut worden. Auch die Deckenspannweiten wurden durch Einfügen von Trägern und Stützen oder später auch durch Bögen vergrößert, somit wurden größere Räume geschaffen. Die Dachformen sämtlicher Häuser können flach, geneigt oder tonnenförmig sein, Mauern verputzt oder unverputzt. Zusätzlich zu den einfachen Bauernhäusern sind auch Herrenhäuser gebaut, nach einheimischer, neoklassizistischer oder Balkantradition. Aber auch Sonderformen wie lokale primitive Hütten in Kuppelform oder unterirdische Wohnhäuser kommen vor. In den letzten Jahren verschwinden leider immer mehr dieser traditionellen Häuser und werden durch optisch und klimatisch ungünstigere Stahlbetongebäude ersetzt.

Zusammenfassung (Englisch)

Geographical location and climate, appearance of the islands, their raw materials and influences of the environment characterize the dwellings erected. Despite the general belief that the traditional Greek dwelling hasn't changed a lot from ancient times until now, there is plenty of evidence that disprove this assumption. Particularly the known atrium house of the ancient world is unrepresented. As a matter of course the same know-how under the same surrounding conditions, as is the case of the primitive houses, shows similar basic structures.

Furthermore we cannot deduce a direct delivery from the ancient world because this would apply to other countries with the same circumstances.

On Santorini the construction of the houses are decisively influenced by the volcanic soil material and the seismic activities. The historical development that differs from island to island leaves strong marks on the population and consequently their dwellings too. Despite the extreme refusal of the Turkish rulers you can particularly find many stylistic elements from the Ottoman world on Crete and Rhodes. Parts of the furniture even have oriental roots. But also Italian influences like the Renaissance and Neo-Classic characterize the three islands. They can particularly be seen on the façade, often they can be observed in the furniture too.

Also the urban organization is strongly connected with the historical development. Some street structures are preserved from the ancient world, others from the medieval or later epochs. Wars, pirates and immigrants influence the shape of the settlement and private space too.

Most of the time the villages grew slowly and so have an organic arrangement that fits the surrounding area. The houses can roughly be divided by means of the shape of the floor plans of the one-roomed basic-types to broad- and small fronted, while the first were preferred because the organization of the interior was more advantageous. When the localization didn't allow anything else or inside the defensive rings the small fronted type was used. As in later times conditions improved, the basic types were expanded or from the outset were provided further rooms. Sometimes the buildings were also built two- or even three storied. Also the span widths of the roofs were enlarged with the insertion of beams and pillars or in later times also with arches, therefore larger rooms were created. The shape of the roofs of all of the houses can be flat, sloping or vaulted, walls plastered or unrendered. Additionally to the simple farmhouse mansions were also built, in local, Neo-Classical or Balkan tradition. But there also exist special forms like primitive local huts in form of vaults or subterranean dwellings. In the last years more and more of these traditional houses have vanished and are replaced by optical and climatic more disadvantageous buildings made of reinforced concrete.