Titelaufnahme

Titel
Über die Wissenschaftskultur der Informatik : eine Orientierungshilfe für den disziplinären Selbstreflexionsprozess / Gerhard E. Bruckner
VerfasserBruckner, Gerhard Erich
Begutachter / BegutachterinWagner, Ina ; Glock, Friedrich
Erschienen2007
UmfangII, 103 Bl.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Mag.-Arb., 2007
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Wissenschaftskultur, Informatik, Selbstverständnis
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-16649 Persistent Identifier (URN)
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Über die Wissenschaftskultur der Informatik [1.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Informatik zeigt als relativ junge Wissenschaft - im Gegensatz zu etablierten Disziplinen - ein starkes Bedürfnis nach Selbstreflexion und Positionierungsdiskussion. In der vorliegenden Arbeit entwickle ich eine Orientierungshilfe für die Diskussionen innerhalb der Informatik der vergangenen 40 Jahre, indem ich versuche, Verbindungen zu Ansätzen außerhalb der Informatik herzustellen, die das Phänomen Wissenschaft zu fassen versuchen: Wissenschaftstheorie, Soziologie und die sogenannten Science and Technology Studies. Dafür stelle ich, anknüpfend an eine kurze Vorstellung der allgemeinen "metawissenschaftlichen" Konzepte, eine Auswahl von Standpunkten, Konzepten und Projekten innerhalb der Informatik vor.

Dabei wird deutlich, dass der beobachtbare Trend im Selbstverständnis der Informatik - die anfangs technische und betont formale Sichtweise wird nach und nach ergänzt durch eine die soziale Natur menschlicher Tätigkeit betonende Perspektive-sich in einen generellen Paradigmenwechsel in der wissenschaftlichenWeltsicht bzw. ebenso in der verwissenschaftlichten westlichen Gesellschaft einfügt und in der Literatur mit dem Begriff Postmoderne bezeichnet wird. Präskriptive und sich rein auf Theorie stützende Konzepte werden von beschreibenden, qualitativen und empirisch-orientierten Ansätzen herausgefordert.

In der Informatik selbst manifestiert sich dieser Trend im zunehmenden Verständnis von Softwareentwicklung als Designprozess oder sozialer Prozess sowie von der Computerwissenschaft selbst bzw. ihrem primären Ausfluss - der Informations- und Kommunikationstechnologien - als ein mit der Gesellschaft verflochtenes und somit soziales Phänomen.

Zusammenfassung (Englisch)

The field of informatics or computer science shows an obvious need for debate about its fundamental self-understanding, which is regarded typical of a scientific discipline of rather young age. In this master-thesis, I am going to provide an introductory guide for understanding the context of the numerous debates, discussions and connected projects which have arisen over the past forty years, drawing connections between these and more general approaches from outside computer science: philosophy of science, sociology and the so-called Science and Technology Studies. In order to do so, following the introduction of approaches from the outside, I will sum up a selection of outstanding standpoints and projects from within computer science.

In this way, I can demonstrate that the apparent trend in the self-understanding of computer science - the shift from a technical and formal view towards a more integral and social standpoint - resembles a more general paradigm change in scientific thinking which is also attributed to western society as a whole and summarised by the term post-modernity. Prescriptive and exclusively theory-based approaches are challenged by descriptive, qualitative and empirically-based views.

In computer science, this trend is manifest in recognising software development as a design process or social process, and understanding informatics as well as information technology as its primary output, embedded within society as a whole - instead of an ivory tower phenomenon, isolated from the rest of the social world.