Titelaufnahme

Titel
In Hülle und Fülle - Wein & Architektur / von Sebastian Leschhorn
Weitere Titel
In galore - Wine & Architecture
VerfasserLeschhorn, Sebastian
Begutachter / BegutachterinBerthold, Manfred
ErschienenWien, 2016
UmfangVII, 11 - 224 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Pläne
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Univ., Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Architektonischer Entwurf
Schlagwörter (EN)architectural design
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-3080 Persistent Identifier (URN)
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In Hülle und Fülle - Wein & Architektur [90.27 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wein und Architektur sind zwei unzertrennliche Dinge. Seit der Wein gelesen und verarbeitet wird, spielen Gebäude eine gewichtige Rolle in dem Herstellungsprozess. Sei es zur Zwischenlagerung der Trauben, zur Beherbergung der benötigten Maschinen, Unterstände zum Schutz vor Sonne, Regen und anderen Umwelteinflüssen, zum Lagern des abgefüllten Weins in Tanks oder Flaschen bis hin zur Beherbergung der Gutsfamilie und deren Lesehelfer. Einfache und zweckdienliche Gebäude bildeten die Basis eines Guts, als Beispiel dafür steht die Villa Rustica in Portikus Bauweise, einfache Wirtschaftsgebäude aus römischer Zeit. In späterer Folge entwickelten bzw. wandelten sich neben Klöster auch kleinere Burgen zu Prachtbauten um, um ebenfalls Wein herstellen zu können. Das Verlangen der Wehrhaftigkeit wich dem Verlangen der Ästhetik und Repräsentation. In Frankreich wurden im Wandel der Renaissance zum Barock die Chateau Bordeaux geschaffen, kleine anfängliche Wohnsitze entwickelten sich im Laufe der Zeit zu repräsentativen Prachtbauten die das Image einer ganzen Region prägten. Bis zum Ende des 20. Jh.s. folgte keine nennenswerte Weiterentwicklung dieser Weingüter. Eine erste Annäherung der Weinkultur mit zeitgenössischer Architektur fand in den 1990er Jahren statt. Beispielhaft dafür steht die im Jahre 1997 für Christian Moueix in Kalifornien erbaute Dominus Winery von den Schweizer Architekten Jaques Herzog und Pierre de Meuron. Gedacht und geplant wurde das Weingut als architektonisches Landmark einer neuen Weinkultur und als Zeichen der Globalisierung für neu zu erschließende und neu zu ergründende Weinmärkte in den USA. Bald darauf hin gab es einen internationalen Bauboom. Architekten mit Rang und Namen planten auf der ganzen Welt Weingüter von bedeutenden Winzerfamilien. Im internationalen Bereich setzten die Winzerfamilien dabei auch gezielt auf bekannte Namen aus der Architektur, Frank O. Gehry, Santiago Calatrava und andere sorgten so für die gewünschte mediale Aufmerksamkeit. Viele dieser gebauten Beispiele bildeten dabei keine sinnvolle Symbiose zwischen Wein und Architektur. Fast unbemerkt hatte sich seit dem Weinskandal in Österreich im Jahre 1985, welcher weltweit für Empörung sorgte, dem Land einen herben Imageverlust zufügte, und zu drastischen Einbrüchen in Verkauf und Export führte, eine neue, spezifische, regionale baukulturelle Identität entwickelt. Die Aussicht Qualitätswein erzeugen zu dürfen, das Image wiederherzustellen und somit der Misere des Weinskandals entkommen zu können erforderte einiges an Neuplanung und Umorientierung seitens der Winzer. Neue Standards in der Technik, logistische Herausforderungen und ein neues, anspruchsvolleres Klientel stellten die Winzer vor große Probleme. Die Lösung bestand in der Schaffung neuer Wirtschaftsgebäude, welche die modernsten Standards erfüllten und es den Winzern erlaubten die strengen österreichischen Weingesetze einzuhalten. Immer funktionellere und ästhetisch interessantere Bauten entstanden, gespickt mit technischen Raffinessen, die zur Optimierung der Weinproduktion dienten, einen anspruchsvollen Charakter schafften und somit dem Winzer eine neue Chance zur Rehabilitierung ihres Images ermöglichten. Mit einem Blick hinter die Kulissen konnte der Kunde, auf den das Hauptaugenmerk gerichtet wurde, sich durch geschickt in Szene gesetzte Räumlichkeiten mit inszenierten Sichtbeziehungen bewegen, welche dem Weingut eine Transparenz verliehen und Gelegenheit boten, Weingüter zu besichtigen, sich Produktionsabläufe anzusehen und sich davon zu überzeugen, dass das Gut Wein ein kostbares Kulturgut ist. Inwiefern harmoniert Weinbau mit moderner Architektur, was gilt es zu erhalten, was gibt es zu verbessern? Gebaute Beispiele, alte wie auch moderne werden auf ihre Typologie, ihre Funktionen und auf ihre Formensprache hin untersucht. Ein Exkurs in die Geschichte des Weinbaus, über Herstellung und Verarbeitung bis hin zur Degustation sollen etwas Klarheit über die komplexe Thematik bringen und die Diskrepanz zwischen dem Vorgang der Herstellung und dem gebauten Raum in dem die Herstellung stattfindet hinterfragen. Es gilt in einem Entwurf, ein Weingut neu zu entwerfen, welches auf die Organik der Rebe und den Verlauf des Herstellungsprozesses eingeht und sich durch eine neue Formensprache definiert.

Zusammenfassung (Englisch)

Wine and Architecture are inseperable. The first buildings on ancient vineyards were basic buildings which fulfill the very basic needs of the owner, barracks which provide protection against environmental factors, storages and lodging for themselves and their employees. In the roman time, Villa Rustica is the prime example for this kind of basic building. During time, monasteries and castles turned themselves in wineries, the need for protection gave way to the aesthetics and representation. In Bordeaux, France, change form Renaissance to Baroque evolved the Chateu Bordeaux which stands for the image of a whole region. Until the end of th 20th century only minor changes occurred. As a sign for a new landmark in wineculture and globalism for proving ground in the USA in 1997, Christian Moueix commissioned Jaques Herzog and Pierre de Meuron, Swiss Architects, to build the Dominus Winery in California. This initiated a international boom where new wineries been builded. To gain medial attention, international known wineries commissioned international known architects, like Frank O. Gehry and Santiago Calatrava, to build new wineries for them. They got a lot of medial attention but most of the developed buildings did not match a reasonable link between wine and architecture. Austria makes an exception. The wine scandal back in 1985 shocked the Austrian wine industry and led to drastic declines in sales and export furthermore the loss of image was enormous. The new law issued by the Austrian government was very strong. A rethinking was necessary. The need of new concepts, new ideas led the winemakers to drastic new paths. To get the new standards to work they needed new facilities because the old factories were no longer sufficient for the modern way of making wine. Within a few years Austria got back on track with a complete new architectural design in the field of winemaking and prepared the way for a new Austrian wine Architecture and culture. Nowadays, the vineyards are more transparent, the consumer is more involved in the process of making wine. The winemaker makes wine more enjoyable and gives the consumer an idea about wineculture. This work aims to explore winemaking according to modern architecture and the discrepancy between the process and the space. Finally there will be a conceptual design which shows the achievement of the research.