Titelaufnahme

Titel
Flächenbedarf, Freizeitmobilität und Aktionsraum von Kindern und Jugendlichen in der Stadt / von Petra Daschütz
VerfasserDaschütz, Petra
Begutachter / BegutachterinKnoflacher, Hermann ; Risser, Ralf
Erschienen2006
UmfangVII, 305 Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Diss., 2006
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Flächenbedarf / Freizeitmobilität / Aktionsraum / Kinder / Jugendliche / Stadt / Spiel / Bedürfnis / Verkehr / Begleitung
Schlagwörter (GND)Wien / Kind / Flächenbedarf / Mobilität / Freizeitverhalten / Wien / Jugend / Flächenbedarf / Mobilität / Freizeitverhalten
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-20616 Persistent Identifier (URN)
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Flächenbedarf, Freizeitmobilität und Aktionsraum von Kindern und Jugendlichen in der Stadt [4.54 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der Arbeit ist es, mit Hilfe des Vergleiches einer großen städtischen Parkanlage und eines innerstädtischen Gebietes die Auswirkungen strukturell-räumlicher Bedingungen auf die Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen festzustellen und zu quantifizieren, wie viel Platz bzw. selbstständige Mobilität notwendig wäre, um die Bedürfnisse von Kindern nach Bewegung, sozialen Kontakten, Anerkennung und Selbstständigkeit in der Stadt zu befriedigen. Als Untersuchungsräume wurden der Donaupark (Wien 22) und das innerstädtische Karmeliterviertel (Wien 2) gewählt, in denen verdeckte nicht-teilnehmende Beobachtungen und Befragungen vor Ort durchgeführt wurden. Ein entscheidender Faktor für die Bedürfnisbefriedigung von Kindern in der Freizeit ist die Nähe des Spielortes zum Wohnort. Sie hat Einfluss auf die Häufigkeit des Aufenthalts, auf die Art der Begleitung und damit verbunden auf die Aufenthaltsdauer, sowie auf die Verkehrsmittelwahl. Kinder im städtischen Gebiet sind gemessen an den Stunden pro Jahr häufiger im öffentlichen Raum anzutreffen, denn die Weglängen im Karmeliterviertel sind deutlich kürzer als im Donaupark. In beiden Gebieten bleiben Kinder, die ohne Begleitung Erwachsener unterwegs sind, im Schnitt länger im Freien. Aufgrund der Nähe zum Spielort werden im Stadtgebiet die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt, während der Park größtenteils mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht wird. In beiden Gebieten verwenden Kinder ohne Begleitung Erwachsener lieber das Rad, den Skooter, das Skateboard oder Rollerskates, als zu Fuß zu gehen oder öffentliche Verkehrsmittel zu benützen. Die Wichtigkeit des Spiels im städtischen Raum kann außerdem durch die Zahl der sozialen Kontakte mit anderen Kindern begründet werden. Ins Karmeliterviertel kommen mehr Kinder ohne Begleitung Erwachsener und spielen vorwiegend mit anderen Kindern, da normalerweise immer die gleichen Kinder an denselben Orten anzutreffen sind, während Kinder im Donaupark stark an Erwachsene gebunden sind. Der Aktionsradius, definiert als die Distanz, die sich Kinder von den Eltern oder von zu Hause entfernen, nimmt in beiden Gebieten mit dem Alter zu. Mädchen haben einen kleineren Aktionsradius als Buben. Kinder ohne Begleitung Erwachsener haben einen größeren Aktionsradius als in Begleitung. Abhängig von der Art der Begleitung ist der Aktionsradius in einem verkehrsfreien Gebiet wie dem Donaupark größer als im innerstädtischen Viertel. Kinder, die mit dem Auto anreisen, haben einen kleineren Aktionsradius als Kinder, die sich im Umweltverbund fortbewegen. Es wurde analysiert, welche Verkehrsflächen Kinder in ihrem Aktionsradius im innerstädtischen Gebiet haben bzw. benützen. In verkehrsfreien Zonen passen sich die Aktivitäten von Kindern an die Größe des Platzes an, in allen anderen Kategorien steigt der Aktionsradius mit dem Alter. Es wird außerdem erkannt, dass schon Gassen im Wohngebiet eine Barriere für Kinder bis zu acht Jahren darstellen, da manche diese noch nicht alleine überqueren dürfen.

