Titelaufnahme

Titel
Asphaltinseln: Orte des Mitfahrens / von Lukas Vejnik
Weitere Titel
Carpooling
VerfasserVejnik, Lukas
Begutachter / BegutachterinAlsop, William
ErschienenWien, 2016
Umfang401 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftTechnische Universität Wien, Univ., Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Architektonischer Entwurf
Schlagwörter (EN)architectural design
URNurn:nbn:at:at-ubtuw:1-1971 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
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Asphaltinseln: Orte des Mitfahrens [39.16 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Geschichte des Mitfahrens reicht zurück bis an den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise des Jahres 1914 begannen Autobesitzer in Los Angeles, gegen eine geringe Gebühr, AnhalterInnen in ihren Fahrzeugen mitzunehmen. Bis heute ist die Bereitschaft zum gemeinsamen Fahren eng an den Treibstoffpreis gebunden. Fahrgemeinschaften haben dann Hochkonjunktur, wenn der Sprit teuer ist. Perioden des Mitfahrens wurden oft begleitet von infrastrukturellen Eingriffen. Als Reaktion auf die Ölkrise der späten 1970er Jahre wurden die ersten Fahrgemeinschaftsspuren entlang der amerikanischen Highways eingerichtet. An deren Auffahrten bildeten sich bald Menschenschlangen, die sich nach freien Autositzen umsahen. Für die sogenannten 'Slugs' wurden später eigene Fußgängerkorridore und Umsteigeparkplätze errichtet. Zur selben Zeit entwickelte sich mit dem Carpoolplein in den Niederlanden eine eigene Infrastruktur zum Mitfahren. Dieser einzigartige öffentliche Raum in Form von Parkplätzen hat sich zum Großteil inmitten von Verkehrsknotenpunkten angesiedelt. Eine Handvoll Straßenlaternen, Mülleimer und eine Höhenbegrenzung über der Zufahrt bilden die Grundausstattung dieser Asphaltinseln, auf denen MitfahrerInnen nicht selten bis zu 20 Minuten auf die Weiterfahrt warten. In jüngster Zeit, seit dem Aufkommen von Mitfahrzentralen im Internet, hat das gemeinsame Fahren wieder Hochkonjunktur. Neben den ökonomischen Faktoren zählen für die Online-Mitfahrgemeinde soziale und ökologische Kriterien, sich einer Fahrgemeinschaft anzuschließen. Betrachtet man diese aktuellen Entwicklungen, dann stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese jüngste Phase des gemeinsamen Fahrens auf den Raum haben wird? Kann durch die Förderung der Mitfahrkultur das Auto zu einem öffentlichen Verkehrsmittel werden? Braucht das Mitfahren in Zeiten umfassender Digitalisierung (noch) eigene Orte?

Zusammenfassung (Englisch)

Carpooling*, also known as the invisible mode, fi rst occured with the recession of 1914 and later as rationing tactic during the Second World War. In the 1970s, as reaction on gas shortages during the arab oil embargo, Carpooling surfaced again. In recent years, the idea of ridesharing is back, filling vacant car seats. This Renaissance began with the use of online applications for ad hoc ridesharing. The decision to gravitate toward carpooling shifted from major economical to social factors, as it is also a tool for meeting new people or enjoying a conversation. Furthermore Carpooling is not just used for commuting, but also for vacational purposes. Its distances range from short trips within the city center up to long distance trips. Whereas the virtual presence of Carpooling platforms is strong, there is hardly any sign of a physical representation, and not even advertisements about it exist in the public sphere. One Example for a specifi c carpool infrastructure is the dutch Carpoolplein*. Although people occasionally spend up to twenty minutes on these commuter lots, they offer little more than a small roof, a few lanterns and some trash cans - and sometimes not even this. Other informal ways of gathering for Carpoolers include the Slugging Lines in Washington DC and Casual Carpoolers around San Francisco. People meet on parking lots or at bus stops near High Occupancy Vehicle Lanes*. Such ephemeral stations are primarily part of the urban fringe, hidden under fl yovers, on the corner of a traffi c junction, or attached to shopping malls, fi lling stations and suburban railway stops. At the beginning of the industrial revolution, railwaystations were also on the perifery, but after the use of trains grew in popularity, areas around stations transformed into vibrant quarters. Is such a transformation also possible for carpooling places? Refering to the idea of the Automobile as Public Transport, Asphalt Islands is following the traces of the invisible mode , with one question looming in the back of the mind: Can the car, this object of narcistic manipulation (Baudrillard) fi nally become a Social Condenser (Ginzburg), constituting a new together?