Titelaufnahme

Titel
Die Bautypen der Waldviertler Textilstraße : Geschichte, Architektur, Beispiele / von Tamara Wenzel
VerfasserWenzel, Tamara
Begutachter / BegutachterinJäger-Klein, Caroline
Erschienen2007
Umfang157 Bl. : zahlr. Ill.
HochschulschriftWien, Techn. Univ., Dipl.-Arb., 2007
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Bautyp / Waldviertel / Textilstraße / Haarstube / Weberhaus / Kleinhaus / Textilfabrik / Gehöftform / Bauernhaus / Bürgerhaus
Schlagwörter (EN)construction / Waldviertel / Textilstraße / Haarstube / weaverhouse / Kleinhaus / manufactory / grange / farmhouse / citizen
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-14968 Persistent Identifier (URN)
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Die Bautypen der Waldviertler Textilstraße [5.01 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der Waldviertler Textilstraße und den daraus entstandenen diversen Bautypen.

Die Waldviertler Textilindustrie hat seit dem Mittelalter eigene, jeweils funktionsbezogene Bauten hervorgebracht. Am Anfang wären die Haarstuben zu nennen, welche aufgrund der damaligen bäuerlichen Selbstversorgung nötig waren. Die Bauernfamilien pflanzen Flachs, verarbeiteten diesen in den Haarstuben und versponnen ihn im eigenen Haus zu Leinengarn und Stoffen. Danach entstanden die Verlegerhäuser des textilen Verlagswesen im 18. Jahrhundert. Sie wurden in bereits bestehenden Bürgerhäusern eingerichtet und dienten den ersten Manufakturen als Zwischenstationen, um die Spinn-, Spul- und Webarbeiten an die Bauern im Waldviertel zu vergeben. Um für zusätzliche ausländische Arbeitskräfte Wohnungen zu schaffen, wurden Webersiedlungen gegründet. Diese Sielungen bestanden aus den sogenannten Kleinhäusern, die ihren Namen von der geringen landwirtschaftlichen Nutzfläche erhielten. Einen Einschnitt in der Bauentwicklung ergab am Anfang des 19. Jahrhunderts die Erfindung der Spinnmaschinen und dadurch das Entstehen der ersten Spinnfabriken. Die Anzahl der Heimspinnerinnen reduzierte sich daraufhin, die Nachfrage an Heimwebern jedoch stieg. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte auch die Mechanisierung der Weberei und die Heimarbeit wurde fast gänzlich auf die Fabrikarbeit verlegt. Die Gründung der mechanischen Webereien orientierte sich, wie zuvor die der Spinnfabriken, an den bereits bekannten regionalen Architekturvorbildern. Die letzte architektonische Entwicklung in der Textilindustrie des Waldviertels erfolgte am Anfang des 20.

Jahrhunderts. Wie schon im vorigen Jahrhundert wurden Wohnungen für ausländische Facharbeiter gebaut, jedoch mit dem Unterschied, dass diesmal keine Kleinhäuser sondern große Arbeiterhäuser entstanden. Diese entwickelten sich aus den freistehenden Bürgerhäusern, welche ebenfalls im vorigen Jahrhundert üblich waren.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis deals with the history of the Waldviertler Textilstraße and the various types of buildings evolving from it. The Waldviertler textile industry developed its own, in each case function-oriented, buildings since the Middle Ages. The first type was the Haarstube, which was necessary for the self-supply of the rural population of that time. The farmer families planted flax, processed it in the Haarstube and spun and wove it in their own houses to yarn and clothes. Later the Verlegerhäuser arose, which resulted of the textile publishing trade of the 18th century. They were established in existing middle-class houses and served the first manufactures as interim storage facilities to place orders for spinning, reeling and weaving to the farmers in the Waldviertel. In order to create the necessary homes for additionally needed foreign workers weaver settlements were built. These settlements were made up from so-called Kleinhäuser, which got their name due to the small surrounding agricultural area. A cut in the building development at the beginning of the 19th century resulted from the invention of the spinning machines: the first spinning factories were found, the number of home spinners decreased and the amount of home weavers increased. In the 19th century the mechanization of weaving almost completely replaced the home processing of textiles by factory production. The mechanical weaving factories adopted the already known regional architectural prototypes like the spinning factories did before. The last architectural development in the history of the textile industry of the Waldviertel took place at the beginning of the 20th century. Homes for foreign skilled workers were built like in the centuries before. The significant difference to the previous Kleinhäuser is that the new worker's houses were designed for several families and therefore much bigger. These Arbeiterhäuser evolved from the free standing middle-class houses (Freistehende Bürgerhäuser), which were common in the 19th century.