In beiden Gebieten sind hauptsächlich Bewegungsspiele, Regelspiele und Erkundungsspiele von Bedeutung; im innerstädtischen Gebiet werden zusätzlich oft Kommunikationsspiele beobachtet. Abgesehen von der zuletzt genannten Gruppe von Spielen verwenden Kinder im Donaupark mehr Platz für ihre Aktivitäten als im Karmeliterviertel. Die Struktur des Spielortes - wie die Größe, Lage, Erreichbarkeit, Vielfalt und Ausstattung - beeinflussen die Art der Begleitung von Kindern und damit die Möglichkeit, sich für verschiedene Spiele Raum anzueignen. Kinder, die mit oder in der Nähe von Erwachsenen spielen, verwenden nämlich weniger Platz als Kinder, die alleine ins Gebiet kommen. Folglich setzt der Flächenbedarf für verschiedene Spiele ein sicheres Netzwerk an Wegen und ausreichend großen Plätzen voraus. Für die Freizeitmobilität von Kindern und ihren Aktionsraum ist die Nähe zum Spielort entscheidend. Dies beeinflusst die Aufenthaltsdauer und Häufigkeit des Besuchs, die Art der Begleitung sowie die Verkehrsmittelwahl.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of the work is to observe the impacts of structural-spatial conditions on the behaviour of children and adolescents by means of comparing a large urban park and an inner-city quarter, and to quantify how much space or autonomous mobility, respectively, is necessary to satisfy needs of children in the city, such as those for motion, social contacts, acceptance and autonomy. The survey areas Donaupark and Karmeliterviertel in Vienna were chosen to carry out hidden unobtrusive observations and face-to-face interviews on site. The crucial factor for the satisfaction of needs of children in their leisure time is the closeness of the play site to the apartment. It influences the frequency of visits to the play sites, the type of company and therewith the duration of stays as well as the modal choice.

As far as hours per year are concerned, children in the inner-city quarter stay in public space more frequently, as the distances to the Karmeliterviertel are clearly shorter than those to the Donaupark. In both areas, children who are on their way without the company of adults stay outside for longer periods. Due to the closeness of the play sites in the inner-city quarter, most children come on foot, while the Donaupark is mainly reached by car or by public transport. In both areas, unaccompanied children rather use bicycles, scooters, skateboards and roller skates than walking or using public transport. The importance of playing in an inner-city environment is reflected by the number of social contacts with other children. In Karmeliterviertel, the larger number of children is not accompanied by adults and mainly plays with other children, as normally there are always the same children on the same sites, while in Donaupark children are very much tied to adults. In both areas, the activity space, defined as the distance children are allowed to move away from adults, rises exponentially with the age.

Girls have a smaller action radius than boys. Unaccompanied children have a larger activity space than children in company of adults.

Depending on the type of company, the action radius in the Donaupark is larger than in the inner-city quarter. Children who arrive by car have less activity space than children who travel by public transport, by bicycle or on foot. It has been analysed which streets children use within their activity radius in the inner-city quarter. On car-free places, the activities of children adjust to the size of the space, in all other categories, the action radius rises with age. The analysis also showed that small lanes are still barriers for children up to eight years, as some are not allowed to cross them on their own.

In both areas, mainly active games, rule games and exploration games are of importance; in addition, communication games are often played in the inner-city quarter. Except for the latter group of games, children in Donaupark use more space for their activities than those in Karmeliterviertel. The structure of the play site, including size, location, accessibility, diversity and equipment, influences the type of company of children and therewith their opportunities to acquire space for various games. Children who play with or close to adults use less space than children who are in the area autonomously. Consequently, the space required for various games presumes a safe network of lanes and sufficiently large places. For the leisure mobility of children and their activity space the closeness to the play site is crucial. It influences the frequency and duration of stay, the type of company and the modal choice.